Neukonzeptionierung des Nordwolle-Museums – Finanzierung soll mit Fördermitteln erfolgen

05. 04. 2019 um 11:02:01 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Damit das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur künftig zeitgemäßer arbeiten und die Ansprüche der Besucher zufriedenstellen kann, wurde ein neues Konzept entworfen. Mitglieder der CDU-Faktion, tauschten sich gestern, 4. April, mit Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk und dem Landtagsabgeordneten (MdL) Dr. Stephan Siemer (CDU) über mögliche Fördergelder vom Land Niedersachsen aus.
 
„Viele Delmenhorster wissen zwar von den Industrieanlagen aus der Vergangenheit auf der Nordwolle, sind sich aber nicht darüber bewusst, dass die Nordwolle ein weltweit führendes Unternehmen war“, sagte Ratsfrau Dorothea Stelljes-Szukalski (CDU) noch im Vorgespräch. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk gab dieser an, dass er das Projekt seit dem Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 2015 verfolgt habe.
 

Intensiverer Einsatz neuer Medien und Umgestaltung

Mehr Aktivitäten und eine weitreichendere Nutzung neuer Medien sollen ihm zufolge durch das neue Konzept ermöglicht werden. Als Beispiel nannte er den Einsatz von QR-Codes, die an Maschinen oder anderen Exponaten angebracht werden könnten. So könnten Besucher mit ihren Smartphones diese einfach einscannen und darauf zusätzliche Informationen erhalten oder Videos sehen.

Dr. Jöhnk führte weiter aus: „Die Themen Stadtgeschichte und Industriegeschichte werden zurzeit strikt getrennt. Bestimmte Aspekte, wie die Arbeitsmigration und die Industrialisierung im 19. Jahrhundert werden aber in beiden Häusern behandelt.“ Hier gelte es anzusetzen und eine Zusammenlegung dieser Bereiche zu schaffen.

Auf Nachfrage konkretisierte Museumspädagoge Bernd Entelmann: „Es handelt sich um eine Neusortierung. Die Exponate aus dem Stadtmuseum wandern in das Fabrikmuseum. Aus dem Fabrikmuseum werden die Sonderausstellung und die Museumpädagogik ins Stadtmuseum verlagert.“
 

Profilveränderung soll für stärkeres Interesse sorgen

Indem ein wenig mehr Technikgeschichte integriert werde, soll sich laut ihm auch das Profil des Nordwolle-Museums verändern, das bislang hauptsächlich auf die Sozialgeschichte ausgerichtet gewesen sei. Von einer Verbindung zu den MINT-Fächern verspreche sich das Museum, attraktiver für Schüler zu sein, die sich dafür begeistern. Entelmann ließ wissen, dass die Grundidee für das Konzept vom Museum stamme, aber für die Umsetzung ein Gestaltungsbüro beauftragt werde.
 

Veraltetes Konzept macht Investitionen erforderlich

In der Folge kam der Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer aus Vechta zu Wort, der auch als Wahlkreispate für Delmenhorst fungiert, weil die Stadt keinen eigenen CDU-Landtagsabgeordneten hat: „Das Museum ist ein ganz wichtiger Anknüpfungspunkt. Das jetzige Konzept stammt aus der Mitte der 1990er Jahre. Die Kinder starren jetzt schon nur noch aufs Handy. Deswegen muss das Konzept überarbeitet werden. Es muss investiert werden, das ist klar.“
 

Stadt kann Kosten nicht allein bewältigen

Außerdem erachte er das Museum als sehr bedeutend für die Stadtgeschichte und -identität. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Heinrich-Karl Albers teilte mit, dass beide Delmenhorster Bundestagsabgeordnete eingeweiht seien. Ferner gab er folgenden Hinweis: „Die Kommune zahlt jährlich über 900.000 Euro für das Museum.“

Hero Mennebäck, der Leiter des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur beteuerte: „Wir sind bemüht, unsere Kultureinrichtungen weiterzuführen.“ Er verwies auch auf das Theater Kleines Haus, an dem ebenfalls Arbeiten nötig seien. Offen gab Mennebäck zu: „Die Kosten sind nicht eins zu eins vom Haushalt der Stadt zu tragen.“
 

Über drei Millionen Euro Kosten geplant

Planmäßig wird von einem Betrag von insgesamt 3.050.000 Euro ausgegangen, der sich aus drei Baustufen zusammensetzt. Die erste Baustufe umfasst eine Fläche von 1.889 Quadratmetern für rund anderthalb Millionen Euro. Mit 500 Quadratmetern und etwa einer halben Millionen Euro schlägt die zweite Baustufe zu Buche.

Für die dritte Baustufe sind 800 Quadratmeter und circa 800.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen noch auf fünf Jahre ausgelegte Projektkosten im Umfang von 250.000 Euro für eine halbe Wissenschaftsstelle und eine Volontariat. Angesichts der Summe setzte Dr. Siemer folgendes Argument dagegen: „Für die Menschen der Stadt Delmenhorst ist es wichtig einen intellektuellen Anlaufpunkt zu haben.“
 

Kein eingeschränkter Zugang ins Museum

Stelljes-Szukalski merkte erfreut an: „Es ist ideal dass es unterschiedliche Bauabschnitte gibt“. Dr. Jöhnk bestätigte: „Trotz der Umstrukturierung bleibt das Museum durchgängig geöffnet.“ Darin erkennt Stelljes-Szukalski einen wesentlichen Vorteil. Danach gefragt, woher Fördermittel bezogen werden sollen, wies Dr. Siemer auf die vielen Stiftungen und Einrichtungen im Oldenburger Land hin.

In diese Überlegungen sei auch das Wissenschaftsministerium eingebunden. Als Mitglied im Finanz- und Haushalts- sowie im Wissenschafts- und Kulturausschuss im Niedersächsischen Landtag verkündete er: „Ich werde mich mit Deniz Kurku abstimmen, um einen entsprechenden Vorschlag im Landtag vorzubringen, worüber im November entschieden wird.“

Dass alle Stiftungen in der Region und in Niedersachsen bereits mit dem Projekt vertraut seien, legte Dr. Jöhnk dar. „Wir befinden uns schon in der Phase der Antragstellung. Unsere Hoffnung ist, noch in diesem Jahr starten zu können, wenn Mittel zur Verfügung stehen“, berichtete er. Gute Chancen darauf sieht Dr. Siemer, da aufgrund der Historie des Industriegebiets ein Alleinstellungsmerkmal gegeben sei, was es ermöglichen sollte, auch mit überregionalen Mitteln ausgestattet zu werden.
 

Strahlkraft des Museums bedarf Pflege

„Das Museum ist schon eine Einrichtung, die nach außen strahlt“, ist Dr. Jöhnk überzeugt. In die gleiche Richtung gingen Dr. Siemer Schlussworte: „Ich glaube, dass Museum ist eine Perle, die regelmäßig gepflegt oder geputzt werden muss, damit sie auch überregional glänzt.“
 
Bild: Der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer (v. l.) beriet sich mit Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk, dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinrich-Karl Albers, dem Fachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur Hero Mennebäck und der Ratsfrau Dorothea Stelljes-Szukalski (CDU) über Fördergelder für ein neues Konzept des Nordwolle-Museums.



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