Demonstration gegen Stadtfest-Aktivitäten auf der Burginsel – Vermittlungsgespräch geplant

14. 11. 2013 um 19:03:03 Uhr | DelmeNews-Redaktion

Mehr als 20 Bürger haben am heutigen 14. November ab 17.30 Uhr vor dem Rathaus gegen ein Stadtfest auf der Burginsel demonstriert. Ihr Argument: schützenswerte Fledermausarten. Seit 18 Uhr berät im Rathaus der Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung darüber, ob auf einer Bühne des Stadtfests auf der Burginsel bis 1.30 Uhr Musik gespielt werden darf.

Nach Aussage von Henning Suhrkamp vom Delmenhorster Tierschutzverein ist die Burginsel weder ein Landschaftsschutzgebiet noch ein Naturschutzgebiet. Dennoch sind er und weitere Naturschützer dagegen, die Burginsel für das Stadtfest zu nutzen. Zum Verständnis: Das Stadtmarketing hatte vorgeschlagen, das Stadtfest, das 2014 von der Borgmeier Media Gruppe veranstaltet wird, auf der Burginsel und dem Rathausplatz stattfinden zu lassen. Denn im kommenden Jahr sind Teile der Fußgängerzone aufgrund der Neupflasterung für das Fest nicht nutzbar.
 

Burginselbündnis befürchtet Störung

Doch diese Planungen bringt das Bündnis zum Schutz der Burginsel, zu dem Tierschutzverein, NABU, BUND, Kreisjägerschaft, Agenda 21, Partei für Mensch und Tier sowie Bündnis 90/die Grünen zählen, auf die Palme. Ihr Argument: Auf der Burginsel gibt es schützenswerte Fledermausarten wie das braune Langohr, die Breitflügelfledermaus oder den Abendsegler. Zudem gibt es dort eine unterirdische Bunkeranlage, in der die Tiere Zuflucht suchten. Die Tiere würden, so das Argument, während der Brut- und Setzzeit durch die Stadtfestaktivitäten gestört. Die Brut- und Setzzeit geht in Niedersachsen vom 1. April bis zum 15. Juli.
 

Prüfung des Klagewegs

Die Naturschützer wünschen sich, dass das Stadtfest besser auf der benachbarten Hotel-Wiese stattfinden möge. Wenn sich der Verwaltungsausschuss für ein Stadtfest auf der Burginsel heute mit einem Musik-Ende um 1.30 Uhr aussprechen sollte, geht Henning Suhrkamp davon aus, dass damit gegen geltendes Recht verstoßen werde. „Sollte es dazu kommen, ist der Klageweg aussichtsreich“, sagt Suhrkamp. „Wir prüfen, ihn zu beschreiten.“
 

Auch Kramermarkts-Feuerwerk in der Kritik

Übrigens, sagt Henning Suhrkamp in seiner Funktion als Sprecher des Tierschutzvereins, nicht nur das Stadtfest auf der Burginsel ist den Naturschützern ein Dorn im Auge. Auch das Feuerwerk des Kramermarkts, das im April ebenfalls während der Brut- und Setzzeit auf der Burginsel standgefunden hat, sehen die Naturschützern als problematisch an. Dagegen, sagt Suhrkamp, werde der Tierschutzverein ebenfalls vorgehen.
 
+++ERGÄNZUNG (23.45 UHR):+++
Laut einer aktuellen Facebook-Stellungnahme von Henning Suhrkamp hat der Verwaltungsausschuss in seiner heutigen Sitzung nun Stadtfestaktivitäten “bis in die Nacht” auf der Burginsel genehmigt. Als Konsequenz erwägt Suhrkamp rechtliche Schritte. Stadtfestorganisator Carsten Borgmeier hat Henning Suhrkamp bereits ein gemeinsames Gespräch angeboten, um eine Schnittmenge zu finden. Das Gespräch soll in der kommenden Woche stattfinden.
 
 



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