Kostenlose Früchte, Beeren und Nüsse in Delmenhorst: Hier ist die Ernte gratis möglich
Gesunde Ernährung liegt im Trend und ist zugleich ein Grundbedürfnis. Im Super-, Bio- oder Wochenmarkt nicht mehr zugreifen zu können, ist für viele Bürgerinnen und Bürger auch in Delmenhorst schon längst zu einer schmerzhaften Realität geworden. Die steigenden Preise fressen immer größere Löcher ins beengte Portemonnaie. Doch laut einer spezialisierten Internetseite kann das Angebot direkt aus der Natur auch kostenlos genutzt werden.
Nicht mehr lange, dann locken Bäume und Sträucher wieder zum Pflücken, der Erntesommer steht bevor. Wer keinen eigenen Garten besitzt und sich auch die Preise für frisches Obst, Beeren oder Nüsse nicht leisten kann, muss dennoch nicht leer ausgehen. Immerhin existieren in Delmenhorst etliche Standorte, an denen Früchte legal kostenlos gepflückt werden dürfen. Veröffentlicht werden die regelmäßig auf der Online-Plattform mundraub.org. Und das sind aktuell immerhin beinahe 50 Adressen, auf denen sich kostenfrei regionale Früchte und Co. frei von langen Anfahrtswegen ernten lassen. Die Erntestellen sind zwar höchst selten als solche beschildert, allerdings im Internet innerhalb der Community ausgewiesen.
Auf der Plattform werden die entsprechenden Stellen von den Usern eingetragen. Interessanterweise kommen immer wieder neue hinzu, so erst kürzlich. Beispielsweise sollen sich Himbeeren, Brombeeren als auch Apfelbäume auf der Grünfläche zwischen dem Niedersachsendamm und der Straße An der Riede befinden. Ebenso als Pflückstelle markiert ist etwa der Spielplatz an der Sonderburger Straße. Auch auf der zentralen Grünfläche der Stadt – der Graft – finden sich Apfelbäume. Wer noch ein wenig länger wartet, findet im Herbst an der Willy-Brandt-Allee in Deichhorst Walnüsse. Es gibt etliche weitere Möglichkeiten, ohne Nachbars Garten entern zu müssen.
Dennoch sollten einige Aspekte beachtet werden. Denn was auf den ersten Blick verlockend und gesund aussieht, muss es nicht immer sein. Das Problem: Potenzielle Krankheitskeime sieht man nicht. So ist es bei Brombeeren oder Himbeeren sinnvoll, eher bei den weiter oben wachsenden Früchten zuzugreifen. Die tieferwachsenden könnten aufgrund des Kontakts mit Füchsen, Hunde oder Katzen von dem sogenannten Fuchsbandwurm befallen sein. Der Parasit ist mit bloßem Auge nicht sichtbar, kann aber auch Menschen befallen. Der unabdingbare Grundsatz lautet ohnehin: Was man nicht kennt, das pflückt und isst man nicht.
Obschon Mirabellen, Himbeeren oder Brombeeren und weitere Sorten selbstverständlich auch und gerade in Naturschutzgebieten besonders gut wachsen, gilt hier ein Pflückverbot. Die Natur möchte und soll dort in Ruhe gelassen werden. Diese Areale sind keinesfalls dafür gedacht, sich den gesunden Teller kostenlos zu decken. Grundsätzlich sollte es für jeden eine Selbstverpflichtung sein, sich in und gegenüber der Natur respektvoll zu verhalten und nicht achtlos umher zu trampeln. Dass kein Unrat weggeworfen werden sollte, gilt gleichwohl etwa für Pilze oder Kräuter. Die erst zu pflücken und anschließend wieder wegzuschmeißen, zumal sie vielleicht doch nicht so schmackhaft wirken wie auf den ersten Blick, widerspricht dem Gedanken grundsätzlich. Da hätte man sie lieber weiter wachsen und im Ökosystem belassen können.
Tatsächlich ist mundraub.org ein nützlicher Wegweiser für Menschen, die einen Ausflug in die Natur mit dem kostenlosen Sammeln von Früchten, Beeren, Nüssen und vielen weiteren Schätzen für den gesund gedeckten Tisch verbinden möchten. Aufgeführt sind dort sinnvollerweise diverse Hinweise hinsichtlich der zu beachtenden Regeln. Teils handelt es sich dabei um konkrete Vorschriften insbesondere im Kontext des Naturschutzes. Andere wiederum appellieren an das empathische und umweltbewusste Verhalten der Sammler. Wohlschmeckende Ernährung zum Nulltarif – aber bitte mit Verantwortung.
((Beitragsbild: Ältere Apfelsorten in der Graft auch als Option für Allergiker.))









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