Neuer „grüner“ Wertstoffhof in Delmenhorst eingeweiht – 5 Millionen Euro investiert [Fotos 📸]
Neuer „grüner“ Wertstoffhof in Delmenhorst eingeweiht – 5 Millionen Euro investiert
Am Freitag, 16. August, wurde der neue Wertstoffhof in der Steller Straße in Delmenhorst eingeweiht. Künftig ausgelegt als sogenanntes Rückkonsumzentrum, ist es eine der modernsten Anlagen in ganz Deutschland. Investiert wurden fünf Millionen Euro.
Vor 12 Jahren habe man sich dem Thema „Alte Containerstationen“ angenommen, sagte Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen am Freitag im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten. Diese seien bereits damals schon länger nicht mehr zeitgemäß gewesen. Beispiel Steller Straße, die Situation dort bisher: Der Betriebshof ist eng, eine schmale steile Rampe, die vor Jahrzenten konzipiert und nicht für die Ausmaße aktueller Autos ausgelegt ist, musste erklommen werden und der zu entsorgende Abfall in räumlicher Enge über Kanten gewuchtet werden.
Überdacht und komfortabel
Der neue Hof präsentiert sich wesentlich angenehmer. Viele Abgabebereiche der neuen Anlage sind überdacht, es gibt mehr Platz und eine klare Beschilderung. Ein Automatensystem für die Bezahlung, an dem mit Bargeld und Karte gezahlt werden kann, macht die finanzielle Abwicklung für die Mitarbeiter einfacher.
„Es ist eines der letzten Werkstücke unter meiner Regie“, resümierte der scheidende SWD-Chef Hans-Ulrich Salmen (das letzte DelmeNews-Interview mit ihm gibt es übrigens hier). Er dankte den an der Realisierung beteiligten Firmen, und auch die Verwaltung, namentlich der Fachbereich 5 und das Gewerbeaufsichtsamt, hätten „keine Probleme bereitet, sondern Lösungen präsentiert.“
Budget wurde eingehalten
Die Bauzeit verzögerte sich zwar um ein paar Wochen, doch das Budget von fünf Millionen Euro wurde eingehalten.
Die neue Anlage ist ein „Highlight“ – brütende Tauben
Die neue Anlage sei für sie „ein Highlight“, sagte Oberbürgermeisterin Petra Gerlach vor dem Hintergrund, dass es erst ganz wenige Rückkonsumzentren in Deutschland existieren. „Es gibt noch nicht viele in Deutschland, wir sind ganz weit vorn.“ Zu dem Aspekt Nachhaltigkeit passe auch, dass sie gerade zwei Tauben entdeckt habe, die unter dem schützenden Dach der Anlage ihr Nest zum Brüten errichteten.
Rückkonsumzentrum: Zertifizierung ist noch abzuschließen
Neben der Entsorgung ist das Ziel von Rückkonsumzentren, möglichst viele der abgegebenen Produkte weiter zu erhalten und etwa gut erhaltene Möbel oder funktionierende Elektrogeräte wieder einer Nutzung zuzuführen. Bis es in Delmenhorst soweit ist, wird allerdings noch etwas Wasser die Delme hinunter fließen.
ADG-Chef Jens Ohde und Volker Czerner, Leiter der Abteilung Abfallservice, rechnen damit, dass der gesamte nun anstehende Zertifizierungsprozess, um offiziell das RAL-Gütesiegel „Rückkonsumzentrum“ tragen zu dürfen, rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird. Das hat für die Verbraucher allerdings keinerlei Auswirkungen. Sie können ab sofort das neue Zentrum an der Steller Straße zur Entsorgung nutzen. Die bisherige Anlage nebenan ist nun geschlossen.
Längere Öffnungszeiten – Vier- statt Sechstage-Woche
Da die neue Anlage nun bereits um 9 Uhr morgens und nicht erst wie die alte bisher um 12 Uhr öffnet, waren personelle Umstrukturierungen nötig, wie Volker Czerner verriert. Der neue Wertstoffhof ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
„Es ist eine große Umstellung, aber auch eine große Chance für eine bessere Work-Life-Balance“, so Czerner. Die insgesamt 13 Mitarbeiter, die im Schichtbetrieb auf der Anlage zum Einsatz kommen – fünf Mitarbeiter sind ständig vor Ort – haben künftig längere Arbeitstage, dafür allerdings den Samstag plus einen weiteren Arbeitstag in der Woche frei.
