Ist die Nachtverbindung zwischen Bremen und Delmenhorst wirklich „sehr gut“?

Die Linke kritisiert die Einschätzung des ADAC, der die Nachtverbindung zwischen Bremen und Delmenhorst als „sehr gut“ eingestuft hatte. Viele, vor allem junge Menschen, würden die Situation bei den Nachtlinien deutlich kritischer sehen.

„Wer regelmäßig am Wochenende in Bremen unterwegs ist, weiß: Der letzte Zug fährt bereits gegen 2 Uhr – genau zu der Zeit, in der die meisten Veranstaltungen und Partys erst richtig beginnen. Für viele junge Menschen bedeutet das, dass sie entweder viel zu früh aufbrechen oder bis 6 Uhr morgens in Bremen ausharren müssen. Beides ist keine echte Option“, erklärt Angelina Fehrmann, Vorstandsmitglied der Linken Delmenhorst/Oldenburg-Land.

Kritische Sicherheitslage

Neben dem unpraktischen Takt kritisiert die Partei auch die Sicherheitslage für Frauen und marginalisierte Gruppen in der Nacht. „Sich als Frau nachts allein am Bremer Hauptbahnhof oder am Delmenhorster Bahnhof aufzuhalten, ist kein angenehmes Gefühl“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus verweist man auf die verkehrspolitischen Fehlentscheidungen in der Region. So wäre im Verkehrsentwicklungsplan 2025 eine Straßenbahnverbindungen zwischen Huchting und Delmenhorst als „wirtschaftlich nicht realisierbar“ eingestuft worden – ohne nachvollziehbare Begründung. Damit wäre eine wichtige Chance vertan, den öffentlichen Nahverkehr in der Region langfristig zu stärken.

Nachtbuslinie gefordert

Auch kulturell hätte die eingeschränkte Mobilität Folgen: In Bremen ist bereits ein Clubsterben zu beobachten – immer weniger Menschen gehen abends aus. „Eine bessere Anbindung konnte dieser Entwicklung entgegenwirken. Wer sicher und günstig nach Hause kommt bleib auch öfter in der Stadt – davon profitieren Clubs, Bars und Veranstaltungsorte gleichermaßen“, so Fehrmann. Die Linke fordert daher eine echte Nachtverkehrsstrategie für die Region Bremen– Delmenhorst–Oldenburg. „Wir brauchen eine Nachtbuslinie, die die drei Städte miteinander verbindet und allen Menschen – ob Studierende, Schichtarbeitende oder Feiernde – sichere und bezahlbare Mobilität ermöglicht“, betont Fehrmann. „Bremen, Delmenhorst und Oldenburg sind Hochschul- und Ausbildungsstandorte, die längst enger zusammengewachsen sind. Das sollte sich endlich auch im Nahverkehr widerspiegeln.“

 

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