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Migranten-Eltern-Netzwerk in Delmenhorst gestartet – Hilfe für Schule und Berufsabschluss [🎥 Video]

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In Delmenhorst ist ein Migranten-Eltern-Netzwerk an den Start gegangen. Ziel ist es, für junge Menschen mit Migrationshintergrund Hürden abzubauen, um sie bei einer erfolgreichen Schullaufbahn und einem holperfreien Start ins Berufsleben zu unterstützen.

Migranten-Eltern-Netzwerke sind nicht neu in Niedersachsen, insgesamt gab es bislang bereits zehn, mit Delmenhorst kommt nun das elfte hinzu. Das erste entstand 2011 in Hannover. Das Ziel ist es, Defizite abzubauen, um für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die eine entsprechende Unterstützung brauchen, die Teilhabe zu verbessern und ihre Chancen zu erhöhen.

Eltern motivieren, sich einzubringen

„Wir wollen Eltern empowern, sich einzubringen und zu engagieren“, sagt Projektkoordinatorin Sabrina Zourelis von der KAUSA-Landesstelle. „Wir arbeiten nicht für die Eltern, sondern mit den Eltern“, erlärt Zourelidis. Weitere Kooperationspartner sind die vhs, die Stadt und das Integrationslotsenteam.

Schlüsselpersonen sollen den Zugang schaffen

Der Zugang zu Familien mit Unterstützungsbedarf im schulischen sowie im Ausbildungsbereich ist nicht immer einfach. Doch Delmenhorst hat im sozialen Spektrum ein gewachsenes Netzwerk. Mit sogenannten „Schlüsselpersonen“, die Kontakt haben zu verschiedenen Communitys, soll das gelingen.

Große Defizite

„Es gibt ein großes Defizit bei Ausbildung und Schule“, sagt Dr. Anne-Lene Mahr von der Kausa-Landesstelle. Dabei geht es um ganz verschiedene Themen: Sprache, Verständnis des deutschen Schulsystems oder Wege in die Ausbildung.

Bandbreite an Bedarfen

Das Thema ist nicht trivial, denn die Bedarfe sind unterschiedlich. Lutz Gottwald von der städtischen Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe stellt klar, dass es eine enorme Bandbreite gebe. So lebten in Delmenhorst unter anderem Menschen aus dem arabischen ebenso wie jene aus Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine. „Sie wollen alle das Beste für Ihre Kinder“, ist Gottwald überzeugt.

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Dr. Kerstin Timmermann, die städtische Bildungskoordinatorin, kennt als Beispiel Schüler aus Bulgarien, die mit eher geringer Bildungserfahrung in Delmenhorst gestartet sind, aber hier ganz ohne Ausgrenzung leben können. „Für sie ist das hier eine andere Welt.“

„Migrant“ – ein Begriff, der nicht für Verallgemeinerungen taugt

Jürgen Beckstette, Leiter der Volkshochschule, ergänzt: „Migrant ist ein sehr naheliegender Begriff.“ Doch er sei differenziert zu betrachten. So reiche die Bandbreite von Geflüchteten aus der Ukraine bis zu Menschen aus der Türkei, die inzwischen in der zweiten oder gar dritten Generation hier leben. „Das muss berücksichtigt werden.“

Kultur als Bereicherung

Lutz Gottwald sagt: „Mitgebrachte Kulturen sind eine Bereicherung.“ Wenn es Schwierigkeiten gebe, müsse vielmehr gelten: „Nicht die Kultur ist das Problem, es liegt an der Erziehung.“ In dieser Hinsicht sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig.

 

Stefanie Krejcik vom Integrationslotsenteam ist die Regionalkoordinatorin für das Projekt. Bei ihr laufen die Fäden zusammen, sie hält den Kontakt zu den Schlüsselpersonen. Beim Auftakt am Freitag in der Markthalle waren sowohl Schlüsselpersonen als auch interessierte Eltern bereits vor Ort. Das Netzwerk, das vom Land Niedersachsen gefördert wird, ist auf unbestimmte Zeit angelegt.

 

Bild oben: Projektkoordinatorin Sabine Zourelidis (3.v.l.), Dr. Anne-Lene Mahr (KAUSA Niedersachsen (4.v.l.) und Stefanie Krejcik  (2.v.r.) wollen zusammen mit den Schlüsselpersonen Flora Rahim (ganz li.), Betül Ertugrul (2.v.l.), Elena Fischer (ganz re.) sowie weiteren Beteiligten das Netzwerk nach vorn bringen.

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