Stadt Delmenhorst plant Gymnasium-Neubau – die SPD-Stadtratsfraktion ist kritisch und bezweifelt die Validität des Vorabgutachtens
Bereits seit Jahren plant die Stadt Delmenhorst den Bau eines dritten Gymnasiums; errichtet werden soll es im „Osten der Stadt“. Das Grundstück wurde bereits gekauft. Indes die Anwohnerinnen und Anwohner als auch Bürgerintitiativen sowie die SPD einen regelrechten Verkehrskollaps befürchten, wurde inzwischen durch die PGT Umwelt und Verkehr GmbH ein Gutachten zur verkehrsrechtlichen Erschließung vorgelegt. Es bleiben Fragen, die SPD-Stadtratsfraktion steht dem Vorhaben federführend durch den Landtagsabgeordneten Deniz Kurku kritisch gegenüber. Darüber hinaus soll eine schlussgültige Entscheidung bereits am 01. April 2025 gefällt werden. Der SPD-Fraktion ist das eindeutig zu kurzfristig.
Vor diesem Hintergrund hat die SPD erneut einen Fragenkatalog erstellt, der sinnvollerweise vor einer Behandlung der Thematik in den Ausschüssen beantwortet werden sollte. Denn beim derzeitigen Status Quo bleiben Ungereimtheiten und die möchte man in der – ihrer Meinung nach – nicht validierten Version nicht unhinterfragt hinnehmen und dem Resultat aktuell auch nicht zustimmen.
Möglicherweise Daten verschiedener Standorte vermischt?
Die erste bezieht sich gleich auf ein Kuriosum: So heißt es auf Seite 1 des Gutachtens „(…) Der geplante Standort befindet sich im Westen der Stadt zwischen der Bremer Heerstraße und dem Iprumper Moor, in direkter Nähe zur Grundschule Iprump-Stickgras.“ Zumal es sich aber nicht um ein Vorhaben im Westen der Stadt , stattdessen im Osten handele, könnte sich daraus durchaus eine invalide Bewertung ergeben. Falls die Verwechslung sich aus einem simplen Rechtschreibfehler ergibt, wäre das schlussendlich kein Problem. Aber:
Selbst wenn es sich nach Erbsenzählerei anhört, ergäbe sich daraus die Frage, ob möglicherweise Daten aus unterschiedlichen Standorten vermischt wurden. Auch das könnte ein menschlich verständlicher Fehler sein; der hätte allerdings das Potenzial zu vollkommen anderen Auswirkungen. Immerhin bleibt bei einem solchen Szenario fraglich, „(…) wie sich eine solch grundlegende Fehlangabe auf die Validität des gesamten Gutachtens auswirkt.“
Anzahl der Schüler- und Personalfrequenz nicht erklärbar
Widersprüche ergeben sich ebenso aus den in der atuellen Erhebung zugrundegelegten Zahlen innerhalb der Schulentwicklungsplanung. Ging man bislang von einer zu erwartenden Anzahl von rund 700 Schülerinnen und Schülern aus, erscheint die Anzahl in der Prognose plötzlich auf 475 Jugendlichen gesenkt. Weitere Zahlen aus bisherigen Prognosen wurden ebenfalls nicht übernommen.
Dass die Stadtverwaltung angesichts allseits ersichtlichen und kontinuierlich steigenden Schülerzahlen mit einem massiven Rückgang von mehr als 30 Prozent bei den Anmeldungen ausgeht, scheint der SPD-Fraktion wenig realistisch. „Sind die Zahlen viel zu niedrig angesetzt und wehalb sind das Lehrpersonal, Verwaltungspersonal und alle weiteren Mitarbeitenden der Schule sowie anteilig die Eltern als üblicher Fahrdienst nicht mit einberechnet worden?“
Verkehrsmessung zu kurz – professionelle Einschätzung fehlt
Basis des Gutachtens war eine Verkehrsmessung. Die wurde allerdings ausgewiesenermaßen lediglich an einem einzigen Tag durchgeführt. Ein Messzeitraum, der Deniz Kurku und der SPD-Stadtratsfraktion deutlich zu kurz und in der Folge nicht annähernd aussagekräftig erscheint. Eine Einschätzung der Institutionen und Entitäten wie etwa der Polizei, von denen die Verkehrslage professionell und unabhängig eingeschätzt werden könne, gehöre zu einer verlässlichen Aussage zweifelsfrei dazu. Entsprechende Resultate seien für die Entscheidungsfindung bislang nicht vorgelegt worden.
Fundierte Entscheidungen brauchen valide Fakten
Der vorgelegte Katalog enthält insgesamt 16 Fragen, aus denen nicht nur zwischen den Zeilen, vielmehr sehr direkt hervorgeht, dass jenen, die schlussendlich entscheiden müssen, innerhalb der Kürze der Zeit nicht ausreichend fundierte und aus verschiedenen fachlichen Perspektiven beleuchtete Fakten vorliegen. Und so schreibt Deniz Kurku dann auch mehr als nachvollziehbar: „Was die Zuverlässigkeit der vorab erhobenen Daten betrifft, ist es entscheidend, dass sämtliche Informationen umfassend und präzise verarbeitet werden, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.“











Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!