Wenn Bürgerwille auf Behörde trifft – Infoveranstaltung zum dritten Gymnasium in Delmenhorst-Iprump

Am Mittwochnachmittag hatte die Delmenhorster Stadtverwaltung in der Grundschule Iprump interessierte Anwohner eingeladen, um sie über das Vorgehen beim Bau für das geplante dritte Gymnasium in ihrer Nachbarschaft zu informieren.

Die Stadtverwaltung hatte einiges an Personal für diesen Nachmittag in der Grundschule Iprump aufgefahren, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Neben den Nummern 2 und 3 der Stadtspitze, Erster Stadtrat Markus Pragal und Stadtbaurat Theo Dworak, waren unter anderem auch Olaf Meyer-Helfers, der Fachbereichsleiter für Gebäudemanagement, Stefan Lehmann, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung oder unter anderem auch Patrick Kolbe, Leiter des Fachdienstes Schule und Sport, vor Ort.

Das Info-Treffen war zustande gekommen, nachdem sich eine neugegründete Bürgerinitiative aus Iprump an die Verwaltung gewendet hatte und ihre argen Bedenken gegen die neue Schule am Standort Iprump vorgetragen hatte. Nach einleitenden Worten des Ersten Stadtrats Markus Pragal stellte die Verwaltung am Mittwoch dar, welche anderen Standorte es im Vorfeld zur weiteren Auswahl gegeben hatte und warum die Wahl auf den Standort Iprump fiel.

Besonders der Standort „Försterhof“, am Brendelweg neben der Kita Moorkamp gelegen, sorgte bei den Bürgern für Interesse. Der Standort sei deswegen nicht passend, weil er für die – ebenfalls in Zukunft noch zu bauende Förderschule GE – vorgesehen sei, hieß es seitens der Verwaltung. Da dort auch ein Verkehrsübungsplatz für die Schüler sowie auch noch eine weitere Kita realisiert werden soll, komme der Standort für das Gymnasium nicht in Frage.

„Stehen ganz am Anfang“

In Bezug auf die Planung in Iprump betonten die Verwaltungsmitarbeiter mehrfach, dass es gerade erst losgehe. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagte etwa Stadtbaurat Theo Dworak in Bezug auf die Planung. Die städtischen Vertreter erläuterten anhand einer Folie die verschiedenen Schritte. Als nächster Step kommt der Aufstellungsbeschluss, der vom Stadtrat im September beschlossen werden soll. Dann – sofern es keine Umentscheidung innerhalb der Fraktionen gibt –, geht das Verfahren weiter.

Claus Hübscher von der FDP ermunterte die Bürger, dafür zu sorgen, den Ratsbeschluss doch noch rückgängig zu machen: „Es kommt auf Sie an, die Mehrheit zu kippen“, so Hübscher in Bezug auf das Meinungsbild in den Fraktionen. Aktuell sieht es allerdings so aus, als würde die Mehrheit von CDU, FDP (gespaltenes Votum) und Grünen halten.

Im Planverfahren folgen in weiteren Schritten u. a. Gutachten, die Prüfung von Naturschutz- und Immissionsschutzbelangen, die Beteiligung der Öffentlichkeit, die Auswertung von Anregungen und weitere Gutachten. Der Einwand von Ratsherr Uwe Dähne von den Grünen, die Stadtverwaltung hätte früher mit den Anwohnern sprechen müssen, brachte ihm keinen Applaus – und Widerspruch von Stefan Lehmann. Früher wäre es nicht gegangen, so Lehmann.

Die Stadtverwaltung erläuterte die Schritte eines Bebauungsplanverfahrens. Aktuell steht das Verfahren oben links – beim ersten von insgesamt zehn Schritten.

Verkehr wird berücksichtigt

Mehrfach  betonten die städtischen Vertreter, dass die verkehrliche Situation durch externe Gutachter im Rahmen des Verfahrens geprüft werde. Sollte es sich herausstellen, dass die Experten zu dem Ergebnis kommen, dass die Realisierung der Schule verkehrlich an der Stelle nicht möglich sei, werde man sich an diese Empfehlung halten. Was wiederum für Skepsis bei den Anwohnern sorgte, ob eine entsprechende Empfehlung tatsächlich von Verwaltung und Rat berücksichtigt werde.

Gymnasium ohne Oberstufe – Entwicklungspotenzial

Dass die neue Schule nur bis zur 10. Klasse führe und keine Oberstufe biete, wollte Patrick Kolbe nicht als Nachteil verstanden wissen. „Ich öffne mich als Schule, die Schule kann sich ein Profil geben“, so Kolbe. So sei es zum Beispiel möglich, dass sich die Einrichtung eine technische oder wirtschaftliche Ausrichtung gebe und die Schüler ihre Oberstufenzeit auf den berufsbildenden Schulen I und II absolvieren.

Mehr als zwei Stunden lang diskutierten Bürger und Verwaltung und drehten sich thematisch mitunter auch im Kreis. Allerdings dürfte es ohnehin nicht das letzte Aufeinandertreffen der Bürger und der Verwaltungsmitarbeiter in dieser Angelegenheit gewesen sein.

 

Bild ganz oben: Mehr als zwei Stunden lang informierte die Stadtverwaltung – im Bild spricht Erster Stadtrat Markus Pragal – die Bürger über das weitere Vorgehen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert