Stadt kritisiert geplantes Sport-Großgeschäft in Stuhr – Schäden für Delmenhorster Innenstadt befürchtet

23. 04. 2019 um 10:34:26 Uhr | DelmeNews-Redaktion
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
fotoboxen-bremen.de

Ein neues Sport-Großgeschäft der Kette Decathlon sorgt zurzeit für Zwist zwischen Delmenhorst und Stuhr. Denn die etwa 4.000 Quadratmeter große Filiale in Brinkum-Nord, so die Befürchtung an der Delme, könne der angeschlagenen Innenstadt weiter zusetzen. Eine Übereinkunft scheint vorerst nicht in Sicht.
 
Stadtsprecher Timo Frers bringt die Befürchtungen der Delmenhorster Verwaltung auf den Punkt: “Selbst die von der Gemeinde Stuhr erstellte Wirkungsanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich für die Innenstadt eine Umsatzumlenkungsquote von 7,9 Prozent errechnet.” Sprich, die Umsätze würden zugunsten des neuen Geschäfts in Stuhr in Delmenhorst zurückgehen.
 

Maßnahmen zur Innenstadtbelebung untergraben?

Unterstützt sieht sich Delmenhorst von der Industrie- und Handelskammer Hannover. Die erwartet laut Frers “größere Auswirkungen” für die Innenstadt. Sie könne als Ganzes geschwächt werden. 7,9 Prozent Umlenkungsquote seien bedenklich hoch. Zugleich würden so verschiedene Maßnahmen zur Revitalisierung der Delmenhorster Innenstadt untergraben, darunter zur Hertie-Neubelebung.
 
Ein Großteil der Kommunen rund um Bremen und der örtliche Kommunalverband haben 2013 den “raumplanerischen Vertrag zur Steuerung von Einzelhandelsgroßprojekten” unterzeichnet. Der regelt laut Frers Ziele, Grundlagen und Verfahren zur Steuerung und regionalen Abstimmung großer Einzelhandelsprojekte. “Da die Gemeinde Stuhr diesen Vertrag jedoch nicht unterzeichnet hat, sind die Einflussmöglichkeiten des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen e.V. stark begrenzt”, beklagt Frers.
 
Grundsätzliche rechtliche Rahmenbedingungen, darunter das Baugesetzbuch und das Niedersächsische Raumordnungsgesetzt, stünden der Ansiedlung dennoch im Weg.
 

Decathlon sieht keine Probleme

Bewusst für den Standort entschieden hat sich Decathlon, wie dessen Sprecher für Unternehmensentwicklung Ludger Niemann sagt: “Wir suchen flächendeckend in Deutschland Standorte. Dabei orientieren wir uns an eingefahrenen Einzelhandelsstandorten, um vorhandene Kundenflüsse nicht extra umleiten zu müssen.” Im betreffenden Gewerbegebiet gibt es bereits mehrere Großmärkte. Wegen guter Erreichbarkeit und Sichtbarkeit sei Stuhr Favorit für die neue Filiale. Durch das großflächige Konzept der Filialen könne seine Firma nicht viele kleine Standorte in allen Kommunen eröffnen.
 
Wann der Bau beginnen kann, steht noch nicht fest. Ziel sei eine Eröffnung 2020. Kunden sollen unter anderem Testflächen im und außerhalb des Geschäftes finden. “Dort planen wir einen Sportpark mit verschiedenen Sport-/Spielmöglichkeiten”, führt Niemann aus. Um neue Sportarten zu präsentieren, sollen auch lokale Vereine mit ins Boot geholt werden.
 
Durch den Schwerpunkt auf Sport-Großgeräte, darunter Boote, Fahrräder und Tischtennisplatten, würde das Angebot lokaler Einzelhändler eher ergänzt als ersetzt.
 

Delmenhorst erwägt rechtliche Schritte

Die Gemeinde Stuhr äußerte sich auf Nachfrage nicht zum Fall. Delmenhorst wolle erstmal abwarten, erklärt Frers. Falls der Rat von Stuhr die Bauleitpläne wie geplant beschließt, seien aber rechtliche Schritte geplant.
 
Bild: Droht der Delmenhorster Innenstadt durch ein neues Großgeschäft in Stuhr ein Umsatzrückgang? Das befürchtet die Verwaltung an der Delme.
 



Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung



Kommentar schreiben




Ihre Kommentare