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Landtagswahl in Delmenhorst: Deniz Kurku gewinnt mit Abstand [Live-Video vom Wahlabend]

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Bei der Landtagswahl hat sich in Delmenhorst Amtsinhaber Deniz Kurku (SPD) nach 2017 erneut das Direktmandat für Delmenhorst gesichert. Kurku holte 41,7 Prozent der Stimmen und hatte mehr als 4.500 Stimmen Vorsprung vor seinem CDU-Herausforderer Jürgen Waßer, der auf 24,7 Prozent der Stimmen kam. Jaroslaw Poljak von der AfD holte 14,2 Prozent der Stimmen, mehr als Grüne, FDP und Linke. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent und war damit 3 Prozentpunkte niedriger  als 2017 (52,6 Prozent).

Stefan Oliver Brinkmann erreichte für die Grünen 8,7 Prozent der Stimmen, Murat Kalmis (FDP) holte 4,1 Prozent, Edith Belz von der Linken 3,1 Prozent. Felix Laukart von den Freien Wählern kam auf 1,7 Prozent der Stimmen, Michael Pilk (dieBasis) auf 1,5 Prozent und Bernhard Steffen (SGV) 0,4 Prozent.

„Schwere Enttäuschung“ für Jürgen Waßer

 

CDU-Kandidat Jürgen Waßer hatte schon im Vorfeld gewusst, dass es schwer werden würde gegen Amtsinhaber Deniz Kurku. Schon vor dem Wahlsonntag verglich er seinen Antritt gegen ihn mit einem Fußballspiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC Bayern. Dennoch war Waßer vom Ergebnis enttäuscht. Noch während der Auszählung sagte er: „Das ist keinesfalls das, was ich erwartet hatte. Das ist eine schwere Enttäuschung, das gebe ich unumwunden zu. Ich hatte mit deutlich mehr gerechnet.“ Die Zahlen müsse man nun aufarbeiten.

 

Stefan Oliver Brinkmann: „Grüne in Delmenhorst immer schwächer“

Stefan Oliver Brinkmann konnte mit seinen 8,7 Prozent nicht vom Aufwind der Grünen im Land profitieren. Bei den Zweitstimmen kommen die Grünen in Delmenhorst auf 11,2 Prozent während die Partei laut Hochrechnung von 20:57 Uhr in Hannover auf 14,5 Prozent der Stimmen kommt. Die Grünen lägen in Delmenhorst regelmäßig 30 Prozent unter dem Landesschnitt, so Brinkmann. „Die Struktur in Delmenhorst ist nicht so wie in Städten mit vielen Studenten“, so Brinkmann.

 

Murat Kalmis sieht Bundesthemen im Fokus

„Das ist nicht das Ergebnis, was man sich erhofft hat, dennoch bin ich zufrieden“, sagte Murat Kalmis, Kandidat der FDP. „Die Themen der Bundespolitik haben vieles überlagert und das ist der Ausdruck dafür.“

Personalengpass bei den Linken

Ihren Wunden lecken muss die Linke. Kandidatin Edith Belz sagte: „Damit kann man nicht zufrieden sein, weder in Hannover noch in Delmenhorst.“  Man habe in Delmenhorst keinen intensiven Wahlkampf gemacht, so Belz. Schon aus personellen Kapazitäten heraus sei das nicht möglich gewesen. „Wir hatten aber auch nicht das Gefühl, dass die Leute groß Interesse haben.“ An den Info-Ständen hätten die Bürger sich zwar Informationsmaterial organisiert, aber man habe den Eindruck, es sei für die Leute gerade alles viel zu viel.

