Proteste gegen AfD-Bürgerdialog in der Markthalle Delmenhorst: Wie stark wird der Gegenwind?
Die AfD-Bundestagsfraktion will am 12. Februar 2026 in der Delmenhorster Markthalle einen Bürgerdialog veranstalten. Angekündigt sind die Bundestagsmitglieder Andreas Paul, Ratsherr in Oldenburg, Martin Sichert vom Wahlkreis Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund, Sergej Minich, seit Oktober 2022 Landesvorsitzender der Bremer AfD, sowie der haushaltspolitische Sprecher Dr. Michael Espendiller aus dem Wahlkreis Borken II. Doch bereits im Vorfeld kündigt sich massiver Gegenwind an.
In der Ankündigung heißt es: „Die Landesgruppe lädt alle interessierten Bürger zum Bürgerdialog ein. Die ideale Möglichkeit für Sie, mit unseren Abgeordneten direkt in Kontakt zu treten und mehr über den parlamentarischen Arbeitsalltag zu erfahren.“ Veranstaltungsbeginn soll um 19:00 Uhr sein, aufgrund der Sicherheitskontrollen ist der Einlass deutlich früher. Bereits ab 17:00 Uhr wird allerdings auf dem Delmenhorster Marktplatz eine Gegenkundgebung gestartet.
Dem Dunklen keine Chance
So haben das Breite Bündnis gegen Rechts, das Unordnungsamt Delmenhorst sowie die Jugend gegen Rechts zu einer Gegendemonstration mit dem Motto „Dem Dunklen keine Chance“ aufgerufen. Die Initiatorinnen und Initiatoren wollen ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Demokratie und Menschenwürde setzen. Symbolhaft sind die an der Demo Teilnehmenden aufgerufen, „etwas Leuchtendes“ mitzubringen, ob Kerze, Lichterkette oder Handylicht: „Wir sind das Licht gegen diese dunklen Zeiten.“ Während in der Markthalle der vermeintliche AfD-Bürgerdialog stattfindet, wollen die Gegendemonstranten draußen sein: „lauter und mehr“.
Demokratie- und menschenverachtende Äußerungen
Die Position der Gegenbewegung ist unmissverständlich. So wird mit den Worten aufgerufen, die AfD sei als eine vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei klar demokratiefeindlich eingestellt: „Die vier Bundestagsabgeordneten, die an dem Tag zum Dialog auftreten, vertreten in der Gesamtschau ihrer Äußerungen islamfeindliche Positionen, relativieren den Nationalsozialismus, leugnen den Klimawandel, verbreiten Falschnachrichten und stehen der EU und Migration feindlich gegenüber.“ Zitiert wird etwa Michael Espendiller, der nach eigener Aussage die „EU plattmachen“ wolle, oder Martin Sichert, der von „ukrainischen Nobelkarossen vor deutschen Zahnarztpraxen“ schwadroniere.
Deutschlandweite Proteste
In jüngster Vergangenheit hatte es in mehreren Städten und Kommunen Proteste gegen AfD-Bürgerdialoge gegeben. Widerstand hatte sich beispielsweise mit Gegendemonstrationen in Zetel gegen den AfD-Bürgerdialog mit Beatrix von Storch, in Hannover-Misburg, in Mainz, dem kleinen Ort Isselbach im Rhein-Lahn-Kreis, in Schorndorf, Aachen, Bottrop oder Betzingen und bereits 2024 in der Stadthalle Walsrode, in Simmern, Husum und zahlreiche weitere Veranstaltungen formiert.
Im Delmenhorster Rat selbst zerlegt
Bereits Anfang 2024 hatten sich rund 2.000 Demonstrierende in Delmenhorst gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD positioniert. Abzuwarten bleibt, wie viele Menschen sich diesmal einfinden werden. Es scheint, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt an der Delme zeigen sich meinungsstark, engagiert und nicht minder erfolgreich. Schließlich hatte sich die AfD-Fraktion im Rat aufgrund interner Querelen inzwischen selbst zerlegt und den Fraktionsstatus verloren. Die Grünen übernahmen die entsprechenden Positionen in den Ausschüssen.
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((Beitragsbild oben: Slogan der Veranstaltenden der Gegenkundgebung: „Dem Dunklem keine Chance“.))





BBgR Delmenhorst / DelmeNews

DelmeNews - Jörn Petersen
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