Sprecher der Angehörigen im Fall Högel sieht Parallelen zu den aktuellen Ermittlungen gegen einen Arzt in Hannover
Wie nun bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Mordes in einem Fall und des Totschlags in zwei Fällen gegen einen Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover, der zwischen 2019 und 2025 drei schwerkranke Patienten in „einer Art aktiver Sterbehilfe“ durch die Verabreichung von Medikamenten getötet haben soll. Erinnerungen an Niels Högel werden wach.
Die Vorwürfe gegen den 49 Jahre alten Arzt, der aktuell in Untersuchungshsaft sitzt, ähneln dem Fall des ehemaligen Krankenpflegers, der zwischen 1999 und 2005 zahlreiche Morde an Patienten in Krankenhäusern in Delmenhorst und Oldenburg begangen hatte. Nachdem er 2006 zunächst wegen versuchten Totschlags verurteilt worden war, folgten weitere Ermittlungen und Prozesse, bis Högel schließlich 2018 wegen Mordes in 85 Fällen schuldig gesprochen wurde. Der Fall gilt als die größte Mordserie in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.
Wurde die Polizei zu spät eingeschaltet?
Christian Marbach, dessen Großvater von Niels Högel getötet wurde, ist seit Jahren als Sprecher der Angehörigen der Mordopfer aktiv, kämpfte intensiv um weitere Ermittlungen und kritisierte immer wieder, dass viele Taten hätten verhindert werden können. Im aktuellen Fall an der MHH sieht er Parallelen zur Högel-Mordserie. Seiner Ansicht nach könnte hier zu lange klinikintern ermittelt worden sein, bevor die Polizei eingeschaltet wurde – ein Vorwurf, den er bereits in im Zusammenhang mit den Morden in Delmenhorst und Oldenburg immer wieder erhoben hatte.










DelmeNews - Jörn Petersen
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