Axel Jahnz im Interview

02. 07. 2014 um 15:37:33 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Axel Jahnz (SPD) ist noch amtierender Bürgermeister in Hude, ab November ist er Oberbürgermeister der Stadt Delmenhorst. Auf dem Stadtfest hat Jahnz Deldorado-Verleger Carsten Borgmeier Rede und Antwort gestanden. Hier wichtige Fragen und Antworten:
 

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Herr Jahnz, wenn man fragt: Wo kommst du her, dann sagen die Huder: Aus Hude. In Delmenhorst sagt man eher: Aus der Nähe von Bremen. Wie haben Sie das hingekriegt? Die Huder sind stolz darauf, Huder zu sein. Wie würden Sie es hier anpacken, dass die Delmenhorster auch stolz sind, Delmenhorster zu sein?
Axel Jahnz: Das kann man dadurch erreichen, indem das auch transportiert wird. Hier in Delmenhorst gibt es ganz viele tolle Sachen. Und diese Dinge müssen vielleicht etwa mehr transportiert werden, deutlich gemacht werden. Hier gibt es ganz viele Menschen, die sind fantastisch unterwegs, in den Vereinen. Das Ehrenamt spielt eine ganz große Rolle, auch in meinem Arbeitsweg. Hier gibt es viele schöne Einrichtungen. Oder nehmen wir auch das Stadtfest. Das sind alles Botschaften, die positiv sind. Und die müssen transportiert werden. Es ist für mich kein Problem, jeden Tag etwas Negatives zu sagen, aber es ist auch kein Problem, jeden Tag etwas Positives zu sagen. Da müssen wir zusammenrücken und diese Szene muss man aufbauen. Sie glauben gar nicht, was es ausmacht, wenn Kultur in einer Gemeinde ist. Kulturelles Leben zieht Menschen an wie ein Magnet. Mottos, Stadtfeste oder Treffen, das macht etwa aus. Menschen zusammenbringen, Menschen abholen, das macht mir auch Spaß. Das muss ich auch vorleben. Wenn ich mich nur in meinem Amtszimmer verstecke, dann wird es nichts bezwecken. Wenn ich unterwegs bin und ich zeige, ich bin da, ich habe Respekt und Achtung, ist das das, was die Menschen auch bemerken. Und das ist etwas, das wird in den nächsten Jahren positiv werden.
 
Apropos Amtszimmer: Delmenhorst ist eine größere Stadt als Hude. Wie muss man sich das als Bürger vorstellen: Haben sie in Hude einen IKEA-Tisch und ‘nen Klappstuhl und gibt es hier richtige Ledersessel? Ist ihr Amtszimmer größer als in Hude, haben Sie hier mehr Personal? Wie verändert sich das, wenn Oberbürgermeister Axel Jahnz am 1. November antritt?
Mein Büro kenne ich noch nicht…
 
Waren Sie da noch nie drin?
Ich kenne das Zimmer. Aber ob es mein Büro wird, wird hier noch besprochen. Ich sage nur eins: Ich möchte ein helles Büro, ich möchte ein einladendes Büro, das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Ich brauche kein feudales Büro, ich möchte aber ein Büro, bei dem die Gäste das Gefühl haben, sie sind willkommen. Und genau das ist die erste Botschaft, die ich rausgebe.
 
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Sie waren 16 Jahre Bürgermeister in Hude, nennen Sie doch mal ein paar Dinge, von denen Sie denken, das war meine Handschrift, das habe ich verbessert. Sie haben die Kultur angesprochen: Wie haben Sie die Kultur da gefördert?
Da kann ich Ihnen eine ganz kurze Antwort zu geben. Das Ehrenamt haben wir bereits beschrieben. Und wir haben öffentliche Einrichtungen. Wenn es von Ehrenamtlichen öffentliche Veranstaltungen gegeben hat, habe ich diesen Veranstaltungen kein Geld abgenommen.
 
