Schüler der Berufseinstiegsschule spielen Theater – Stück feiert am 24. Mai im Kleinen Haus Premiere

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Mit Schülern des Schwerpunkts Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) in der Berufseinstiegsschule in den Berufsbildenden Schulen II (BBS II) wurde erstmals ein ganzheitliches Theaterprojekt auf die Beine gestellt. Am 24. und 26. Mai wird Norbert Hagens Stück „Wer den Mächtigen stört“, das von Rassismus und Religionsfreiheit handelt, jeweils ab 20 Uhr im Theater Kleines Haus aufgeführt.
 
„Der Verein Soroptimisten International – Club Delmenhorst trat an mich heran, weil sie in der Zeitung gelesen haben, dass ich gern ein Theaterprojekt an der Schule durchführen wollte“, erklärt Markus Weise, der Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit der BBS II, wie das Projekt zustande kam. Zur Umsetzung seines Vorhabens gaben die Soroptimisten ihm zufolge eine Spende. Alle Schüler hätten zu Beginn des Schuljahres klassenweise einen Theaterworkshop absolviert.
 

Sämtliche Schüler leisten ihren Beitrag

Jeder von ihnen sei irgendwie an dem Projekt beteiligt, weil die Schüler sogar die Kulissen selbst hergestellt hätten. Deshalb handele es sich um ein sogenanntes ganzheitliches Theaterprojekt, worauf Weise Wert legt. Er sagt dazu: „In der Berufsschule haben wir den großen Vorteil der verschiedenen Fachbereiche.“
So tapeziere die Farbtechnik Wände, kümmere sich die Friseurtechnik um Körperpflege, Perücken und das Ankleben von Bärten, baue die Metalltechnik Stützpfeiler, wähle die Textiltechnik Kostüme aus und sorge die Hauswirtschaft am Premierenabend im Kleinen Haus für das Catering. Inklusive Maske, Makeup und Technik seien gut 40 Schüler hinter den Kulissen aktiv. 15 Schüler hätten sich bereit erklärt, auf der Bühne präsent zu sein, wovon aus diversen Gründen 10 übriggeblieben sind.
 

„Faust“ stand in engerer Auswahl

Zunächst seien die darstellenden Schüler nach dem Thema, dem Handlungsort, dem Genre und möglichen Figuren gefragt worden. Anja Pala und Markus Weise als verantwortliche Lehrkräfte, die das wählbare Lernangebot leiten, sowie die ihnen dabei behilfliche Schulsozialarbeiterin Ulrike Richter, hätten anhand dieser Sammlung ein paar Stücke ausgesucht.
Anfänglich sei die Wahl in Anspielung auf die „Fack ju Göhte“-Filme auf Göthes „Faust“ gefallen, aber weil dafür die Anzahl der Schüler zur gering gewesen sei, hätten sie sich für Norbert Hagens Drama „Wer den Mächtigen stört“ entschieden. Dass im September die ausländerfeindlichen Demonstrationen in Dresden besonders im Fokus der Öffentlichkeit standen, habe mit dazu beigetragen.
 

Romeo und Julia im Hier und Jetzt

Im Zentrum der Handlung steht die Liebe zwischen Florian und Zeliha, die durch ihre unterschiedliche Herkunft und Religion vor einem großen Hindernis steht. Zwar lenkt Zelihas türkische Familie ein und erklärt sich mit ihrer Verlobung einverstanden, nicht so jedoch Florians erzkatholischer Vater als Anhänger einer rechten Partei. Seine Hinterhältigkeit führt dazu, dass er Zelihas Bruder Tolga zu einer Straftat bewegt.
 

Ausflüge nach Emden und Oldenburg

„Seit den Herbstferien haben wir szenisch daran gearbeitet“, teilt er mit. Für die Proben müssten die Schüler vier Stunden länger pro Woche in der Schule bleiben als ihre Mitschüler. Inzwischen hätten sie das Stück einmal durchgeprobt. Auf einer viertägigen Theaterfahrt nach Emden hätten sie stundenlang ganz intensiv geübt.
Nebenbei hätten sie auf der Fahrt noch Politikunterricht betrieben und sehr spannende Gespräche über das Grundgesetz und die Religionsfreiheit geführt. Zudem seien sie mehrmals im Oldenburgischen Staatstheater gewesen: für eine Theaterführung, einen vierstündigen Theaterworkshop mit Theatertraining und den Besuch des Stücks „Der Steppenwolf“ in der Exerzierhalle. Ebenso hätten sie bereits das Theater Kleines Haus aufgesucht.
 

Wert für die Schüler kommt zum Tragen

Ein Anliegen des Projekts sei es nach Angaben von Weise ebenfalls, Schüler mit geringer Motivation für etwas zu begeistern, damit sie bereitwilliger lernen und zur Schule gehen. Viele Schüler seien aus Sprachförderklassen, die mithilfe der lange Texten und vielen Wörter ihren Wortschatz aufbessern könnten.
Selbst ohne Theaterstück habe sich das Projekt mit einem gesteigerten Selbstbewusstsein, positiven Körpergefühl und der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler ausgezahlt, ist Weise überzeugt. Weiter führt er aus: „Es ist schön, dass wir jemanden haben, der fließend türkisch sprechen kann.“ Gemeint sind die Schülerin Efzanur Ciftci und der Schüler Hasan Hasan.
Sie übersetzen der Authentizität halber ein paar Stellen ins Türkische oder änderten Details, wenn diese in einer türkischen Familie nicht wortwörtlich ausgesprochen werden. Ganz genau wird Autor Norbert Hagen, der zur Premiere aus Hamm anreist, auf die Abweichungen zu seinem Skript achten. Viele der Schüler geben an schon früher einmal Theater gespielt zu haben und alle zehn Darsteller bekunden, dass ihnen die Schauspielkunst Spaß bereite.
 

6.000 Euro Spendensumme

Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD), der der Schule gegenüber stets wohlgesonnen sei, war auch zu einem Gespräch vor Ort. Letztlich fragte ihn die Schülerin Mikaela Kucheva dabei, ob er als Schirmherr für das Projekt fungieren wolle, eine Rolle, die er bereitwillig übernahm.
Neben den Soroptimisten dienen auch der Förderverein der BBS II, das Kulturbüro, die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), der Lions Club Delmenhorst, der Rotary Club und die Stadtwerke als Sponsoren. Rund 6.000 Euro brachten sie insgesamt an Spendengeldern auf und ermöglichten damit die Realisierung des Projekts.
 

Vorverkauf hat begonnen

Ab sofort läuft der Kartenvorverkauf zu den Öffnungszeiten des Sekretariats der BBS II, das heißt Montag bis Donnerstag von 7 bis 12 Uhr, Montag und Mittwoch zwischen 12.30 und 15.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag ab 12.30 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 13 Uhr. Die Schüler nehmen ihn selbst vor und haben auch die Eintrittskarten gestaltet. Eintritt kostet 8 Euro. Schüler und Kinder zahlen nur die Hälfte. Es besteht die Möglichkeit. eine Spendenbescheinigung auszustellen.
 
Norbert Hagens „Wer den Mächtigen stört“ von Schülern im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)
Veranstaltungsort: Theater Kleines Haus; Max-Planck-Straße 3
Uhrzeit: 20 Uhr
Datum: 24. und 26. Mai
Preis: 8 Euro; Schüler und Kinder: 4 Euro

 
Bild: Die Schüler Monique Schubert (v. l.) , Maurice Bergmann, Ajeel Alibrahim und Hasan Hasan stellen eine Szene aus dem Theaterstück nach.

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