Ruderausfahrt von fünf Rentnern endet in mehrstündigem Rettungseinsatz
So war das gewiss nicht gedacht: Gesternnachmittag hatten sich fünf Mitglieder des Wassersportclubs Wildeshausen für eine Tour mit dem Ruderboot auf die Hunte begeben. Dass es wohl die aufregendste und kälteste Fahrt ihres Lebens werden würde, ahnte da im Rentner-Quintett noch niemand.
Nachdem die Hinfahrt mit Wendemanöver noch geklappt hatte, endete die Rücktour äußerst abrupt. Denn die Hunte führt aktuell Hochwasser, sodass die Strömung deutlich schneller und vor allem auch stärker ist als sonst. Und so wurde das Ruderboot „Großer Blauer Amselbulle II“ plötzlich von den Fluten erfasst und ins Buschwerk gedrückt. Die fünf Freizeitsportler mussten feststellen, dass es für sie nicht mehr vor oder zurück ging. Also hat man die Feuerwehr gerufen, welche etwas Zeit brauchte, um die Unglücksstelle zu finden. „Wir dachten, wir befreien das Boot mal eben aus dem Geäst und können dann wieder nach Hause fahren. Aber dem war nicht so“, musste Feuerwehr-Sprecher Jannik Stiller einräumen.
Schwierige Strömungsverhältnisse
Die DLRG wurde mit einem Motorboot hinzugezogen und man versuchte, die Havaristen mit Sägen freizuschneiden, was sich aber als zu langwierig erwies. „Wir hatten minus zwei Grad, die Wassertemperatur lag bei fünf Grad. Die Gefahr war groß, dass die Personen unterkühlen und vom Rettungsdienst versorgt werden müssen“, so Stiller. „Die Strömungsverhältnisse machten die Sache schwierig“, stellte Björn Barkemeyer von der DLRG Wildeshausen fest. Vorsichtig wurden zwei der fünf Freizeitsportler auf das DLRG-Boot geholt und dann langsam zum sicheren Ufer gebracht. Nach über zweieinhalb Stunden gelang es schließlich, das Ruderboot mit einem Seil loszureißen. Sofort wurde es von der Strömung erfasst und driftete flussabwärts, doch die Feuerwehrleute hatten das Tau in Händen und konnten so das Sportgerät an Land festmachen.
Durchgefroren, aber glücklich, betraten schließlich auch die übrigen die Senioren wieder festen Boden. „Um 14:30 Uhr sind wir rausgefahren bis hoch zum Wehr und auf der Rücktour sind wir dann hängengeblieben. Die Strömung war so, dass man nichts mehr halten konnte“, so Werner Wessels. Mit kleineren Muskelübungen hatten er und seine Kollegen sich warm gehalten. „Jetzt ein Glühwein wäre nicht schlecht“, scherzte der Gerettete, während er sicherheitshalber in einem der bereitstehenden Rettungswagen untersucht wurde. Bis auf eine kalte Nase und möglicherweise eine Erkältung blieben er und seine Freunde jedoch glücklicherweise unverletzt.
Bildquelle: NonstopNews












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