Zum Schulstart: Elterntaxis und Baustellen

Am 13. August beginnt in Niedersachsen wieder die Schule, zwei Tage später werden die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler eingeschult. Damit nimmt auch der morgendliche Autoverkehr vor den Delmenhorster Schulen wieder deutlich zu.

Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, weil sie den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad als nicht sicher genug empfinden. Die höhere Verkehrsdichte kann jedoch zu unübersichtlichen Situationen führen – insbesondere dann, wenn einzelne Fahrzeuge verbotswidrig halten, wenden oder Geh- und Radwege blockieren. „Unser Ziel darf nicht sein, Eltern pauschal Vorwürfe zu machen. Wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringt und beim Aussteigen umsichtig, rücksichtsvoll und regelkonform handelt, gefährdet niemanden“, erklärt Michael Broßmann von der Delmenhorster Liste. „Gerade Baustellen und wechselnde Verkehrsführungen können die Sorge um einen sicheren Schulweg zusätzlich verstärken. Gleichzeitig müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kinder wieder selbstverständlich und sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen können.“

Baustelle Syker Straße betrifft Schulwege

Wie aktuell das Thema ist, zeigt die Baustelle an der Syker Straße: Der Baustellenbereich wandert im Verlauf der Arbeiten weiter und die Verkehrsführung verändert sich. Für Schülerinnen und Schüler können sich gewohnte Wege, Querungsstellen und Verkehrssituationen verändern. Umleitungsverkehr kann außerdem zusätzliche Belastungen in angrenzenden Straßen verursachen. Davon betroffen sind auch Schulwege zur IGS am Pestalozziweg und zum Realschulstandort an der Lilienstraße.

„Die Baustelle an der Syker Straße zeigt, dass ein Schulwegplan kein Dokument sein darf, das einmal erstellt und dann jahrelang unverändert abgelegt wird“, betont Broßmann. „Wenn eine Baustelle wandert und sich Verkehrsströme verlagern, müssen sichere Wege neu bewertet und die Familien rechtzeitig informiert werden.“ Aktuelle Informationen über sichere Wege, Baustellen und vorübergehende Gefahrenstellen sollten den Schulen, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern leicht zugänglich zur Verfügung stehen.

Schüler beteiligen

Eine konkrete Möglichkeit wäre die Einrichtung schulischer Arbeitsgemeinschaften. Darin könnten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern ihre täglichen Schulwege untersuchen. Sie könnten dokumentieren, wo Radwege enden, sichere Querungen fehlen, parkende Fahrzeuge die Sicht versperren oder Geh- und Radwege schlecht befahrbar sind. Die Ergebnisse könnten unmittelbar in die Aktualisierung der Schulwegpläne und in einen städtischen Maßnahmenkatalog einfließen. Gleichzeitig würden sich die Kinder und Jugendlichen praktisch mit Verkehrssicherheit, nachhaltiger Mobilität und ihrem eigenen Lebensumfeld beschäftigen.

„Kinder und Jugendliche kennen ihre täglichen Wege sehr genau“, so Broßmann. „Wer sichere Schulwege entwickeln will, sollte nicht nur über sie sprechen, sondern sie beteiligen. Ihre Erfahrungen können der Stadt konkrete Hinweise geben, an welchen Stellen zuerst gehandelt werden muss.“ Er fasst zusammen: „Zum Schulstart wird wieder sichtbar, wo die Probleme liegen. „Statt jedes Jahr nur über Elterntaxis zu diskutieren, sollten wir die Ursachen angehen!“

 

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