Nutrias in Delmenhorst: Gefahr für Deiche und Hunde aus Schutzinstinkt – der Nachwuchs kommt bald auf die Welt
Die meisten Nutrias paaren sich im Winter, sodass die Jungen im April und Mai zur Welt kommen, da es dann genügend Nahrung gibt. Ihre Jungen bringen sie in einer Höhle zur Welt, die in der Regel in die Uferböschung gegraben wird. Und in dieser Zeit sollte man den vermeintlich niedlichen, aber faktisch gefährlichen Sumpfbibern nicht zu nahe kommen. Sie wissen sich zu wehren; für allzu neugierige Hunde kann die Begegnung tödlich enden.
Bereits seit 2016 wird die Nutria auf der EU-Liste der invasiven, gebietsfremden Tierarten geführt und ist in den meisten Bundesländern als jagdbare Art eingestuft, seit 2002 auch in Niedersachsen. Hauptsächlicher Grund ist, dass insbesondere die Nahrungsaufnahme landwirtschaftliche Schäden verursachen kann, zumal Nutrias durch Abfressen großflächige Ufervegetation vernichten, woraufhin in der Folge Brut- und Schutzräume für Wasservögel, Fische und Amphibien schwinden. Ebenso sind durch ihre Bautätigkeiten Uferbereiche von Gewässern und Deichanlagen gefährdet.
Vermeintlich niedlich – faktisch gefährlich
Immer wieder entsteht daraufhin ein negativer Hype gegen Nutrias, der aus gleich zweierlei Perspektiven thematisiert wird. So einerseits aufgrund des Hochwasserschutzes, der interessanterweise per se über dem Tierschutz steht. Aber auch aufgrund des Gefahr für beispielsweise Hunde. Grundsätzlich sind Nutrias weder aggressiv noch angrifflustig. Allerdings wissen sie sich und vor allem ihren Nachwuchs sehr gut zu schützen. Kommen andere Tiere ihnen zu nahe, verbeißen sie sich aus Schutzinstinkt mit ihrem dann wirklich furchteinflößenden Gebiss. Und zwar derart stark, dass beispielsweise Hunde keinerlei Chance haben. Auch in der Delme und Hunte werden seit inzwischen vielen Jahren regelmäßig Nutria-Polulationen gesichtet. Man sollte ihnen in der neuralgischen Aufzuchtszeit der Jungen dringend fernbleiben.
Hund hatte Bisswunden nicht überlebt
So erzählt ein Gastwirt und Jäger aus dem Bremer Blockland, wie sein Jagdhund im Uferbereich noch nichtmal angeschlagen hatte und einer Nutria unversehens zu nah kam. Das habe den Schutztrieb des Sumpfbibers geweckt. Daraufhin hatte die Nutria sich im Kopf- und Halsbereich des Hundes verbissen, ihn förmlich zerfleischt und war in dieser Situation nicht mehr zu entfernen. Auch konnte der Jäger die Nutria nicht erschießen, da er andernfalls auch den Jagdhund hätte treffen können. Der Hund hat die massiven Bisswunden nicht überlebt.
Vorsicht auch für Kinder geboten
Ebenso sollten Eltern in Uferbereichen auf ihre noch kleinen Kinder besonders achtgeben. Stürmen die Kleinen auf Nutrias zu, könnten die das als Angriff verstehen. Die Folgen wären kaum absehbar. In keinem Zoo und erst recht nicht in der freien Natur würde man zulassen, dass Kinder sich Raubtieren nähern. Das gilt für alle verantwortlichen Eltern als eine Selbstverständlichkeit. Ob eine Nutria flüchtet, wenn Kinder ihr entgegenstolpern, darf in der Gebärzeit durchaus in Frage gestellt werden; es ist Selbstschutz.
Sinnvollerweise nicht zu nah kommen
Nutrias gehören zu den Arten, die erst dann gefährlich werden können, sobald andere Tiere oder auch Menschen zu nah in ihren instinktiven Schutzbereich kommen. Bis dahin leben sie vollkommen autark, suchen keine Nähe und ernähren sich vornehmlich von Planzen wie Wasserpflanzen oder Ackerfrüchten wie Rüben und Kartoffeln. Seltener ist animalische Kost wie beispielsweise Schnecken, Würmer oder Süßwassermuscheln. Daduch werden sie allerdings noch lange nicht zum Raubtier. Unbesehen dessen sollten Hunde in den bevorstehenden Monaten an der Leine geführt werden, kleine Kinder keinesfalls in sumpfähnlichen Ufergebieten spielen, was aufgrund der Gefahr zu ertrinken ohnehin keine Option ist.
((Beitragsbild: Nutria im Uferbereich))









Symbolfoto AdobeStock
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!