Stadt sagt illegalen Müllablagerungen den Kampf an
Mit dem Pilotprojekt „Sauberes Delmenhorst“ will die Stadt illegale und wilde Müllablagerungen gezielter und nachhaltiger bekämpfen. Dabei setzt man auf eine Kombination aus Prävention, Kontrolle und konsequenter Verfolgung.
„Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Bußgelder zu verhängen“, sagt Oberbürgermeisterin Petra Gerlach. „Unser Ziel ist, dass illegaler Müll gar nicht erst abgeladen wird.“ Entscheidend sei, dass die Verwaltung sich mit dem Konzept nicht auf eine pauschale „Bußgeldpolitik“ festlege, sondern Ansätze verfolge, die illegale Ablagerungen dauerhaft reduzieren und die Lebensqualität in den betroffenen Quartieren verbessern. Diese Problematik greift bereits ein 2025 gestellter Antrag der FDP-Fraktion auf. Die Verwaltung legt dem Rat der Stadt hierzu nun eine entsprechende Beschlussvorlage mit einem umfassenden Konzept vor.
Zehn Hotspots
Im Mittelpunkt stehen zunächst zehn besonders belastete Standorte, die gezielt bearbeitet werden sollen. Dabei geht es nicht nur um eine schnellere Beseitigung von Müll, sondern vor allem darum, die Ursachen wiederkehrender Ablagerungen dauerhaft zu reduzieren. Gleichzeitig setzt das Projekt „Sauberes Delmenhorst“ auf Prävention und Zusammenarbeit im Quartier. Eigentümer sowie Hausverwaltungen, die Abfallwirtschaft Delmenhorst GmbH (ADG), Nachbarschaftsbüros und die Bewohnerschaft sollen stärker einbezogen werden. Auch Fragen wie ausreichendes Behältervolumen, geeignete Containerstandorte, Beleuchtung, Einsehbarkeit oder andere bauliche und organisatorische Rahmenbedingungen sollen bei den Hotspots betrachtet werden.
12 entscheidende Monate
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der Melde- und Bearbeitungswege. Anzeigen wegen illegaler Müllablagerungen sollen möglichst einheitlich erfasst und bearbeitet werden. Auch die Bearbeitungszeiten von Ordnungswidrigkeitenverfahren sollen im Rahmen des Pilotprojektes transparenter dokumentiert werden. Dabei wird berücksichtigt, dass die Dauer eines Verfahrens unter anderem von Beweislage, Ermittlungen, Priorisierung und Arbeitsaufkommen abhängt. Bei dem Pilotprojekt soll nach sechs Monaten erstmals ein Zwischenfazit gezogen und nach zwölf Monaten eine abschließende Auswertung vorgenommen werden. Ziel ist es, erfolgreiche Maßnahmen dauerhaft zu etablieren und gegebenenfalls auf weitere Bereiche des Stadtgebiets zu übertragen.
Bildquelle: Jörn Petersen. Textquelle: Stadt Delmenhorst











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