Das heißt, in die Markthalle dürften solche Gruppierungen auch umsonst rein?
Warum denn nicht, das wurde ja auch diskutiert hier. Die Markthalle kann auch wesentlich öfter geöffnet werden und das Ehrenamt ist unterwegs. Und wenn das Ehrenamt unterwegs ist, wird man mit mir künftig darüber diskutieren müssen, ob es gegen Entgelt sein muss, denn warum soll ich den Menschen, die etwas ehrenamtlich für unsere Stadt tun, das Geld aus der Tasche ziehen?
 
Wenn wir noch einmal auf Hude zurückkommen: Welche Projekte haben wir noch angepackt in Hude, von deren Erfahrung wir hier in Delmenhorst profitieren können?
Also, einen Zughalt haben wir hier (schmunzelt), wir haben aber auch andere Themen, die werden bereits angepackt, zum Beispiel Lärmschutz an der Schiene. Wohnqualität ist etwas ganz Wichtiges, also eine gewisse Infrastruktur anzubieten, Familienfreundlichkeit spielt dabei eine große Rolle. Barrierefreiheit in
den Geschäften muss erreicht werden. Die ist übrigens auch in Hude noch nicht vollständig gegeben. Es muss eine freundliche und auflebende Stadt sein…
 
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Was finden Sie in Delmenhorst nicht so gelungen, nicht so freundlich, was Sie gern als erstes ändern würden?

Das ist der gesamte Wollepark, wie es dort aussieht, die vielen Leerstände. Man muss nur mal nachts im Dunkeln durchfahren, dann sieht man, welche Wohnung noch bewohnt ist. Dort gibt es unheimlich viele Leerstände.
Was kann man da machen? Es gehört ja privaten Investoren, wie wollen Sie denen vorschreiben etwa zu ändern?
Wir wissen ja anhand eines Beispiels, dass ein Haus dort abgerissen werden muss. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man diese Leerstände über lange Zeit noch aushalten kann. Das ist ja kein Wirtschaftsfaktor, das ist ja überhaupt keine Wohnqualität. Wenn wir über die Innenstadt sprechen: die Leerstände, da muss man sich unterhalten: Ist es überhaupt möglich, alle Geschäfte wieder als Geschäft zu besetzen. Das muss man mal realistisch sehen. Oder schafft man Wohneinheiten. Gerade durch den demografischen Wandel ist das etwa sehr Wichtiges. Oder auch die Inklusion oder auch die Schullandschaft.
 
Ihr erster Arbeitstag ist der 1. November. Was ist das erste, was Sie als Oberbürgermeister am 1. Tag machen werden? Apropos wann fangen Sie an zu arbeiten, um 6 Uhr, um 7 Uhr, um 12, wann fangen Sie an?
Ich fange so gegen 8 Uhr an und dann werden die ersten Gespräche stattfinden. Wobei: Ich führe auch jetzt schon sehr viele Gespräche. Das erste, das ich machen werde, ist, mich mit meinem neuen Sekretariat mich zu unterhalten und die Tagesabläufe zu besprechen, und das ist etwas , was mir auch viel Spaß macht. Dann geht’s los, die weiteren Stellen aufzusuchen zum Kennenlernen, eine Personalversammlung habe ich vor einzuberufen. Es gibt genügend in Delmenhorst zu tun, aber das Allerwichtigste ist loszulegen und Vertrauen zu schaffen.
 
Behalten Sie eigentlich ihre Sekretärin oder bringen Sie komplett ihre neue Mannschaft mit?
Ich werde meine Sekretärin behalten, damit auch das klar zum Ausdruck kommt. Wir haben auch schon die ersten Gespräche geführt. Das Vertrauen habe ich und das hat sie umgekehrt auch.
 
Das heißt, sie bringen nicht Ihre neue Mannschaft mit, sondern Sie bauen auf die Leute, die da sind.
Ein ganz klares Ja.
 




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