Stadtrat vertagt Entscheidung über Vorwerk-Parkdeck – Diskussion findet trotzdem statt

21. 06. 2017 um 19:00:07 Uhr | DelmeNews-Redaktion
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung

Unter den zahlreichen Themen, die der Stadtrat heute, 21. Juni, in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause stemmen wollte, befand sich auch eine Grundsatzentscheidung über den Bau eines Parkdecks Am Vorwerk. Diese Entscheidung wurde vertagt. Diskutiert wurde trotzdem.
 
Der Antrag zum Parkdeck Am Vorwerk sah vor, dem Bau zuzustimmen – unter der Voraussetzung, das Hertie-Projektentwickler Werner Uhde einen entsprechenden Bedarf an zusätzlichen Parkplätzen nachweist, um neue Mieter ins leerstehende Hertie-Kaufhaus holen zu können. Auf Antrag von Uwe Dähne von den Unabhängigen Delmenhorstern und mit Mehrheit von 22 gegenüber 19 Stimmen wurde der Antrag aber von der Tagesordnung genommen. Begründung: Es gäbe noch Beratungsbedarf innerhalb der Parteien. Dass Uhde erst letzte Woche eingestand, seine Hertie-Pläne erst nach der Sommerpause vorlegen zu können, spielte vermutlich eine große Rolle.
 

Politik überwiegend skeptisch

Obwohl der Antrag somit gar nicht zur Abstimmung kam, äußerten viele Ratsherren und -frauen Kritik am Projekt. So erklärte Marianne Huismann von den Grünen, dass ihre Partei immer gegen ein Vorwerk-Parkdeck war. “Wir haben Zeit”, meinte sie bezüglich der Vertagung. Dem schloss sich Bettina Oestermann von der SPD an. Ihr fehlten zahlreiche Details für eine Entscheidung: “Das sind Sachen, die ich gern wissen würde.”
 

 
Gegen eine Verschiebung argumentierte Heinrich-Karl Albers von der CDU. Die Angelegenheit solle lieber vor der Sommerpause geklärt werden. Ähnlich sah es Eva Sassen vom Bürgerforum: “Das Thema haben schon alle Gruppen diskutiert.” Auch Edith Belz äußerte sich gegen eine Verschiebung. Am Ende stimmte die Mehrheit trotzdem für die Verschiebung.
 

Parkdeckgegner wehren sich

Gleich mehrere Bürger nutzten die anschließende Bürgerfragestunde, um ihre Ablehnung des Projekts kundzutun. Irene de La Lanne von der Bürgerinitiative “Anti-Parkhaus am Vorwerk” sagte: “Der erneute Versuch der Verwaltung, heute mit Eilvorlage über einen Grundsatzbeschluss abstimmen zu lassen, schadet der Glaubwürdigkeit den Bürgern gegenüber.” Nach einem Gutachten der Beratungsagentur Cima gäbe es in Delmenhorst bereits ein Überangebot an Parkplätzen. Sie forderte Uhde auf, endlich Pläne einzureichen und mit dem Hertie-Umbau zu beginnen.
 
Zweifel an Uhdes Absicht, Hertie mit neuen Geschäften zu beleben, äußerte Paul Wilhelm Glöckner. “Wird in der Chefetage vielleicht schon längst über ein völlig anderes Konzept nachgedacht?”, mutmaßte er. Angesichts des geänderten Einkaufsverhaltens seien Wohnungen viel lukrativer. Zudem habe Stadtbaurätin Bianca Urban in den letzten Monaten statt konkreter Zahlen nur “Allgemeinplätze” geliefert. Elke Glöckner wiederum forderte, die Innenstadt als lebendiges Stadtzentrum mit vielfältigen Angeboten zu erhalten. Falls Uhde Parkplätze benötige, könne er diese auf der Fläche des abgerissenen Hertie-Parkhauses schaffen.
 

Urban: “Wenn Uhde es nicht schafft, schafft es keiner

Gegen die Vorwürfe, unkonkret zu sein, wehrte sich Urban: Im Städtebaulichen Vertrag seien die Pflichten sowohl von Uhde als auch der Stadt festgelegt. “Auch die Revitalisierung von Hertie ist gestartet”, fügte sie hinzu. Es würde schon im Gebäude gearbeitet. Sie rechne mit etwa 150 neuen Parkplätzen für ein wiederbelebtes Hertie. Ob diese Am Vorwerk durch ein neues Parkdeck oder auf dem Gelände des abgerissenen Hertie-Parkhauses entstünden, müsse geprüft werden.
 
Einzelhandel, Büros und Wohnungen seien auch weiterhin das Ziel. Sie sprach Uhde ihr Vertrauen aus: “Wenn er es nicht schafft, schafft es keiner.” Am Ende sprach Ratsherr Murat Kalmis sicher vielen Anwesenden aus der Seele, als er darum bat, doch mal eine öffentliche Infoveranstaltung zur Hertie-Lage in der Markthalle abzuhalten.
 
Foto oben: Die Entscheidung über ein Vorwerk-Parkdeck – hier ein Entwurf – wurde heute im Stadtrat vertagt.
 
Foto Mitte: Bettina Oestermann (SPD) stimmte für eine Verschiebung des Antrags, da ihr wichtige Details für eine Entscheidung fehlten.
 



Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
fotoboxen-bremen.de
Werbung
Werbung
Werbung



Kommentar schreiben




Ihre Kommentare