Strukturelle Armut in Delmenhorst wirkt sich negativ auf die Lebenserwartung aus
Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zur Lebenserwartung der Menschen in Deutschland veröffentlicht. Obschon der Anstieg gegenwärtig langsamer verläuft, weist die vorgelegte Auswertung neue Rekordwerte auf. Die Menschen werden heute im Durchschnitt so alt wie nie zuvor. Dabei auffällig ist allerdings, dass regional deutliche Unterschiede existieren. Das Land Niedersachsen und die Stadt Delmenhorst hinken im bundesweiten Vergleich hinterher.
Im bundesweiten Vergleich der 16 Bundesländer belegt das Land Niedersachsen den 11. Platz, und liegt damit im Mittelfeld, zwar deutlich hinter Ländern wie Baden-Württemberg oder Bayern, allerdings vor der Delmenhorster Nachbarstadt Bremen, die in der Statistik auf dem vorletzten Rang landet und zusammen mit Sachsen-Anhalt das Schlusslicht in Deutschland bildet.
Dabei bestehen weiterhin teils große Unterschiede, die stark vom jeweiligen Stadtteil und dem sozialen Status abhängen. Kleinräumige Sozialdaten zeigen ein deutliches Gefälle. Wie in vielen Kommunen korreliert die Lebenserwartung in Delmenhorst stark mit dem sozialen Status und dem Einkommen in den jeweiligen Stadtteilen
Ein Mädchen, das im vergangenen Jahr geboren wurde, werde im Bundesdurchschnitt 83,6 Jahre alt, ein Junge 79,1 Jahre, hatte das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitgeteilt. Demgegenüber werden Jungen in Niedersachsen 78,2 Jahre, Mädchen 82,8 Jahre alt. Wie krass der Unterschied ausfällt, zeigt der Vergleich mit dem Spitzenreiter Baden-Württemberg. Denn dort haben neugeborene Jungen eine prognostische Lebenserwartung von 80,3 Jahren. Mädchen können sich in BaWü sogar auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 84,4 Jahren einstellen.
Und auch hier gehören der sozioökonomische Status und das Einkommen zu den maßgeblichen Faktoren. Ein höheres durchschnittliches Einkommen und ein geringeres Armutsrisiko in Baden-Württemberg wirken sich direkt auf die Lebensqualität, die Gesundheitsversorgung und den Zugang zu präventiver Medizin aus. Zudem zeigen Studien, dass im Südwesten weniger geraucht und mehr Wert auf gesundheitsfördernde Verhaltensweisen gelegt wird. Reflektiert wird durch die neuerliche Erhebung, dass es ein Nord-Süd-Gefälle struktureller Armut gibt.
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((Beitragsbild oben: Symbolbild Senioren | Bildquelle Fotolia))





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