Weshalb das Mammographie-Screening dringend einen festen Standort in Delmenhorst braucht

Bei der Mammographie geht es um ein höchst ernstes und sensibles Thema. Auf der einen Seite stehen die gesetzlich festgelegten Untersuchungsangebote in zweijährigen Intervallen; andererseits gibt es auch potenzielle Akutfälle, bei denen die betroffenen Frauen keinesfalls lange Zeit auf eine Brustkrebsuntersuchung warten können. Umso wichtiger ist die regionale Verfügbarkeit des Mammographie-Screenings ohne lange Wege unmittelbar vor Ort in Delmenhorst. Doch es hakt selbst mit dem sogenannten Mammo-Mobil.

Das Mobil konnte in 2025 nur für einen Monat am Delme Klinikum stehen und nicht – wie sonst – für zwei bis drei Monate an den Graftwiesen. Aus internen Quellen wird als Hintergrund benannt, dass bestimmte Nutzungsbedingungen im Vorfeld offenbar nicht mit der Stadt abgestimmt wurden. Am Delme Klinikum als Ausweichstandort soll ebenfalls kein längerer Aufenthalt möglich gewesen sein, sodass das Mobil in diesem Jahr insgesamt nur sehr eingeschränkt in Delmenhorst zur Verfügung stand. In der Folge mussten viele Frauen auf andere Standorte ausweichen. Besserung sei in absehbarer Zeit weiterhin nicht in Sicht. Das Mobil folge einem festen Plan und werde nach aktuellem Stand erst wieder im Dezember 2026 in Delmenhorst sein, dann wieder im Sommer 2027.

Dabei ist das Thema äußerst sensibel, aber nicht minder dringlich. Derzeit muss es darum gehen, Missstände zu identifizieren und mit Bedacht zu versorgungssichernden Lösungen zu gelangen. Rückblickend lasse sich die aktuelle Situation nicht mehr ändern. Sicherlich hilfreich wäre es, wenn die Kommunikation zwischen den beteiligten Stellen frühzeitig und abgestimmt erfolgen könnte, um längere Standzeiten in Delmenhorst zu gewährleisten. Ebenso wird es als sinnvoll bezeichnet, seitens der Politik zu unterstreichen, wie sinnvoll eine möglichst vollständige Nutzung der Standzeit für den Standort Delmenhorst ist.

Dabei ist die Zeit kostbar, je frühzeitiger die Erkrankung diagnostiziert wird, desto wahrscheinlicher die Aussicht auf Heilung oder zumindest darauf, dass sie nicht weiter fortschreitet. Jeder Tag zählt. Die gesetzliche Vorsorge für die Mammographie in Deutschland richtet sich an Frauen zwischen 50 und 75 Jahren. Alle zwei Jahre haben sie Anspruch auf diese qualitätsgesicherte Röntgenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Doch um das überhaupt personell und mit den geeigneten Geräten leisten zu können, steht die Forderung im Raum, Delmenhorst wieder offiziell zum Standort für das Mammographie-Screening zu machen.

Erst kürzlich hatte Bürgermeister Murat Kalmis – wie berichtet – moniert, dass der bisherige Mammographie-Standort von Delmenhorst nach Oldenburg verlegt wurde und die Verlagerung die Bürgerinnen vor Ort erheblich benachteiligt. Nahe liegt, dass wenige Monate in zweijährigen Intervallen für eine Stadt der Größenordnung von Delmenhorst nicht ausreichen können. Auch deshalb, da etwa für mobilitätseingeschränkte Frauen die Wege nach Oldenburg nicht zumutbar sind.

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