Stadt hat Block Westfalenstraße 8 gekauft – Schrottimmobilie soll nächstes Jahr abgerissen werden

07. 08. 2018 um 10:12:44 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Die Stadt Delmenhorst hat den Wohnblock Westfalenstraße 8 gekauft. Damit ist der Weg zum Abriss des Schandflecks frei, das Gebäude steht seit nunmehr 15 Jahren leer.

Im Verlauf des nächsten Jahres sollen die Bagger anrollen, teilt die Stadtverwaltung mit. Parallel dazu beginnen die Planungen für die künftige Nutzung des 2.444 Quadratmeter großen Grundstücks.

„Super Nachricht für den Wollepark“

„Das ist eine super Nachricht für den Wollepark“, sagt Oberbürgermeister Axel Jahnz zu dem Kauf. „Es geht weiter voran. Wir werden auch diesen Schandfleck beseitigen, wie ich es angekündigt habe, und dort etwas Neues schaffen. Aber wir werden es nicht dabei belassen, sondern auch bei weiteren Missständen für die Menschen im Quartier am Ball bleiben.“

Auch Stadtbaurätin Bianca Urban ist erfreut: „Es ist wunderbar, dass uns jetzt der Ankauf der Immobilie in dem Wohnquartier gelungen ist. Die Sanierungsziele werden so weiter umgesetzt. Für das Quartier ergeben sich neue Möglichkeiten.“

Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet „Wollepark – Soziale Stadt“, in dem die Stadt seit dem Jahr 2000 an der Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse und somit an der Stabilisierung des Quartiers arbeitet.

„Stadt kann jetzt handeln“

„Ein großer Vorteil ist, dass die Stadt als Eigentümerin jetzt selbst handeln kann. Das ist bei solchen Problemimmobilien ganz entscheidend“, erklärt Urban. „Die Beseitigung des maroden Gebäudes ist für uns eine wichtige Erneuerungsmaßnahme im Herzen des Wolleparks, die nun umgehend vorbereitet wird. Ein großer sichtbarer Schritt in die richtige Richtung. Es zeigt sich, dass Ausdauer und Beharrlichkeit zum Erfolg führen.“

Weiterer Baustein für die städtebauliche Ordnung

Der Erwerb des Blocks sei ein weiterer Baustein bei dem Vorhaben, das Quartier städtebaulich neu zu ordnen. Mit dem Kauf und dem Abbruch des Parkhauses und der Wohnblöcke „Am Wollepark“ 1 bis 5 hatte die Stadt bereits Veränderungen im südlichen Bereich des Wolleparks angestoßen.

Kaufpreis: 79.000 Euro plus Nebenkosten

Durch den Kauf entstehen laut Stadtverwaltung Kosten von rund 79.000 Euro zuzüglich Erwerbsnebenkosten. Die trägt die Stadt allerdings nicht allein. Da das Gebäude im Sanierungsgebiet „Wollepark – Soziale Stadt“ liegt, können für einen Teil der Kosten Städtebaufördermittel eingesetzt werden.

Abriss wird bezuschusst

Aus demselben Fördertopf werde anschließend auch der Abriss zu zwei Dritteln bezuschusst. Die Durchführung soll der treuhänderische Sanierungsträger der Stadt, das bremische Immobilienunternehmen Gewoba, betreuen. Der sechsstöckige Bau aus dem Jahr 1973 steht an zentraler Stelle im nördlichen Bereich des Wolleparks. Gleich daneben: das Nachbarschaftszentrum an der Westfalenstraße 6. Schon 2003 waren die letzten Bewohner aus den 122 Wohnungen ausgezogen und das Gebäude zunehmend verfallen, weil Eigentumspflichten nicht nachgekommen wurde.

Abbruchverfügung, Rechtsstreit, Versteigerung

2012 erließ die Bauordnungsbehörde eine Abbruchverfügung. Nach einem Rechtsstreit, der drei Jahre andauerte, wurde die Verfügung 2015 schließlich rechtskräftig. Dies hielt einen privaten Interessenten allerdings nicht davon ab, im Dezember 2015 das Gebäude bei einer Zwangsversteigerung zu kaufen. Er überbot die Stadt, die schon damals daran gearbeitet hatte, den Betonklotz in die eigene Hand zu bekommen, um ihn abreißen zu können.

Stadt zahlt weniger als der letzte Käufer

Die Abbruchverfügung setzte der Verkauf an den neuen Besitzer jedoch nicht außer Kraft. Auch als ein Zwangsgeld gegen ihn verhängt wurde, kam er der Verfügung nicht nach. Schließlich machte er der Stadt ein Kaufangebot, nach Zustimmung des Verwaltungsausschusses im Mai 2018 wurde der Kauf nun vollzogen. Nach Angaben der Stadt liegt der jetzt aufgewendete Betrag deutlich unter der Summe, für die der bisherige Eigentümer das Gebäude ersteigert hatte.



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