Jute-Center die Zweite – Parkplätze und Erreichbarkeit für Behinderte vergessen

Vor wenigen Tagen veröffentlichten wir einen Artikel, in dem die aktuelle Parkplatznutzung am Jute-Center thematisiert wurde. Die Resonanz war beachtlich. Offensichtlich ist die Situation mit über 24 Stunden aufsummierter Parkzeit ein Ärgnernis, das bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern in Delmenhorst für unverständiges Kopfschütteln sorgt. Doch die Posse geht weiter. In diesem Kontext bekamen wir einen Anruf von einem Herrn „V“ mit Gehbehinderung. Der würde auch gerne shoppen. Doch er steht vor gleich mehreren pragmatischen Problemen:

Gehbehinderte würden auch gerne shoppen

Möchte er die gebührenfreie Parkzeit von vier Stunden auf dem Parkdeck in Anspruch nehmen, sind dort zwar in der Regel ausreichend Flächen, die darüber hinaus auch ausreichend groß bemessen sind. Allerdings sind hier keine Parkplätze für die Fahrzeuge von Schwerbehinderten reserviert. Vor dem Bereich des Edeka-Marktes zum aktuellen Stand ebenfalls nicht. Demgegenüber ist der Weg zum Fahrstuhl auch mit Hinweis auf Behinderte deutlich sichtbar ausgeschildert. Doch die Zeit läuft. Dort muss man erstmal angekommen sein.

Ausreichend groß bemessene Parkplätze sind auf dem Deck vorhanden, aber nicht ausgeschildert.

Um schneller bei den Geschäften zu sein und dabei nicht die gebührenfreie Parkzeit von – unten – zwei Stunden zu überziehen, müsste er auf der Freifläche zwischen den Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern parken. Doch auch dort sind lediglich auf der dem Edeka-Markt konträr gegenüberliegenden Seite überhaupt Behindertenparkplätze vorhanden. Hat er mit seinem „aG“ im Behindertenausweis die somit langen Wege hinter sich gebracht, ist die Zeit längst abgelaufen.

Vor den Geschäften haben insbesondere Rollstuhlfahrer ein Problem mit dem Ein- und Aussteigen

Herr „V“ (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) fühlt sich schlichtweg übersehen, wenn nicht sogar durch die aktuelle Zeitregelung und die eben nicht in sinnvollen Bereichen vorhandenen Behindertenparkplätze diskriminiert. Die gegenwärtige Regelung ist für ihn geradezu schockierend; ganz so, als wolle man ihn und all die anderen Schwerbehinderten nicht gleichstellen, sondern ausgrenzen.

Die wenigen Behindertenparkplätze liegen vom Edeka-Markt eine gefühlte Ewigkeit entfernt

Dass entsprechende Parkmöglichkeit für Pkw-Fahrer mit entsprechender Berechtigung nur im aktuellen Entwicklungsstatus noch nicht vorhanden seien und später fertiggestellt würden, kann Herr „V“ nicht nachvollziehen. Immerhin sind es die Parkmöglichkeiten, die per se in erster Reihe entstehen müssten. Das Planungs-Chaos scheint sich insbesondere mit einem Blick auf die Vergangenheit zu verdichten. Geplant wird seit mittlerweile einem Vierteiljahrhundert und befinden sich inzwischen im 25. Jubiläumsjahr.

 

((Beitragsfoto: Freundlich begrüßt, aber gegenwärtig lückenhaft durchdacht))

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