Das Auge im Ohr – Städtische Galerie zeigt Ausstellung des Komponisten Hespos

07. 11. 2019 um 17:08:45 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Im Dezember 1996 initiierte Hans-Joachim Hespos ein erstes Konzert „Neue Musik in Delmenhorst“. Eine Woche später folgte die Premiere eines außergewöhnlichen Konzertes mit elektroakustischer Musik von Hespos und des Schweizer Avantgardekomponisten Giuseppe Englert in der Villa von Dr. Hermann Coburg. Fast 50 Jahre nach dieser Premiere eröffnet nun die Städtische Galerie ihre neue Ausstellung „hespos. das auge im ohr“ am Sonntag, 10. November um 17 Uhr.

Es war ein Wiedersehen nach 50 Jahren. Noch vor der Gründung der Städtischen Galerie gab Hespos zusammen mit Giuseppe Englert in ihren Räumlichkeiten ein Konzert. 1971 folgte eine weitere Kollaboration der beiden – vier Jahre bevor das Haus offiziell zur Galerie wurde. Fast an der gleichen Stelle, an der damals Hespos und Englert am Tonband musizierten, hängt heute eine Momentaufnahme des Konzertes. Inzwischen gehört die Konzertreihe „neue musik in delmenhorst“ zu den Kulturereignissen der Stadt.

Hespos hat verstört

„Hans-Joachim Hespos hat zu Beginn seiner Karriere verstört. Gediegene Musik war damals angesagt“, verrät die Galerieleiterin Annett Reckert. 1938 in Emden, Ostfriesland geboren, lebt er als freischaffender Komponist in Ganderkesee. Inzwischen werden seine Werke weltweit aufgeführt. Ein 30-minütiges Stück mit anschwellendem Orgelklang ist nun auch im Haus Coburg zu hören. Für Dr. Reckert ist es vor allem die graphische Gestaltung und Visualität der Notenblätter, die den besonderen Reiz für die Galerie ausmachen.

Künstlerische Sichtweise auf die Musiknoten

„Es war äußerst mühsam, penibel alle Noten per Hand aufzuschreiben“, verrät der Komponist. Seine meisten Kollegen benutzen Schreibprogramme, aber die Ergebnisse dieser Programme sehen ihm zu langweilig aus. „Ich saß 16 Stunden lang am Tisch. Der Rücken wurde beiter, der Bauch wurde dicker“, scherzt Hespos. Dr. Annette Reckert beschreibt sich selbst und ihre Kollegen als musikalische Laien. Zwar habe man sich intensiv mit der Musik von Hespos auseinandergesetzt, dennoch fehle das Expertenwissen, um die Partituren den Galeriebesuchern in allen Einzelheiten erklären zu können.

Bildhaftigkeit der Notenblätter

Ein Fakt, der Hans-Joachim Hespos anfangs Bauchschmerzen bereitet hatte. Stattdessen konzentriert sich die Ausstellung auf die Bildhaftigkeit von Hespos Notenblättern und versucht, den Entstehungsprozess der Partituren nachvollziehbar zu gestalten. „Hätte ich anfangs gewusst, was dabei herauskommt, hätte ich mich nicht so lange gegen die Ausstellung gewehrt“, berichtet Hespos und erzählt weiter: „Wir Fachleute sind im Bereich der Musik ja auch Analphabeten“. Er begründet seine Aussage damit, dass das Publikum eines Beethovenkonzerts wohl nie zuvor die originale Partitur gesehen hat. „Das ist eine verfälschte Art und Weise, was einem dort geboten wird. Jeder Komponist notiert anders. In der Musik können die gleichen Zeichen eine unterschiedliche Bedeutung haben. Musik lässt sich nicht notieren.“

 



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