Chaos im Feuerwehrbüro – Stadt versucht Veröffentlichung zu verhindern

13. 01. 2020 um 16:19:09 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Im Büro des stellvertretenden Chefs der Delmenhorster Berufsfeuerwehr, die von Steuergeldern bezahlt wird, herrscht  massives Chaos. Die Stadt Delmenhorst hat durch Einschüchterung versucht, eine Presse-Veröffentlichung dieses Zustandes zu verhindern.

Zugegeben, wohl jedes Büro ist mal unordentlich, das ist wohl ganz normal. Doch das Büro des stellvertretenden Chefs der Delmenhorster Berufsfeuerwehr ist Chaos pur. Und das laut Mitarbeitern des Hauses schon seit Jahren. Als uns entsprechende Bilder zugespielt werden, können wir es gar nicht glauben: Akten stapeln sich kreuz und quer, selbst auf dem Besucherstuhl finden sich Blätter und auch auf dem Fußboden türmt sich wahllos das Papier – was für ein Durcheinander.

 

Das Chaos-Büro als Thema vor Gericht

Das ist insofern wichtig, als dass der stellvertretende Feuerwehrchef auch für die Urlaubsplanung und für das Thema Überstunden zuständig ist. Nach zuverlässigen Delmenews-Informationen bekam sogar mal ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes vor Gericht recht, nachdem er eine Höhergruppierung beantragt hatte und diese abgelehnt worden war. Der Grund: Seitens seines Dienstherrn war behauptet worden, das Schreiben nie erhalten zu haben. Als der Mitarbeiter vor Gericht ein Bild des besagten Büros vorlegte, gab ihm der Richter recht.

Auch bei unserem Besuch vor Ort bestätigt sich der schlimme Eindruck. Wir fahren mit dem Auto auf den Hof der Feuerwehr und betreten das Gebäude, um den Feuerwehrbeamten Andreas Händler in seinem Büro aufzusuchen und ihn mit dem Zustand zu konfrontieren. Nach einem Klopfen öffnet er nicht. Das Büro, in dem auch personalsensible Daten lagern, ist nicht verschlossen. Wir öffnen die Tür und können über den Anblick nur staunen. Wir betreten das Büro nicht, sondern verlassen das Gebäude.

Stadt droht der Redaktion rechtliche Schritte an

Wir wollen wissen, warum das Büro so aussieht und weshalb es unverschlossen ist. Seitens der Feuerwehrspitze wird auf die Stadt Delmenhorst als Ansprechpartner verwiesen. Doch von dort teilt man uns schriftlich mit, dass verschiedene von uns vorgetragene Aspekte derzeit geprüft würden. Da es sich um eine innerorganisatorische/Personalangelegenheit handele, bittet die Stadt um Verständnis, dass sie sich nicht äußere. Doch sie möchte wissen, wer uns eine Genehmigung zum Betreten der Feuerwache gegeben habe. Sollte keine Genehmigung vorliegen, behält sich die Stadt rechtliche Schritte, gegebenenfalls auch im Falle der Veröffentlichung der Fotos, vor.

Delmenews lässt sich nicht einschüchtern

Doch Delmenews lässt sich davon nicht einschüchtern. Im Sinne der Pressefreiheit weisen wir auf das Chaos öffentlich hin und zeigen es auch. Und auch auf politischer Ebene dürfte die Sache noch ein Nachspiel haben.

Murat Kalmis: „Es ist eine Katastrophe!“

Ratsherr Murat Kalmis (FDP) ist von Beruf Feuerwehrmann (nicht in Delmenhorst) und zugleich der Vorsitzende des städtischen Ausschusses für Bürgerangelegenheiten und öffentliche Sicherheit.

Er hat bereits von dem besagten Büro gehört und sagt: „Es ist eine Katastrophe! Wenn jemand eine Führungsrolle bei der Feuerwehr einnimmt und keine Ordnung halten kann, kann er nur schwierig von seinen Mitarbeitern fordern, dass sie ordentlich mit dem Einsatzmaterial umgehen.“ Kalmis hatte sich in der Vergangenheit bereits politisch mit dem Thema Feuerwehr beschäftigt und die Schaffung zusätzlicher Stellen durchgesetzt.

„Bei der Feuerwehr ist noch viel zu tun“

„Ich habe inzwischen mit vielen Leuten bei der Feuerwehr gesprochen. Man merkt, dass die Mitarbeiter unter mangelnder Wertschätzung durch ihre Führungsebene leiden. Da ist noch viel zu tun“, sagt Kalmis.

Murat Kalmis kritisiert die Zustände bei der Feuerwehr.



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Ihre Kommentare

Erschreckend… So einen Kollegen hatte ich auch schon mal. Da hat man dann Urlaubsvertretungen, die man nie mehr vergisst

Statt ein vericht drüber zu verfassen hätte man auch sich selber die Zeit nehmen können und den Feuerwehrleuten, die einem den Hintern retten, zu helfen. Wäre doch mal was 🙂