Jahnz und Hausverwaltung uneins über Zukunft von Wollepark-Problemhäusern – Am Wollepark 11 und 12 für unbewohnbar erklärt – Video

01. 11. 2017 um 14:55:11 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Der heutige 1. November dürfte künftig fest im Gedächtnis der Stadt verankert werden. Der Grund: Die maroden Wohnhäuser Am Wollepark 11 und 12 wurden für unbewohnbar erklärt. Damit sind sie für alte und neue Mieter gesperrt. Wie es vor Ort weitergeht, ist ungewiss.
 
“Wir haben es geschafft, in den letzten zwei Monaten diese Blöcke leerzuräumen”, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD). “Und ich steh dazu. Und das ist auch der richtige Weg, den wir eingeschritten haben. Wir haben überhaupt keine andere Wahl mehr gehabt.”
 

Jahnz: Geld für Brandwache von Eigentümern zurückholen

Laut Jahnz sei seit Sommer klar gewesen, dass nicht mal mehr der nötige Brandschutz in den Wohnhäusern gewährleistet sei. “Hier hat die Stadt übernommen. Das ist schon traurig genug, dass man die Menschen hier sich einfach überlässt”, merkte er in Richtung der Besitzer der 80 Wohnungen an. Das Geld für die Brandwache, die die Stadt im Sommer vor Ort eingerichtet hatte, will sich Jahnz von der Hausverwaltung zurückholen. Notfalls würde er dafür auch vor Gericht ziehen. Er hoffe weiterhin auf ein Wohnungsenteignungsgesetz, um künftig rascher gegen Mietverhältnisse wie in den Wohnblöcken vorgehen zu können.
 
Für den Oberbürgermeister stellt ein Abriss der beiden Häuser die favorisierte Lösung da. Danach könnten dort neue Wohnhäuser entstehen – ähnlich wie bei den Häusern Am Wollepark 1 bis 5 gegenüber, die inzwischen abgerissen sind. Da der neue Hausverwalter dagegen die Häuser sanieren und nicht an die Stadt verkaufen will, sind Jahnz und der Politik zunächst die Hände gebunden. “Wir werden hier vernünftige Wohnverhältnisse schaffen und nicht die, die wir bisher vorgefunden haben”, sagte Jahnz aber mit Blick auf einen möglichen Neubau – oder eine Sanierung. Ohne eine Beseitigung der Mängel würde es keine Sanierung geben.
 

Verwalter Volkmer: Sanierung alternativlos

Matthias Volkmer, seit Sommer neuer Hausverwalter, lehnt einen Abriss ab. Auf der letzten Eigentümerversammlung am 12. September hätten sich die 47 anwesenden Wohnungsbesitzer – der Großteil der Wohnungsbesitzer in den Häusern – einstimmig für eine Sanierung ausgesprochen. “Dass die Wohnungen leer stehen, bedeutet nicht, dass die Stadt die Häuser abreißen kann”, stellte Volkmer klar. “Das kommt nicht in Betracht.” Die Sanierung sei damit ebenso alternativlos, wie die heutige Räumung der Häuser.
 
Zudem sei die Stadt in der Pflicht, Gutachten zur Feuerwehrzufahrt und der Gefahr abfallender Fassadenplatten zu liefern. Das sind zwei der Mängel, die die Verwaltung vor Ort befürchtet. Volkmer selbst gibt sich 18 bis 24 Monate Zeit, um Geld zu sammeln und ein Konzept für die Sanierung zu erstellen. Die Liste an Korrekturen ist lang: Brandschutz wieder herstellen, Fahrstühle reparieren, ausstehende Beträge von 110.000 Euro für die offenen Gas- und Wasserrechnungen begleichen – und vor allem einen halbwegs guten Ruf in den Häusern wieder herstellen.
 

Eigentümer: einst 120.000 Euro für Wohnung bezahlt

Mümin Mercan und seine Frau Isek, die eine der Wohnungen besitzen, haben Verständnis für das heutige Vorgehen. “Die Stadt hat mit ihrer Maßnahme wahrscheinlich recht”, meint Mümin. Er habe 1996 noch 120.000 Euro für seine Wohnung bezahlt. Seit einem Umzug 2006 hatte er die Wohnung vermietet. Seit einem halben Jahr stand sie leer. Inzwischen hält er nicht mehr viel von seiner Immobilie: “Ich würde die Wohnung auch verschenken.” Mieter hat die Stadt un Nummer 12 nicht mehr angetroffen, und im Nachbarhaus 11 nur noch fünf.
 
Der Schutz der Häuser vor Obdachlosen obliegt laut Stadt dem Hausverwalter Volkmer. Selbiges gelte für den Zustand der Häuser, zum Beispiel die Funktionsweise der Rauchmelder sicherzustellen.
 
Foto oben: Die Wohnungseigentümer Mümin und Isek Mercan würden ihre Immobilie im Haus Am Wollepark 11 sogar an die Stadt verschenken.
 
Foto unten: Die Wohnhäuser Am Wollepark 11 und 12 sind seit heute unbewohnbar.
 

 
Video: Wir haben die Pressekonferenz zur Maßnahme vor Ort gefilmt.
 

 





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