WHO hält Delmenhorst für eine sichere Stadt – Unfall- und Verletzungsprävention sind ausgezeichnet

27. 09. 2019 um 12:55:35 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Delmenhorst hat sich als bisher einzige Stadt in ganz Deutschland den Titel „Safe Community“ gesichert. Er wurde der Stadt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2011 und 2017 verliehen. Ausgezeichnet werden damit in Bezug auf ihre Unfall- und Verletzungsprävention sichere Städte. In der dreiteiligen Reihe „Delmenhorst als Vorreiter in Sachen Unfallprävention“ informiert die Stadtverwaltung darüber. Der erste Teil zeigt die Entwicklung der Delmenhorster Unfallprävention auf.
 
Im Jahr 1998 liege der Ursprung der Delmenhorster „Safe Community“ begründet. Zu jener Zeit erfolgte die Gründung des Vereins „Gesundheit im Kindesalter“ (GiK) durch den damaligen Chefarzt der städtischen Kinderklinik, Dr. Johann Böhmann. Verfolgt worden sei damit das Ziel, Netzwerke für mehr aktive und passive Sicherheit von Kindern in Kindertagesstätten und Schule zu bilden. Daraus ging der „Runde Tisch für Unfallprävention im Kindesalter“ mit rund 20 bis 30 Institutionen hervor.
 

Netzwerkbildung folgte als Reaktion auf alarmierende Unfallstatistiken

Unfallstatistiken, die damals veröffentlicht wurden, seien besorgniserregend gewesen. 15 Prozent der Kinder in Deutschland würden demnach pro Jahr wenigstens eine behandlungsbedürftige Verletzung erleiden. Einer wissenschaftlichen Studie von Dr. Böhmann zufolge seien ab dem Alter von einem Lebensjahr Verletzungen die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Netzwerk zur Bündelung, Koordinierung und Entwicklung der Gesundheitsförderung ins Leben gerufen. Der Runde Tisch sollte unter der Schirmherrschaft der Stadtverwaltung die Unfallprävention und Gesundheitsförderung innerhalb von kommunalen Behörden und Institutionen aufbauen und aufeinander abstimmen.

Zunächst widmete sich ein Arbeitsschwerpunkt der Sicherheit auf öffentlichen Spielplätzen.Allerdings habe eine Analyse der Unfalldaten ergeben, dass auf Spielplätzen keine besondere Unfallhäufung festzustellen gewesen sei, übrigens ganz im Gegensatz zum häuslichen Bereich. Im Anschluss verlagerte der Runde Tisch seine Schwerpunkte und kümmerte sich intensiver um die Bewegungsförderung.
 

Idee der Bewerbung bei der WHO reicht bis 2006 zurück

Mitunter wurde das Projekt „Kinderwelt ist Bewegungswelt“ für Kinder, denen Schul- und Leistungssport wenig Entfaltungsmöglichkeiten gewähren, auf die Beine gestellt. 2006 traf der Runde Tisch mit Unterstützung des Stadtrates die Entscheidung, sich um die Aufnahme in das bei der WHO angesiedelte internationale Netzwerk „Safe Community“ zu bewerben.

Damit ging eine Neuausrichtung des lokalen Netzwerkes einher, sodass laufende Projekte nach einer unterzogenen Prüfung entweder gebündelt und erweitert wurden. Für die Anerkennung als „Safe Community“ würden sehr hohe WHO-Kriterien gelten. Beispielsweise sei eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe erforderlich, die für die Unfallprävention in der Kommune die Verantwortung trage.

Alle kommunalen Ebenen müssten bei der Lösung der Unfallproblematik eingebunden werden. Hauptaugenmerk werde auf die Umsetzung besonders langfristig angelegter, nachhaltig wirkender Präventionsprogramme gelegt. Diese sollten nach der Lebenswelt ausgerichtet sein, sämtliche Geschlechter und Entwicklungsstufen berücksichtigen und vor allem auf Hochrisiko-Gruppen, wie zum Beispiel Kleinstkinder, Menschen mit Migrationshintergrund und Senioren, zugeschnitten sein.
 

Delmenhorst führt den Titel seit 2011

Obendrein setze die WHO voraus, dass Kinderunfälle kontinuierlich registriert und analysiert werden sowie im Idealfall die Möglichkeit zu haben, die Erfolge zu kontrollieren. Aus diesem Grund arbeite eine Arbeitsgemeinschaft des Runden Tisches weiterhin an der europäischen Datenbank Injury Database (IDB) mit.

Sowohl die genannten als auch weitere Bewerbungskriterien erfüllte der Runde Tisch Unfallprävention einwandfrei. Entsprechend erhielt Delmenhorst 2011 die Plakette „Safe Community“ vom schwedischen Karolinska-Institut (KI), einer der größten und renommiertesten medizinischen Universitäten Europas, für fünf Jahre. Zuletzt bewarb sich die Stadt 2017 erneut erfolgreich um das WHO-Prädikat.
 

Lenkungsgruppe ist für Aktivitäten zuständig

Inzwischen ist der Runde Tisch Unfallprävention in den Kommunalen Präventionsrat (KPR) eingegliedert. Neben ihm seien die im Netzwerk organisierten Einrichtungen und Institutionen mit ihren sechs Arbeitsgruppen für die Verwirklichung der WHO-Kriterien verantwortlich.

Zu den Arbeitsgruppen gehören die Bewegungsförderung, häusliche Sicherheit, bauliche Umwelt und der Verkehr, das Unfall-Monitoring, die Sozialpsychiatrie sowie Seniorinnen und Senioren. „Safe Community“ spanne einen Bogen um alle diese Aktivitäten. Die Tätigkeiten der „Safe Community“ würden von einer Lenkungsgruppe gesteuert.

Sie bestehe aus dem Oberbürgermeister, Bürgermeister, den Fachbereichsleitungen Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr sowie Jugend, Familie, Senioren und Soziales, dem GiK-Vorsitzenden sowie Dr. Böhmann und der Leitung des Runden Tischs. Im zweiten Teil der Reihe sollen Überschneidungen von absichtlichen und unabsichtlichen Verletzungen zur Sprache kommen, während sich der dritte Teil mit Praxisbeispielen befasst.
 
Bild: Delmenhorst führt den Titel „Safe Community“ der WHO. In drei Teilen erklärt die Stadtverwaltung die Hintergründe.



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