Kommunalwahl Delmenhorst: Ein Koffer voller Wahlzettel verschwunden

In der Stadtratsitzung am Dienstag gab es zunächst Blumen und Danksagungen für die scheidenden Ratsmitglieder. Kurz danach wurde es geradezu brisant. Wahlleiterin Sina Dittelbach berichtete über einen Vorgang, den es laut der Fachbereichsleiterin „(…) in Delmenhorst so noch nie gegeben hat.“ So hatte sie bestätigt, dass aus dem Wahlbezirk 112 – Willms-Gymnasium – ein Koffer mit Stimmzetteln der Kommunalwahl vom 13. September 2026 verschwunden ist.

So habe es einen Einspruch gegen das Wahlergebnis gegeben, woraufhin die Protokolle und Niederschriften vom Wahlabend überprüft werden mussten. Insbesondere in zwei Wahllokalen waren Auffälligkeiten festgestellt worden. Allerdings mit zeitlicher Verzögerung. Ene entsprechende Mail mit dem Hinweis auf Unstimmigkeiten hatte es erst am 25. September 2026 gegeben, woraufhin die Stimmen aus den beiden Wahllokalen nachgezählt hätten werden müssen.

Die überprüfende Neuauszählung im Wahlbezirk 114 – Max-Planck-Gymnasium – hatte keine Beanstandungen ergeben. Auch im Bezirk 112 – Gymnasium an der Wilmsstraße – waren die Stimmen ausgezählt und dokumentiert, allerdings konnte die Überprüfung per Nachzählung nicht durchgeführt werden. Der Grund: Die in einem versiegelten Koffer aufzubewahrenden und anschließend einzulagernden Stimmzettel konnten nicht aufgefunden werden.

Die Vermutung, auch in diesem Wahlbezirk habe es allenfalls marginale und somit nicht wahlbeeinflussende Unstimmigkeiten gegeben, wurde damit zur nicht beweisbaren Mutmaßung. Sina Dittelbach erklärte, dass das vorläufige Endergebnis nun im Amtsblatt veröffentlicht wird und innerhalb einer Frist von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden kann. Ein Einspruch habe aber keine aufschiebende Wirkung.

Der Verlust der Stimmzettel von bis zu 270 Wählern könnte eine Teil-Wahlwiederholung im betreffenden Bezirk zur Folge haben. Pikanterweise wird der Umgang mit der Situation erst vom neu konstituierten Stadtrat diskutiert, der dann auch über den Widerspruch entscheidet, also eine mögliche Neuwahl im betreffenden Bezirk. Faktisch bedeutet das, dass der Stadtrat im Nachhinein über sich selbst entscheiden wird.

Obschon sich an den Mehrheitsverhältnissen grundlegend nichts ändern würde, könnte es durchaus Verschiebungen bei der Sitzverteilung im Stadtrat haben. Konstatiert wurde, wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Dennoch verbleibt die Frage: Wo sind die Stimmzettel aus dem vom Vorstand des Wahllokals versiegelten Koffer, der vom Leiter des Wahllokals minutiös dokumentiert an die Wahlleitung übergeben wird, geblieben?

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((Beitragsbild oben: Symbolbild Wahllokal))

 

 

 

 

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