AfD: Ein Glas Champagner auf den Erfolg

„Ich bin zufrieden, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, sagt Jaroslaw Poljak, der Landtagskandidat der AfD. Er holte 14,2 Prozent der Stimmen, seine Partei bekam 14,9 Prozent der Zweitstimmen, während die AfD im Land laut Hochrechnung auf gerade mal 11 Prozent kommt. Was hat den Erfolg ausgemacht? „Wir haben sehr gute Arbeit gemacht und sind an die Leute herangetreten“, so Poljak. „Die Leute haben gesehen, wie wichtig uns das ist.“ Vertrauen in die Altparteien sei verloren gegangen, so Poljak. „Wir haben natürlich auch davon profitiert, dass das Ergebnis in Niedersachsen gut gewesen ist.“

Deniz Kurku gewinnt fast alle Wahllokale

Wie drastisch der Erfolg von Wahlsieger Deniz Kurku ist, zeigt sein Abschneiden verteilt auf die einzelnen Wahllokale. Von den insgesamt 63 Wahllokalen musste sich Kurku lediglich im Wahllokal „Schule Hasbergen“ geschlagen geben, das Jürgen Waßer gewann. Einen Gleichstand gab es im Wahllokal Parkschule II: 23,0 zu 23,0 Prozent.

 

Kurku bleibt bei der Auszählung bescheiden

Amtsinhaber Kurku wollte sich trotz seines sich abzeichnenden Erfolges während der Auszählung noch keine Glückwünsche von anderen Parteien entgegen nehmen und blieb bescheiden. Er wolle erst das Ergebnis abwarten und sagte: „Aber natürlich freue ich mich über das bisher bei der Auszeichnung Erreichte.“

 

  • Ergebnis Landtagswahl 2022 – Erststimmen:
    Deniz Kurku (SPD): 41,7 Prozent (2017/Deniz Kurku: 41,7 Prozent) | Jürgen Waßer (CDU): 24,7 Prozent (2017/Frauke Wöhler: 34,0 Prozent) | Stefan Oliver Brinkmann (Grüne): 8,7 Prozent (2017/Sinan Shikho: 5,4 Prozent) | Murat Kalmis (FDP): 4,1 Prozent (2017/FDP ohne eigenen Kandidaten) | Jaroslaw Poljak (AfD): 14,2 Prozent (2017/Jürgen Kühl: 11,0 Prozent) | Edith Belz (Linke): 3,1 Prozent (2017/Edith Belz: 5,9 Prozent) | Michael Pilk (dieBasis): 1,5 Prozent (2017/-) | Felix Laukart (Freie Wähler): 1,7 Prozent (2017/Karin Benoit: 2,0 Prozent) | Bernhard Steffen (SGV): 0,4 Prozent (2017/-).
  • Ergebnis Landtagswahl 2022 – Zweitstimmen:
    CDU: 23,7 % (2017: 28,3 %)
    SPD: 36,7 % (2017: 38,8 %)
    Grüne: 11,2 % (2017: 6,6 %)
    FDP: 4,1 % (2017: 7,0 %)
    Linke: 3,2 % (2017: 5,8 %)
    AfD: 14,9 % (2017: 10,5 %)
    Sonstige: 6,3 % (2017: 3,0 %)

 

Bei den Zweitstimmen wurde die SPD in Delmenhorst mit 36,7 Prozent (2017: 38,8 Prozent) der Stimmen wie auch 2017 wieder stärkste Partei. Die CDU kam auf 23,7 Prozent (2017: 28,3 Prozent). Auch die AfD mit 14,9 Prozent (2017: 10,5 Prozent) und die Grünen mit 11,2 Prozent (2017: 6,6 Prozent) blieben locker über der Fünf-Prozent-Marke. Die FDP holte 4,1 Prozent (2017: 7,0 Prozent) und die Linke kam 3,2 Prozent (2017: 5,8 Prozent), während die sonstigen Parteien zusammen 6,3 Prozent erzielten.

Wahlbeteiligung: 49,6 Prozent

 

Eine Auflistung des Abschneidens der Kandidaten in den einzelnen Wahllokalen gibt es hier (PDF-Datei).

 

Live-Video vom Wahlabend mit vielen Gesprächspartnern:

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