Verkehrsunfallstatistik 2024 der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch
Zwar sind die Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der hiesigen Polizeiinspektion gesunken und auch die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, auffällig ist jedoch das Plus an schwer verletzten Personen. Positiv zu bewerten ist, dass auch in diesem Jahr kein Kind im Alter bis 14 Jahren im Straßenverkehr tödlich verunglückte.
Die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle im Inspektionsbereich liegt mit 7.764 leicht unter dem Vorjahreswert, was einem Rückgang von rund 1,8 Prozent entspricht. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge lag hier zum Jahresende bei 284.802 und ist somit moderat angestiegen. Das bedeutet, dass sich die Verkehrsdichte nur marginal verändert hat.
Die häufigsten Ursachen für die Verkehrsunfälle lagen wie auch in den Vorjahren im Bereich der fehlerhaften Fahrmanöver beim Rückwärtsfahren und Wenden, bei Abstandsverstößen, bei nicht angepasster Geschwindigkeit sowie beim Missachten der Vorfahrt.
Unfälle mit Personenschäden
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen ist mit 1.277 erneut angestiegen. Besonders hervorzuheben ist der deutliche Anstieg der schwer verletzten Beteiligten auf 257 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 217 schwer verletzte Personen registriert wurden, ergibt sich ein Anstieg um rund 18 Prozent. Im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind 23 Verkehrsteilnehmer, was zwar einem Rückgang im Vergleich zu den 27 Todesopfern des Vorjahres entspricht, jedoch immer noch einen hohen Wert im längerfristigen Vergleich darstellt.
Wie bereits im Vorjahr wurde auch im Jahr 2024 kein Kind im Alter von 0 bis 14 Jahren tödlich verletzt. Die Zahl der schwer verletzten Kinder hat sich jedoch mit 18 deutlich erhöht. Damit liegt der Wert auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 2017 registriert wurde. Die Anzahl der sogenannten Schulwegunfälle betrug 54, hier ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit Kindern lagen im vergangenen Jahr in der falschen Benutzung der Straße (z.B. Gehweg / Radweg), Fehler beim Einfahren in den fließenden
Verkehr und Missachtung der Vorfahrtsregelung.
Fahranfänger und Senioren
Im vergangenen Jahr verunglückten fünf Personen aus der Risikogruppe der jungen Fahrerinnen und Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren tödlich. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gestiegen. Insgesamt wurden 32 Menschen aus dieser Altersgruppe schwer verletzt, im Jahr zuvor waren es 23. Die häufigsten Ursachen für diese Verkehrsunfälle waren nicht angepasste Geschwindigkeit, ungenügender Sicherheitsabstand sowie die Missachtung von Vorfahrtsregelungen.
Auch die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Seniorinnen und Senioren ist leicht angestiegen: 1518 solcher Unfälle wurden registriert. Besonders tragisch ist, dass elf Menschen dieser Altersgruppe bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen und somit drei Verunglückte mehr als 2023. Zudem wurden 58 Senioren schwer verletzt, auch dies stellt einen Anstieg dar. Die Hauptursachen für Unfälle mit älteren Menschen lagen im Bereich Wenden und Rückwärtsfahren, beim Nichteinhalten des erforderlichen Sicherheitsabstandes und bei Nichtbeachten der vorfahrtregelnden Verkehrszeichen. Altersbedingte
Einschränkungen in der Wahrnehmung und Reaktion spielen hier oftmals eine nicht zu vernachlässigende Rolle.
Fahrradfahrer und Motorräder
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 462 Verkehrsunfälle mit Radfahrerinnen und Radfahrern polizeilich aufgenommen. Dies entspricht einer Steigerung um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter den 462 beteiligten Personen wurden 57 schwer verletzt, was im Vergleich zum Vorjahr mit 46 schwer verletzten Personen eine deutliche Zunahme darstellt. Eine Person kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Nach wie vor ereignen sich viele Verkehrsunfälle unter Beteiligung der sog. Pedelecs. Die Geschwindigkeit und das Fahrverhalten mit diesen Fahrzeugen stellen viele Verkehrsteilnehmer vor neue Herausforderungen.
Die Zahl der an Verkehrsunfällen beteiligten Motorradfahrer ist leicht rückläufig. Im Jahr 2024 wurden 173 beteiligte Personen registriert, was einem Rückgang um 6 Prozent entspricht. Die Anzahl der schwer verletzten Personen blieb mit 33 stabil, während drei Motorradfahrer tödlich verunglückten. Im Vorjahr waren zwei Todesopfer zu beklagen.
Alkohol und Drogen
Im Jahr 2024 wurden 125 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss polizeilich aufgenommen. Damit bleibt die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Eine deutlich andere Entwicklung zeigt sich im Bereich der Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente. Hier wurden insgesamt 22 Verkehrsunfälle festgestellt – ein Rückgang um 39 Prozent gegenüber den 36 Fällen des Vorjahres.
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ist auch im Jahr 2024 gestiegen. Insgesamt wurden 1.641 Fälle registriert, was gegenüber dem Vorjahr mit 1.597 eine Zunahme bedeutet. In 92 Fällen war eine verletzte Person beteiligt. Auch wenn die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten mit Personenschaden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen ist, bleibt sie insgesamt auf einem stabilen Niveau.
Die Polizei warnt weiterhin eindringlich davor, sich unerlaubt vom Unfallort zu entfernen. Selbst bei geringen Sachschäden drohen im Falle einer Verurteilung empfindliche Strafen und unter Umständen auch der Entzug der Fahrerlaubnis.










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