Rat diskutiert Altpapierentsorgung – abgespeckte Abholung ab Mai

28. 04. 2020 um 20:26:52 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Delmenews hatte bereits am Montag darüber berichtet, dass im Mai in Delmenhorst die Altpapierabfuhr wieder aufgenommen werden soll. Am Dienstagabend wurde im Stadtrat über das Wie diskutiert. CDU, Grüne und FDP/UAD hatten einen Antrag gestellt, die Abfuhr wieder zu den ursprünglichen Terminen durchzuführen. SPD, AfD, Lothar Mandalka und weitere Stadtratsmitglieder folgten der Begründung von Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen, dass eine reguläre Abholung aus Gründen der Sicherheit der Mitarbeiter und Sicherstellung des Entsorgungsauftrags derzeit nicht möglich sei.

 „Was haben die Perle des Ruhergebiets Castrop Rauxel, der Landkreis Würzburg und die Stadt Delmenhorst gemeinsam?“, fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende Kristof Ogonovski. Sie eine, dass sie zu den ganz wenigen Orten in Deutschland gehörten, wo derzeit kein Altpapier abgeholt werde. Es war unschwer zu erkennen, dass ihm dafür das Verständnis fehlte. Ogonovski sagte, dass es möglich sein müsse, das Altpapier abzuholen und zugleich die Sicherheit der Mitarbeiter sicherzustellen. Er zweifelte zudem an, dass es möglich sei, die ganze Stadt kurzfristig darüber zu informieren, wann wo an drei Samstagen im Mai (siehe unten) das Altpapier abgeholt werde. Schon bei der Einstellung der Abfuhr habe man gesehen, dass noch Wochen später die Tonnen rausgestellt wurden, im Glauben, dass die Abfuhr weiterhin stattfände.

Auch die geplante temporäre Bereitstellung von Containern sei keine Lösung, nicht jeder habe ein Auto und werde sich an einem Werktag auf den Graftwiesen oder Inkoop Schönemoorer Straße in eine Schlange stellen, um sein Altpapier abzugeben.

„Wenn es das Umland schafft, muss man eine Lösung finden.“

Marianne Huismann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, stieß ins selbe Horn: „Alle Sicherheitsmaßnahmen sind einzuhalten, wir wollen kein Sicherheitsrisiko für die Menschen. Wenn es das Umland schafft, muss man auch hier eine Lösung finden.“ Murat Kalmis, ebenfalls Träger des Antrags, sagte: „Ich finde die Diskussion ziemlich seltsam. Die Papiermüllabholung ist überall möglich, sie muss auch hier möglich sein.“

Doch genau an dem Punkt scheiden sich die Geister. Stadtwerkechef Hans-Ulrich Salmen hatte im Verwaltungsausschuss vor der Ratssitzung noch einmal bekräftigt, was er zuvor bereits schriftlich kommuniziert hatte: Eine reguläre Papiermüllabholung sei derzeit nicht möglich, ohne ein Infektionsrisiko für die Mitarbeiter einzugehen und ohne so potenziell die Abholung von Restmüll und Biomüll zu gefährden.

Dieser Sichtweise schloss sich die SPD an, die heute erneut betonte, schon länger an dem Thema dran zu sein. Neben Fraktionschefin Bettina Oestermann ergriff auch Oberbürgermeister Axel Jahnz das Wort. Er suchte rhetorisch den etwas größeren Auftritt: „Meine Zustimmung wird es definitiv nicht geben“, sagte er und stellte noch einmal das Sicherheitsrisiko heraus. Auch Lothar Mandalka pflichtete bei: „Ich bin bestimmt nicht als Freund von Herrn Salmen bekannt, aber das hat er gut gemacht.“

19 Stimmen dafür, 22 dagegen

Am Ende war die Abstimmung denkbar knapp, 19 Stimmen gab es für den Antrag auf Rückkehr zur ursrprünglichen Abholung, 22 dagegen, 2 Enthaltungen. Somit wird es keine Abholung nach ursprünglichem Muster geben.

Abholung an drei Samstagen im Mai

Wie es nun weitergeht? An den Samstagen 9. Mai, 16. Mai und 30. Mai 2020 sollen jeweils 3 Touren Altpapier gefahren werden. Die Details, wann in welchen Bezirken das Papier abgeholt werde, soll in Kürze kommuniziert werden. Sollte die Kontaktsperre länger andauern, soll diese Vorgehensweise am 13.Juni, 20. Juni und 27. Juni 2020 wiederholt werden. Die Großbehälter der Wohnanlagen sollen  in der Woche im Rahmen der Gewerbetoure abgefahren werden.

Temporäre Sammelcontainer

Am 30. April sowie am 7. und 14. Mai sollen in der Zeit  von 8 bis 12 Uhr auf den Graftwiesen (Höhe Wohnmobilplätze) sowie von 13 bis 17 Uhr bei Inkoop an der Schönemoorer Straße/Ecke Dwostraße Sammelcontainer bereitgetellt werden. Ziel der genannten Maßnahmen sei es, 90 Prozent des Altpapiers abzuholen.

Wie die Politik heute übereinstimmend berichtete, habe Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen für den Fall, dass eine Altpapierabholung im genannten Maße nicht ausreichend möglich sei, zugesichert, private Anbieter unterstützend mit ins Boot zu holen.

 



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