Kramermarkt Delmenhorst: Anreise und Aufbau der Schausteller hat begonnen

Die Vorbereitungen laufen, vom 03. bis 11. Mai 2025 findet der Kramermarkt auf den Graftwiesen mit Riesenrad, etlichen weiteren Fahrgeschäften, Fressbuden und viel Musik statt. Zahlreiche Schausteller sind bereits angereist. Der Graft-Parkplatz ist für die Nutzung durch die Öffentlichkeit gesperrt. Vor wenigen Tagen gab es schon die entsprechende Information seitens der Stadtverwaltung. Mit einem kleinen Rundgang lässt sich unschwer erkennen, vor welchen Herausforderungen die Betreiber stehen. Tatsächlich ist der Aufbau nämlich alles andere als die „Ruhe vor dem Sturm“.

Erst am 27. April war die Osterwiese in Bremen – gewissermaßen als die „größere Schwester“ in der benachbarten Hansestadt – ins Finale gegangen, die mit rund 500.000 Besuchern ein zufriedestellendes Ergebnis vermeldet hatte. Dass angesichts der aktuellen Geschehnisse immer auch die Frage nach der Sicherheit eine nicht unbedeutende Rolle spielte, wurde mit einem angepassten Sicherheitskonzept beantwortet. Und das konnte sich durchaus bewähren. Eine der Anforderungen, mit denen auch die Verantwortlichen in Delmenhorst umgehen werden müssen.

Wer letztlich als Gast zwischen den natürlich penibel pünktlich aufgebauten Buden schlendern wird, macht sich zuweilen kaum eine Vorstellung davon, dass die allermeisten Karrussels, Fahrgeschäfte, Bierbuden und mehr für den Transport von einem Event zum nächsten zunächst kleinteilig zerlegt und anschließend wieder zusammengebaut werden müssen. Das reicht von den größten Aufbauten über die Werbeschilder bis zu den kleinsten Schrauben. Und zwar veranstaltungssicher, vor der Eröffnung erfolgt jedes Mal eine technische Abnahme.

Kleinteilig zerlegt und veranstaltungssicher wieder zusammengebaut

Die erste der Hürden für reges Treiben auf dem traditionellen Fest in Delmenhorst, was durchaus auch als Omen für vernünftige Umsätze verstanden werden kann, haben die Schausteller ganz offensichtlich schon jetzt genommen: Das Wetter spielt mit; brüllender Sonnenschein begleitet die Aufbautage. Ob wirklich alle Beteiligten zum jetzigen Zeitpunkt davon begeistert sind, darf mit einem kleinen Augenzwinkern bezweifelt werden. Denn die Akteure haben noch einige schweißtreibende Arbeiten vor sich, bevor die große Sause steigen wird. Doch die sind das gewohnt. Irgendwie schwebt überall auch ein bisschen „retro“ mit.

Eine Portion „retro“ wird auch diesmal wieder mitgeliefert.

Tonnenschweres Material muss bewegt und aufgebaut werden. Allenfalls wenige können einfach mit ihrem Verkaufswagen anrollen. Und selbst die müssen reichlich Material verstauen und an die zugriffsbereiten Stellen bringen. Am Montag, jedenfalls ist der Graft-Platz zwar bereits an vielen Stellen überfüllt. Dennoch werden die oftmals riesigen Schaustellerbuden, Wohnwagen, Anhänger und Co. von den Fahrern mit einer Präzision in den wenigen Lücken geparkt, wie man die eigentlich nur bei höchst erfahrenen Berufskraftfahrern vermuten würde.

Die an solchen Volksfesten hängende Peripherie ist für Außenstehende kaum vorstellbar

Die Frühjahrsausgabe des Delmenhorster Volksfestes lockt alljährlich Zigtausende Besucher. Die Hoffnung darauf, dass sich das auch 2025 wiederholen wird, ist groß Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Branche mit diversen Sorgen zu kämpfen hat. So ist deutlich zu spüren, dass den Besuchern das Geld nicht mehr so locker in der Tasche sitzt. Darüber hinaus sind die allgemeinen Kosten wie etwa die Strom- und Einstandspreise massiv angestiegen. Und die Nachwuchssorgen sind in den Betrieben der Branche oftmals noch größer als auf dem herkömmlichen Arbeitsmarkt. Einfach aufhören und sich einen anderen Job suchen, funtioniert auch nicht, zumal die Fahrgeschäfte häufig kreditfinanziert sind.

Dass allein der Fuhrpark äußerst belastbar sein muss, um erstens die schweren Lasten zu transportieren und zweitens die zahlreichen Kilometer im Laufe der Jahrzehnte zu verkraften, spiegelt sich schon in der Tatsache, dass ein Lkw-Abschleppwagen vor Ort war, der auch mal den einen oder anderen Lkw auf die Achse nahm. Man spürt bei den Erfahrenen diesen speziellen Pragmatismus: Problem sind dazu geschaffen, sie zu bewältigen.

Nicht jeder Lkw will durch die engen Gänge, wie der Besitzer es möchte.

Am Tag der Eröffnung wird der beliebte Festumzug um 14:00 Uhr am Stadion in der Düsternortstraße starten. Von dort aus führt der Weg auf das Festgelände auf den Graftwiesen. Die Eröffnung soll dann durch Oberbürgermeisterin Petra Gerlach mit dem offziellen Fassbieranstich erfolgen. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Ob die Schausteller das alles rechtzeitig schaffen werden? Spätestens zum Countdown heißt es „The Show must go on!“ Das sind echte Profis ihres Fachs. Wir haben keine Zweifel.

((Beitragsbild: Der berühmte Pelikan wartet auf seinen Einsatz))

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