Paradoxon: Geburten gehen zurück, obwohl junge Familien sich mehr Kinder wünschen

Unbesehen dessen, dass Niedersachsen laut aktuellen Statistiken noch über dem bundesweiten Durchschnitt liegt, gehen die Geburtenzahlen auch hier weiterhin zurück. So wurden im vergangenen Jahr in Niedersachsen noch weniger Kinder geboren als in den Jahren zuvor. Das Kuriose an der Entwicklung ist, dass die jungen Menschen sich eigentlich mehr Kinder wünschen.

Im Ländervergleich hatten sich die niedersächsischen Frauen noch am häufigsten für Nachwuchs entschieden. Laut Landesamt für Statistik ist die Geburtenrate in Niedersachsen auf inzwischen 1,4 Kinder pro Frau gesunken. Tatsächlich aber liegt der Bundesdurchschnitt mit gerade mal 1,35 Geburten noch niedriger, in Bremen beträgt die aktuelle Geburtenrate übrigens nur noch 1,33 Kinder pro Frau.  Noch plakativer verdeutlichen die absoluten Zahlen den Trend. Im vergangenen Jahr erblickten in Niedersachsen 65.646 Jungen und Mädchen das Licht der Welt. Unter dem Strich wurden demnach rund 2,3 Prozent Kinder weniger als zuvor entbunden.

Aus Erhebungen vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschrung (BIB) in Wiesbaden wiederum geht hervor, dass sich junge Erwachsene in Deutschland trotz sinkender Geburtenrate eigentlich weiterhin mehr Kinder wünschen, als im Durchschnitt geboren werden. Hinter der Realität wird vermutet, dass geplante Geburten verschoben werden. Eruiert wurde in diesem Kontext ebenfalls der Kinderwunsch, und der kommt bei den Frauen auf durchschnittlich 1,76, bei Männern auf 1,74 Kinder.

Da die Geburtenrate in den vergangenen Jahren deutlich sank, wurde die Lücke zwischen gewünschter und tatsächlicher Kinderzahl deutlich größer. Bei Frauen verdoppelte sich diese „Fertility Gap“ genannte Lücke auf 0,41. Auch die konkrete Absicht, in naher Zukunft ein Kind zu bekommen, ging den Angaben zufolge zurück. Verbleibt bei allen Vermutungen, die Frage nach den realen Gründen. Die könnten in gefühlt unsicheren Zeiten liegen, in die Kinder nicht hineingeboren werden sollen. Zahlreiche andere Gründe wären denkbar, wobei erst die Summe der gefühlten Einflüsse die Wahrheit spiegeln dürfte. Tatsache ist und bleibt: Die Alterspyramide in dieser Gesellschaft stellt sich weiterhin auf den Kopf.

 

 

 

 

 

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