Stadt will Gleichberechtigung voranbringen – Flyer und Fortbildung in Stadtbücherei

07. 01. 2019 um 15:34:37 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Die Stadt will die Gleichberechtigung voranbringen. Dazu hat sie an einem Flyer mitgearbeitet, der das Thema Rollenbilder und -klischees aufgreift und hinterfragt. Auch eine Fortbildung in der Stadtbücherei soll zur Akzeptanz verschiedener Lebensweisen und Geschlechterrollen beitragen.
 
“Toben im Prinzessinnenkleid” heißt der Flyer, den Petra Borrmann mit ihren Kolleginnen der Landkreise Wesermarsch, Cloppenburg und der Stadt Oldenburg erstellte. Borrmann ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Delmenhorst. Die Broschüre zielt auf die Sensibilisierung für Rollenbildern und deren Vermittlung in der Erziehung ab und ist unter anderem im Rathaus und der Stadtbücherei erhältlich.
 

Dürfen Jungs schwach sein?

Denn Rollenbilder werden bereits in frühester Kindheit vermittelt. Auch Erzieher in Kitas und Kindergärten, Tagesmütter und -väter sind Vorbilder für ihre Schützlinge, wenn es ums Thema geht. Daher richtet sich der Flyer vor allem an diese Fachkräfte. “Wer handelt? Wer darf schwach sein?”, sind laut Borrmann zwei der Fragen, denen sich das Heft widmet. Auch neueste Studien sind enthalten. So sind 80 Prozent der Jugendlichen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche männlich.
 
Denn Lesen wird gerade von sehr traditionell eingestellten Erziehern eher als weibliche Tätigkeit vermittelt, wenn Jungs statt zum Lesen eher zum Spielen geschickt würden. “Das ist fatal”, meint Borrmann mit Blick auf die spätere Entwicklung. Auch viele Bilderbücher würden noch traditionelle Rollenbilder vermitteln. Darunter sei eines mit Eichhörnchen, wo der Vater das Nestmaterial heranschafft, während die Mutter auf die Kinder aufpasst.
 

Auch alternative Rollenverteilungen vermitteln

Klassische Rollenbilder an sich seien nicht schlimm, meint Borrmann. Nur sollten die Fachkräfte auch darauf eingehen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt: “Vielfalt ist total wichtig, um zu gucken: Was ist für mich wichtig auf meinem Lebensweg?”
 
Angesichts der aktuellen Entwicklung, die wieder verstärkt zu althergebrachten Klischees tendiere, sei die Problematik nicht zu unterschätzen. So würde geschlechtsspezifisches Marketing neben rosa Glitzerkleidern für Mädchen auch Nudelsuppen mit Krönchen für Mädchen oder Feuerwehrmännern in Nudelform auf den Markt bringen, um mehr Geld zu verdienen.
 
Ursache dieser Rückbesinnung sei die zunehmend komplexer werdende Welt. Dafür würden offenbar viele Menschen in althergebrachte, vermeintlich einfachere Traditionen fliehen, findet Borrmann.
 

Stadtbücherei bildet Fachkräfte fort

Die Stadtbücherei trägt mit einer Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Delmenhorst/Oldenburg-Land für Erzieher und Tagesmütter/-väter zum Thema bei. Die findet am 29. Januar statt und trägt den Titel “Von Starken Mädchen und coolen Jungs”. Dabei werden vor allem Bilderbücher und deren Rollenvermittlung im Fokus stehen. Denkbar ist laut Schönherr, solche Fortbildungen auch für Eltern anzubieten.
 
Besonders skandinavische oder niederländische Literatur würde vielfältiger mit Rollenbildern umgehen, findet Ulrike Schönherr, Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbücherei. Neben Bilderbüchern gehörten dazu auch Buch-Klassiker wie Pippi Langstrumpf. Astrid Lindgren, die ihr erstes Kind von einem verheirateten Mann bekam, habe auch andere starke Mädchen-Figuren in ihren Werken dargestellt.
 
 
Fortbildung “Von starken Mädchen und coolen Jungs”
Ort: Stadtbücherei Delmenhorst; Lange Straße 1a (Eingang neben Bürgerbüro)
Datum: 29. Januar 2018
Zeit: 9 bis 13 Uhr
Kosten: 25 Euro
Teilnehmer: Erzieher, Tagesmütter und -väter
Anmeldung: Evangelische Familien-Bildungsstätte Delmenhorst/Oldenburg-Land

 
Foto: Petra Borrmann (links), Gleichstellungsbeauftrage der Stadt, hat an einer Broschüre zu Rollenklischees bei Jungen und Mädchen mitgearbeitet. Ulrike Schönherr, bei der Stadtbücherei Delmenhorst Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung, weiß, dass gerade Bilderbücher (sie hält eine Auswahl in ihren Händen) oft klassische Rollenverteilungen darstellen.
 



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