Neuer Klimaschutzmanager nimmt Arbeit auf – Robert Gerling ist Geograf und Projektentwickler

17. 12. 2019 um 18:06:42 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Im Rathaus wurde heute (17. Dezember) der neue Klimaschutzmanager der Delmenhorster Stadtverwaltung Robert Gerling vorgestellt. Auf seiner letzten Sitzung am 19. November entschied der Stadtrat, den Klimanotstand für die Stadt auszurufen und eine Klimamusterstadt werden zu wollen sowie für die Wiedereinführung dieses Postens Nach knapp einem Jahr tritt der 35-jährige Wahlbremer somit die Nachfolge von Dr. Christian Pade an. Offiziell ist er seit 1. Dezember im Amt.
 
Ich bin hier gut angekommen und wurde von Herrn Brünjes und vielen Mitarbeitern der Verwaltung mit offenen Armen empfangen. Ich bin schon seit zwei Wochen hier. Das sind gute Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit und um wirklich etwas zu bewirken“, sagt Robert Gerling. Bei seiner Präsentation vor der Presse waren auch Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) und Fritz Brünjes, der Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr, zugegen.
 

Gerling untersteht direkt dem Oberbürgermeister

Bereits zu Beginn des Monats trat Gerling die Stelle des Klimaschutzmanagers an, die fast ein ganzes Jahr unbesetzt geblieben war. Sie ist organisatorisch als eigene Stabsstelle unmittelbar dem Oberbürgermeister unterstellt. Laut Jahnz soll Gerling die Achse oder Verbindung zur Politik bilden. Den Mitgliedern des Umweltausschusses stellte sich der neue Klimaschutzmanager während der jüngsten Sitzung vor einer Woche am Dienstag, 10. Dezember, persönlich vor.
 

Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe

Als erstes Ziel gibt er für sich aus, die Zusammenarbeit und Vernetzung mit seinen Kollegen aus der Verwaltung voranzutreiben. Dasselbe wolle er mittelfristig auch mit Einrichtungen, Institutionen und Verbänden erreichen, die sich für den Klimaschutz einsetzen. Gerling teilt mit: „Ich glaube, dass Klimaschutz nur als Querschnittsaufgabe begriffen und betrieben werden kann.“

Robert Gerling ist 35 Jahr alt, wuchs in Kassel auf, studierte in Göttingen Geographie sowie in den Nebenfächern Naturschutz und Umwelttechnologie. 2014 verschlug es ihn nach Bremen, wo er zunächst in der Marktforschung und im Energiebereich tätig war. Eine Zeit lang arbeitete Gerling dort als persönlicher Assistent für eine Person, die an ALS erkrankt war. Schließlich absolvierte er ein weiterführendes interdisziplinäres Studium zum Projektentwickler im Bereich Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit.
 

Übersicht ist gefragt

Zuletzt nahm Gerling zugunsten der Familie ein halbes Jahr eine Auszeit vom Berufsleben. Selbst ein Kind zu haben, sorgt laut seiner eigenen Aussage für gehörige Motivation, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Nun gilt es für ihn, im ersten Schritt alle relevanten Personen, die Arbeit und sämtliche Fachbereiche der Verwaltung kennenzulernen.

„Um Synergien und Anknüpfungspunkte zu finden, muss man erst einmal einen Überblick davon haben, was schon an Klimaschutz gemacht wird“, erklärt Gerling. Das bereits verabschiedete Elektromobilitätskonzept oder auch viel kleinere Bemühungen wie der Versuch das Büro möglichst von Papier frei zu halten oder Parkscheinautomaten auf Solarbetrieb umzustellen führt er als Beispiele an.

Jahnz kündigt an, das sich der Klimaschutzmanager noch den Ratsmitgliedern und Ansprechpartnern oberer Behörden in Hannover vorstellen, weil es ganz wesentlich sei, dass auch die Politik abgeholt wird. Vorausschickt er ebenso, dass im 1. Quartal 2020 eine Konferenz für Klimaschutz mit allen Fachbereichen und Vertretern der Politik abgehalten wird, damit die bislang eher allgemein gehaltenen Maßnahmen weiter konkretisiert werden.
 

Delmenhorst ist dem Bund voraus

Da sich allesamt in Bezug auf den Klimaschutz noch im Findungsprozess befinden, fordert der Oberbürgermeister für Gerling Geduld ein. Trotzdem schätzt er die Lage so ein, dass die Stadt in der Organisation und bei den Strukturen weiter ist als der Bund, wo es an der nötigen Verständigung und Koordination mangelt. Brisanz und Bedeutung wurden dem Klimaschutz nicht zuletzt durch die Fridays-for-Future-Demos verliehen, worauf sowohl Gerling als auch Jahnz verweisen.
 

Wesentliche Aufgabe besteht darin, Klimaschutzprojekte öffentlich zu machen

Offen bekennt sich der Klimaschutzmanager zu seinen Aufgaben, die er teilweise von seinem Vorgänger Dr. Christian Pade übernimmt oder weiterführt. Zusätzlich müssten jetzt Schlüsse gezogen werden, welche neuen Ansätze oder Initiativen auf den Weg gebracht werden können.

Der zuständige Fachbereichsleiter Fritz Brünjes beteuert, dass Bemühungen getätigt wurden, um sämtliche Vorhaben in der Phase ohne Klimaschutzmanager beizubehalten. Von ihm wird Wert des Posten verdeutlicht: „Ein Motor ist ganz wichtig, damit alles, was getan wird, auch kommuniziert wird.“

Neben der Umsetzung von Projekten ist es auch erforderlich diese nach außen zu tragen. „Er hat die Aufgabe, alle Projekte sichtbar zu machen“, sagt Brünjes, was er von Gerling erwartet. Gleichzeitig versichert der Fachbereichsleiter: „Wir haben Interesse daran, dass es läuft und werden ihn dabei tatkräftig unterstützen.“
 
Bild: Robert Gerling bekleidet seit dem 1. Dezember das Amt des Klimaschutzmanagers in der Stadtverwaltung.



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