Preise im Supermarkt steigen: Höhere Lebenshaltungskosten – enger geschnallte Gürtel

Die aktuellen Preissteigerungen bei Lebensmitteln führen dazu, dass Verbraucher zunehmend zu Handelsmarken greifen. Laut einer Studie des wissenschaftlichen Instituts Smartcon setzt inzwischen mehr als die Hälfte der Konsumenten im Supermarkt auf die günstigeren Eigenmarken der Konzerne. Diejenigen, die in Sachen Produktqualität den Gürtel enger schnallen müssen, könnten alsbald noch weitaus mehr werden.

Besonders stark betroffen sind Milch- und Butterprodukte, Käse und Joghurt, Fleisch und Wurstwaren sowie Süßwaren wie Schokolade. In diesen Kategorien haben 60 bis 70 Prozent der Käufer verstärkt Handelsmarken gewählt. Häufig gewinnen diese Produkte Vertrauen über visuelle Qualitätssignale wie Bio-Siegel und werden damit gegenüber Industriemarken gestärkt.

So sehen beispielsweise die Markenhersteller in den Bereichen Kaffee und Schokoladen den kommenden Monaten gespannt entgegen. Enorm gestiegene Rohstoffpreise etwa für Kakao lassen schon jetzt einen massiven Preiskampf erwarten. Entgegen dem Trend der Preiserhöhungen könnte dies den Verbrauchern sogar entgegenkommen.

Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Preise im Juli um 2,0 Prozent gestiegen, was eigentlich der üblicherweise gewollten Inflationsrate entspricht. Verschwiegen wird dabei jedoch die Tatsache, dass die schwankungsanfälligen Kosten vor allem für Lebens- und Genussmittel weiterhin explodieren. Beispielsweise die Preise für Schokolade haben um satte 18,6 Prozent angezogen.

Die Lebensmittelpreise sind im Durchschnitt um 2,2 Prozent geklettert, wobei die im Vergleichszeitraum – dem Juni 2024 – ohnehin bereits für viele schmerzhaft hoch waren. Dabei heißt es, die Inflationsrate habe sich seit Jahresbeginn stabilisiert und blieb zwei Monate in Folge unverändert. Klar ist in dem Zusammenhang, dass ein „Durchschnitt“ nicht die Steigerungen der für den Alltag wirklich relevanten Produkte abbildet.

Tatsächlich spiegelt die allgemeine Teuerungsrate, die etwa durch die fallenden Energiepreise kaschiert wird, kaum die Lebensrealität der Menschen mit geringem Einkommen wieder. Die können ihren Gürtel kaum noch enger schnallen. Beobachtet wird zudem, dass Verbraucher mit höherem Einkommen häufiger zu Handelsmarken greifen als Verbraucher mit mittleren und niedrigen Einkommen. Ökonomen prognostizieren, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern könnte, sollten die Lebenshaltungskosten weiter steigen. Das wäre dann gewissermaßen der umgekehrte Weg der 2-Klassen-Gesellschaft.

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