Werkhof des Jobcenters erfolgreich gestartet – Projekt versorgt sich größtenteils selbst

11. 09. 2018 um 12:53:45 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bekommen ist eine schwierige Herausforderung für das Jobcenter. Daher gibt es verschiedene Projekte, die Kunden der Behörde wieder auf die Teilhabe am Berufsleben vorbereiten. In Delmenhorst gehört dazu seit einem halben Jahr der Werkhof. Für das Jobcenter Delmenhorst ist das ein Grund, um heute (12. September) schon ein erstes Fazit zu ziehen.
 
Vier Bereiche umfasst der Werkhof, der aus einer Halle und einem Garten dahinter besteht. Der Garten ist einer davon. Da der Boden eine Schotterschicht beinhaltet, stehen dort Hochbeete in Holzkästen mit Bohnen, Rucola und anderen Gemüsesorten. Daraus wird in der Hauswirtschaft täglich eine warme Mahlzeit für die Teilnehmer gekocht. In der Holzwerkstatt entstehen die Holzrahmen der Hochbeete ebenso wie Pflanztische und ähnliche Produkte. Die Textilwerkstatt schließlich näht Textilien.
 

Zuverdienst für Teilnehmer

Einer der 25 Jobcenter-Kunden, die am Projekt teilnehmen, ist Norbert Rosenberg. Der 62-Jährige arbeitet im Garten des Grundstücks. Für ihn ist es nach längerer Pause wieder eine regelmäßige Arbeit, der er nachgehen kann. Er hofft, dadurch selbst Tipps für seinen Schrebergarten zu bekommen.
 
Dass er während oder nach der Maßnahme in die freie Wirtschaft wechseln kann, glaubt er weniger: “Alte Leute möchte keine Firma haben.” Gefragt seien weiterhin junge Bewerber, so seine Erfahrung. “Dafür mache ich hier was gutes”, findet er. Zudem kann er so etwa 250 Euro im Monat zu seinen Bezügen vom Jobcenter dazu verdienen.
 

Jobcenter: Chancen auf Arbeitsmarkt gut

Marion Denkmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Delmenhorst, zeigt sich optimistischer, was die Chancen der Teilnehmer betrifft, wieder eine reguläre Arbeit zu finden. Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte sei aktuell leer gefegt, und auch Helfer hätten gute Chancen auf eine Anstellung. Und dafür sei die praxisnahe Arbeit im Werkhof ein guter Ansatz. Nicht nur ein geregelter Tagesablauf und der Umgang mit Kollegen könnten wieder erlernt werden. Auch neues Selbstwertgefühl bekämen die Teilnehmer, wenn sie sehen, dass sie sich einbringen können.
 

Teilnehmer haben Halle selbst eingerichtet

Für Denkmann war die Realisierung der Idee für den Werkhof mit viel Arbeit verbunden. Vor gut einem Jahr wurde der Verein Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen (LEB) mit ins Boot geholt. Schließlich fand sich die leerstehende Halle am Brendelweg als Standort. Dort wurde vorher ein Bus für das Nordwolle-Museum restauriert, dann stand sie leer. Im Mai begann dort das Projekt.
 
Für Einrichtungsleiter Wilhelm Albers von der LEB gab es viel zu tun. Halle und Grundstück dahinter waren leer. Zusammen mit den Teilnehmern wurde die Einrichtung größtenteils selbst hergestellt. Dazu gehören die Möbel. “Alles was sie sehen, ist von den Teilnehmern gebaut worden”, hebt Albers bei einem Rundgang stolz hervor. Auch eine neue Küche kam in die Halle, die etwa 250 Quadratmeter umfasst. Ganz fertig ist die noch nicht, es bleibt also noch was zu tun.
 

Nistkästen und Insektenhotels hergestellt

“Die Teilnehmer sollen erfahren, dass ihre Arbeit Sinn macht”, erklärt Albers. Dabei helfen sie sich nicht nur gegenseitig, sondern stellen auch gemeinnützig verschiedene Güter her. So dienen Nistkästen und Insektenhotels Tierarten als Unterkünfte, während selbst gestrickte Wintersachen an die Wohnungslosenhilfe in Delmenhorst gehen. Auf dem freien Markt können die Produkte nicht verkauft werden. Das würde gegen die Vorschriften für solche Projekte beim Jobcenter verstoßen.
 
Bewilligt ist das Projekt erstmal für zwei Jahre. Die Teilnehmer sollen ein Jahr dabei bleiben und dann wechseln. Es gibt laut Denkmann bereits zahlreiche Anwärter auf der Nachrückliste. Albers findet, seine Gruppe sei zufrieden mit der Maßnahme. Fast alle seien immer pünktlich, abgesprungen sei auch noch keiner.
 
Foto oben: Norbert Rosenberg arbeitet im Garten des Werkhofes.
 
Foto unten: Nistkästen und Insektenhotels stellt der Werkhof gemeinnützig für den Nabu her.
 

 



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