Besuch aus Borisoglebsk im Josef-Hospital-Delmenhorst (JHD) – Gäste von Physiotherapie begeistert

29. 08. 2018 um 12:59:31 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Gestern, 28. August, besuchte eine russische Delegation aus der Delmenhorster Partnerstadt Borisoglebsk im Rahmen des 25-jährigen Bestehens des Deutsch-Russischen Sozial- und Kulturkreises e. V. (DRSK) das JHD. Sehr beeindruckt zeigten sie sich von der Physiotherapie, die ihnen Abteilungsleiterin Ruth Evers vorstellte.

Diese Woche verbringt die zehnköpfige Delegation, angeführt von Elena Agaeva, der Bürgermeisterin von Borisoglebsk, zum Erfahrungs-, Informations- und Kulturaustausch in Delmenhorst. Begleitet wird sie unter anderem von der stellvertretenden Verwaltungsleiterin, der Leiterin des Jugendzentrums und der Leiterin der Musikschule aus der Partnerstadt.

Kraftraum nur in Zusammenarbeit mit einem Trainer nutzbar

Evers brachte den Gästen die Physiotherapie näher und als Übersetzerin diente die Oberärztin Elena Sedelnikov vom Team der Allgemein- und Visceralchirurgie. Gleich neben der Rezeption am Eingang der Station erstreckt sich der Wartebereich, wo Kissen für Patienten mit Rückenbeschwerden bereit liegen.

Nach einem Blick in einen der Behandlungsräume ging es in einen kleinen Kraftraum. Dort seien Patienten aktiv, wenn sie kurz vor der Entlassung von der Station ständen. Patienten, die ambulant behandelt werden, könnten ihn ebenfalls nutzen. Für alle gelte, dass sie sich nur im Beisein eines Trainers an den Geräten betätigen dürften, sagt Ruth Evers.

Wenige Massagen, viel Arbeit

Auf den Massageraum angesprochen, sagte Evers, dass sich die Anzahl der Massagen in Grenzen halte und vielmehr harte Arbeit vom Patienten gefragt sei. Zudem wies sie darauf hin, dass es wichtig sei, die Türen zum Schutz der Patienten schließen zu können. Statt Fango verwenden die Physiotherapeuten aus Gründen der Hygiene und Arbeitssicherheit Warmpackungen, die genauso von der Krankenkasse bezuschusst würden. „Wenn man Fango nicht richtig benutzt, kann man sich sehr leicht verbrennen“, erklärte Evers.

In einem anderen Raum befanden sich fahrbare Bänke, die zusammengeschoben werden können, worauf die Physiotherapeuten  hauptsächlich bei Schmerzklinikpatienten zurückgreifen würden. An der Stelle präsentiere Evers einen sogenannten Schlingentisch, mit dem die Beine oder sogar der gesamte Körper aufgehängt werden könnten. Letzteres sei dann nötig, wenn es sich um Patienten handele, die nicht ins Wasser könnten.

Motorschiene für Bewegung trotz Schmerzen

Zuletzt führte der Weg in einen Gruppenraum, den viele Gruppen aus der Schmerzklinik oder Atmungspatienten aufsuchen würden. Auch zur Einzeltherapie von Patienten, die wieder neu gehen lernen müssen, sei er geeignet. Ein solcher Patient, der sich vor kurzem ein neues Knie einsetzen ließ, war vor Ort. Damit das Knie nicht zu dick werde, erhalte er eine Lymphdrainage.

Zudem absolviere er Einzeltraining und bekomme zweimal täglich für jeweils eine halbe Stunde eine Motorschiene angelegt, was Evers dort an ihm vorführte. Mithilfe der Schiene vollziehe sich eine periphere Anästhesie, also werde der Schmerz im Bein ausgeschaltet, wodurch sich Patienten mehr bewegen und besser auf die Reha vorbereiten könnten. Jeden Tag kontrolliere ein Physiotherapeut und erhöhe bei einer Verbesserung die Leistung an der Schiene.

In der Zwischenzeit kam noch der ärztliche Direktor der Klinik, Dr. med. Frank Starp, dazu, den die Gäste voll des Lobes um einen Austausch der Zahlen und Kapazitäten mit ihrer ortsansässigen Klinik baten. Evers überreichte Agaeva als Geschenk für die Kollegen in Borisoglebsk ein Gerät aus Schweden, das zum Üben des Armhebens nach einem Armbruch dient, und erhielt im Gegenzug Ansichtskarten von Borisoglebsk.

Feier zum Jubiläum im Rathaus

Anschließend besichtigten die Gäste aus Russland noch die Palliativstation und die Kinderklinik, wo sie Dr. Johann Böhmann trafen, der ihnen einige Projekte vorstellte. Geplant sind in dieser Woche noch Besuche der BBS II, des Familienzentrums Villa und der Musikschule sowie ein Rundgang durch die Innenstadt. Morgen, 30. August, feiert der DRSK um 16 Uhr im Rathaus sein 25-jähriges Jubiläum im Beisein der Delegation.

Ferner spielt das Ensemble Kaleidoskop, das aus Lehrkräften der Musikfachschule Borisoglebsk besteht, zwei Konzerte. Zum einen treten sie heute (29. August) ab 19.30 im Kultur- und Seminarhaus in der Astruper Straße 42 in Hatten-Sandkrug auf. Am Samstag, 1. September, bieten sie um 20 Uhr im Rahmen des Museumsfests auf der Nordwolle ihr Können auf.

Bild: Ruth Evers führte der Delegation aus Borisoglebsk einen Schlingentisch vor.



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