Zahl der Rentner mit Unterstützungsbedarf gestiegen – NGG warnt vor Altersarmut

17. 10. 2019 um 12:54:56 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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In Delmenhorst sind immer mehr Menschen neben ihren Altersbezügen auf staatliche Unterstützung angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ stieg innerhalb von zehn Jahren um 54 Prozent. Das berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und beruft sich dabei auf Daten des statistischen Landesamtes. Die Gewerkschaft fordert die Einführung einer Grundrente.

Während es in Delmenhorst 2008 noch 1.104 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung gab, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1.699. Die NGG-Region Bremen-Weser-Elbe beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. In ganz Niedersachsen erhielten zuletzt rund 110.000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung. Das waren 35 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Aus Scham wird kein Antrag gestellt

„Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Nickel. So seien nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bundesweit aktuell bereits 16,8 Prozent der Rentner von Armut bedroht. Ohne die Einführung einer Grundrente könne das Armutsrisiko laut DIW bis zum Jahr 2039 auf 21,6 Prozent steigen – selbst bei einer weiterhin positiven Konjunkturentwicklung.

Niedriger Lohn als Grund für Altersarmut

„Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Auch wer Jahrzehnte in einer Bäckerei oder einem Restaurant gearbeitet hat, landet im Alter oft unter der Armutsschwelle. Das liegt auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu kommt der Trend zu Teilzeit und Minijobs“, erklärt Gewerkschafter Nickel.

„Rentenpolitische Kurskorrektur“

NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel beobachtet den Trend mit Sorge – und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Vor allem die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden. Nickel fordert, die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geplante Grundrente zu realiseren, wonach die Bezüge von Menschen, die mindestens 35 Jahre lang gearbeitet haben und bei der gesetzlichen Rente trotzdem unter die Grenze von 896 Euro kommen, um bis zu mehrere Hundert Euro im Monat angehoben werden. Eine Bedürftigkeitsprüfung dürfe es dabei aber nicht geben, so Nickel. Sie stehe dem Rentenprinzip entgegen, nach dem  Beitragszahler einen individuellen Leistungsanspruch erwerben.

 



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