Blumen für den ersten offiziellen Kunden
Der neue Wertstoffhof wurde zusammen mit Mitarbeitern, Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie beteiligten Unternehmen in feierlichem Rahmen eingeweiht. Davon profitierte auch der erste Kunde. Hans-Joachim Steiner, der erste offizielle Kunde nach der Eröffnung, der einen Autoreifen zur Entsorgung abgab, bekam einen Blumenstrauß aus der Hand von Oberbürgermeisterin Gerlach. Zugegebenermaßen war es nicht der allererste Kunde, in den Tagen zuvor hatte es bereits einen Testbetrieb der Anlage gegeben.
Was nimmt der neue Wertstoffhof an?
Was nimmt der neu Wertstoffhof an Produkten an? An Schadstoffprodukten werden neben Farben und Lacken, Motorölen, Batterien, Spraydosen, Gebinden mit minimalem Restinhalt künftig unter anderem auch Holzschutzmittel und Insektizide, Lösemittel und Reiniger sowie Feinchemikalien, wie sie auch am Schadstoffmobil entsorgt werden können, entgegengenommen.
Ebenso können die Delmenhorster Fensterrahmen und Rollläden (PVC ohne Verglasung), Flachglas, Matratzen, Papier/Pappe/, Leichtverpackungen, Kunststofffolien, Metallschrott, Teerpappe, Dämmmaterialien (KMF, Styropor), Asbest, gemischte Baustellenabfälle, Bauabfälle auf Gipsbasis (Rigips), Altreifen (ohne Felge) zum neuen „grünen Wertstoffhof“ bringen. Alte Elektrogeräte sollten noch bis September an der Station an der Lemwerderstraße entsorgt werden. Danach ist eine Abgabe auch an der Steller Straße möglich.
Neuer Wertstoffhof Steller Straße:
– Investitionskosten: ca. 5 Mio. Euro
– Gesamtfläche: ca. 7.500 Quadratmeter
– 4 Kundenbereiche:
– Containerbereich Hoffläche
– Containerbereich überdachte Ebene
– Gefahrstoffbereich
– ebenerdiger Bereich mit Schüttgutboxen.
– bis zu 5 PKW gleichzeitig können abladen
– Platz für 29 Container inkl. Reserve (Vergleich: Lemwerder Straße: 16 Container)
– Öffnungszeiten: Mo. – Fr.: 9 – 18 Uhr Sa.: 9 – 16 Uhr
– Photovoltaikanlage auf dem Dach
- Die Entsorgungsbereiche Bereiche sind klar beschriftet.
- Hans.Joachim Steiner entsorgt einen Autoreifen.
- An der Eröffnungsfeier nahmen Mitarbeiter, Vertreter von beteiligten Unternehmen, Politik und Verwatung teil.
- Die Band „Industrial Drummers“ aus Hamburg trommelte im ADG-Dress auf Mülltonnen und -eimern.
- Die Zufahrt in den überdachten Bereich erfolgt über eine Rampe.
- Jens Ohde (ADG), Hans-Ulrich Salmen (SWD). Jürgen Waßer (Aufsichtsrat) und Petra Gerlach (Oberbürgermeisterin) beim Durchchneiden des roten Bands.
- Die Anlage verfügt über einen großen überdachten Bereich. Unten hinter der Tür im Vordergrund ist das Problemstofflager.
- Die bisherige Anlage nebenan bleibt nun geschlossen.
Bild ganz oben: Jens Ohde (ADG), Hans-Ulrich Salmen (SWD). Jürgen Waßer (Aufsichtsrat) und Petra Gerlach (Oberbürgermeisterin) beim Durchchneiden des roten Bands.



















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