Stolze Leistung: Atlas Delmenhorst beeindruckt im Pokal trotz Niederlage

Atlas Delmenhorst hat im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:3 (2:2) verloren. Angesichts des aufopfernd kämpfenden Delmenhorster Fünftligisten konnten die Fohlen eine Blamage nur äußerst knapp vermeiden. Delmenhorst gebührt jede Menge Respekt für den couragierten Auftritt. Die Fans feierten ihre Spieler mit Standing Ovations und verdientem Applaus.

Indes der SV Hemelingen in der ersten Pokalrunde gegen den Bundesligisten aus Wolfsburg mit 0:9 chancenlos unterging, hatte die Partie zwischen Atlas Delmenhorst und Borussia Mönchengladbach eine vollkommen andere Brisanz. Der Oberligist aus der Stadt an der Delme hatte sich trotz schlussendlicher 2:3-Niederlage sowohl bei den Fans als auch den Gegnern eine gehörige Portion Respekt verdient. In einer wilden Partie hatten die Delmenhorster ein Stück Fußballgeschichte geschrieben.

Aufgrund der größeren Kapazität gegenüber dem Delmenhorster Stadion an der Düsternortstraße wurde die Partie in der ersten Runde des DFB-Pokals im Oldenburger Marschweg-Stadion ausgetragen. Insgesamt 14.300 Zuschauer erlebten den mehr als couragierten Einsatz, bei dem der Fünftligist dem Bundesligisten nichts schenkte und dabei vehement an einer Pokal-Sensation kratzte. Und absolut berechtigt sagte der Mannschaftskapitän der Blau-Gelben Ibrahim Temin nach dem Abpfiff: „Wir sind stolz. Das war Wahnsinn.“ Auch Fohlen-Coach Gerardo Soeane war voller Lob für die Performance.

Der Bundesligist begann ohne Nationalspieler Tim Kleindienst, der nach einer Knie-Operation vermutlich im November wieder auf dem Feld stehen wird, aktiv und dominant. Zugang Haris Tabakovic traf in der 18. Minute aus kurzer Distanz nur die Latte, wenig später sorgte Hack per Lupfer für die Führung.

Der Oberligist zeigte sich aber keineswegs geschockt, Rohwedder glich nach schöner Kombination aus. Noch vor der Pause wurde es turbulent: Hack brachte die Borussia auf Vorlage von Kevin Stöger wieder in Front, doch Urban besorgte per Distanzschuss fast postwendend das 2:2. Resultat. Das Marschwegstadion stand Kopf. Pure Ekstase auf der Delmenhorster Fan-Seite.

Nach dem Seitenwechsel ließ U21-Nationalspieler Rocco Reitz die Riesenchance auf die Führung liegen, als er aus wenigen Metern nur den Innenpfosten traf (51.). Die Borussia drückte in der Folge mächtig auf das 2:3, ließ aber immer wieder beste Gelegenheiten ungenutzt. Nico Elvedi belohnte dann die Gladbacher Bemühungen.

Die Spieler, der Stuff als auch die Anhänger des SV Atlas waren verständlicherweise enttäuscht. Doch nach kurzem Schütteln war klar, dass sie – auch ohne einen Sieg einzufahren – gerade unfassbar beeindruckt hatten. So konnte die Mannschaft erhobenen Hauptes und als Sieger der Herzen in die Ehrenrunde gehen. Was man in den Stadien dieser Welt vermutlich selten sieht: Die Verlierer wurden mehr gefeiert als die Gewinner.

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