Knapp 9 Millionen Euro für Ganderkesee

Ganderkesee soll voraussichtlich rund 8,9 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen von Bund und Land erhalten. Diese Mittel können helfen, notwendige Investitionen umzusetzen und Zukunftsprojekte voranzubringen. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, bestehende Prioritäten da neu zu bewerten, wo viele Menschen seit Jahren konkrete Sorgen haben.

Besonders deutlich wird das bei den Straßenerstausbaumaßnahmen. Am Ohlenbuschweg in Bookholzberg wurde sichtbar, wie hoch die finanzielle Belastung für einzelne Anwohner ausfallen kann. Nach der derzeitigen Regelung tragen die betroffenen Grundstückseigentümer bis zu 90 Prozent der beitragsfähigen Kosten, wodurch für einzelne Grundstücke Belastungen von über 60.000 Euro im Raum stehen. Auch weitere Straßen sind in den kommenden Jahren von ähnlichen Regelungen betroffen. Deshalb hat Die Linke ein 60:40-Modell vorgeschlagen, bei dem die Gemeinde einen größeren Anteil der Kosten übernimmt, um die Belastungen für Familien, Eigentümer und ältere Menschen spürbar zu reduzieren.

Straßenerstausbaumaßnahmen

Eine Mehrheit der Fraktionen von CDU und SPD hat diesen Vorschlag bislang abgelehnt. Als Begründung wurde auf die schwierige Haushaltslage der Gemeinde verwiesen. Mit den nun angekündigten rund 8,9 Millionen Euro stellt sich diese Diskussion jedoch erneut: Wenn zusätzliche Mittel ausdrücklich für Infrastrukturinvestitionen bereitgestellt werden, dann muss aus Sicht des Ratsherrn Martin Faqeri (Die Linke) geprüft werden, ob dadurch auch mehr Spielraum entsteht, um Bürgerinnen und Bürger bei Straßenerstausbaumaßnahmen stärker zu entlasten.

Medizinische Versorgung

Auch die medizinische Versorgung in Ganderkesee müsse aus Sicht der Linken stärker in den Mittelpunkt rücken.
Schon heute erleben viele Menschen, wie schwierig es geworden ist, Hausarzttermine zu erhalten oder wohnortnah eine ärztliche Versorgung sicherzustellen. Daraus ergibt sich die Frage, wie die Gemeinde langfristig auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Ärztemangel reagieren möchte. Andere Kommunen beschäftigen sich bereits mit Ärztehäusern, Medizinischen Versorgungszentren und regionalen Gesundheitszentren, um die Versorgung langfristig zu sichern und zusätzliche Fachrichtungen vor Ort anzubinden. Solche Modelle können helfen, hausärztliche und fachärztliche Angebote zu bündeln, Nachfolgelösungen für ausscheidende Ärzte zu schaffen und die medizinische Versorgung zukunftssicher aufzustellen. Die angekündigten Fördermittel böten die Chsance dazu.

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