Stadtverwaltung durchleuchtet – Erste Verbesserungsvorschläge präsentiert

15. 06. 2018 um 10:57:07 Uhr | DelmeNews-Redaktion
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
fotoboxen-bremen.de

Ob die Stadtverwaltung zu groß oder klein ist, hat die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) für die Stadt untersucht. Gestern (14. Juni) präsentierte sie das vorläufige Ergebnis dem Stadtrat. Und stellte erste Verbesserungsvorschläge in den Raum.
 
Dass noch keine politische Entscheidungen anstünden, stellte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) gleich zu Beginn der Präsentation für die Ratsmitglieder klar: “Es geht heute darum, sie zu informieren.” Während der kommenden Wochen sollen die Ratsherren und -frauen in Ruhe die umfangreichen Ergebnisse studieren und ihre Schlüsse ziehen können.
 

Umfangreiche Untersuchungen

Die Ergebnisse wurden von Stephanie Vogel und Klaudia Wergen von der KGSt präsentiert. “Wir versuchen, eine objektive, neutrale Rolle einzunehmen”, erklärte Vogel über ihre Herangehensweise. Dann gab sie einen Überblick über ihre bisherige Arbeit. Und die fiel umfangreich aus. Um zu ermitteln, wie breit die Verwaltung aufgestellt ist, wurden unter anderem Interviews mit allen Führungskräften und Workshops mit allen Mitarbeitern durchgeführt. Auch die technische Ausstattung kam unter die Lupe, um eine Frage zu klären: “Wie effizient ist die Verwaltung?”
 
“Sie hatten bis 2014 eine intensive Konsolidierung”, hielt Wergen fest. Dann seien verschiedene Sparmaßnahmen zurückgenommen worden. Schade sei, dass es keine gesamtstädtische Abstimmung in diesem Punkt gegeben habe, sondern Maßnahmen von einzelnen Fachbereichen überlegt worden seien. Dies sollte künftig bereichsübergreifend erfolgen.
 

Übergeordnete Strategie fehlt

Schließlich stellte Vogel mehrere Handlungsempfehlungen für die Stadt vor. So sollten Fachkonzepte nicht nur erstellt, sondern auch entschieden werden, ob diese umgesetzt werden. Viele Fachkonzepte würden zudem nicht fachbereichsübergreifend abgestimmt. Auch das “Integrierte Stadtentwicklungskonzept”, kurz Isek, könnte konsequent verankert und zum Beispiel bei den Haushaltsberatungen berücksichtigt werden. Letztlich sollte die Stadt eine übergeordnete Strategie entwickeln und sich daran orientieren.
 
Die Expertinnen rieten auch dazu, dass die Stadt weiter wachsen solle. Das würde die Einnahmen erhöhen. Die Wohnungsmarktstrategie und Erschließung neuer Baugebiete setzten Vogel und Wergen daher als oberste Priorität an. Mit viel grün, guten Verkehrsanbindungen und allen Schulformen vor Ort sei Delmenhorst gut aufgestellt. Auch die vielen Fachärzte und das Krankenhaus seien Standortvorteile.
 
Zu den weiteren Empfehlungen gehörten unter anderem eine stärkere Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Stadt, eine Stärkung des Gesundheitsstandortes und eine Fortschreibung des Kulturentwicklungsplanes von 2012.
 

Politik sieht Empfehlungen mit gemischten Gefühlen

Dass nicht alle Ratsherren und -frauen den Empfehlungen so folgen wollten, wurde nach deren Präsentation deutlich. “Einiges, was sie gesagt haben, läuft schon wunderbar in der Stadt”, fand etwa Peter Stemmler (UAD). Während er grundsätzlich auf eine schnelle Erschließung neuen Baulandes hoffte, seien der Verwaltung im geplanten Baugebiet Langenwisch Fehler unterlaufen. Dort wurde ein Stück einer geschützten Wallhecke für Bodenuntersuchungen gerodet.
 
Die Wohnbebauung als zentrales Thema auszuweisen, fand Andreas Neugebauer (Piraten) mutig. Er ergänzte aber: “Ich sehe das nicht so.” Zumal das Flächenangebot in der Stadt auch begrenzt sei. Dem schloss sich Marianne Huismann (Grüne) an. Thomas Kuhnke (Freie Wähler) mahnte, dass ein Bevölkerungszuwachs nicht nur Einnahmen brächte. Neue Kosten, darunter für Kindergärten, kämen dann auf die Stadt zu. Edith Belz (Linke) stellte die Lebensqualität vor die Anzahl an Wohnungen.
 

Wöhler verteidigt Stadtwachstum

Dagegen verteidigte Frauke Wöhler (CDU) den Ansatz der KGSt: “Wohnbebauung steigert die Attraktivität der Stadt.” Damit ließen sich auch Leute aus Bremen nach Delmenhorst holen. “Wir müssen die Stadt attraktiver machen”, fand Gerhard Berger (SPD). Eva Sassen (Bürgerforum) vermisste den Punkt Tourismus in der Präsentation. Immerhin brächten Besucher von außen auch neue Impulse.
 
Die endgültigen Ergebnisse der KGSt-Strukturuntersuchung sollen im August vorliegen.
 
Foto oben: Klaudia Wergen präsentiere mit ihrer Kollegin die vorläufigen Ergebnisse der Studie.
 
Foto unten: Der Stadtrat nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Im Vordergrund sind (v.l.) Kristof Ogonovski, Michael Adam, Frauke Wöhler und Jürgen Waßer (alle CDU) zu sehen.
 

 



Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung



Kommentar schreiben




Ihre Kommentare