Iftar – Gemeinsames Fastenbrechen in Delmenhorst im Zeichen von interkulturellem Dialog, Respekt und Miteinander

Der Sozialverband muslimischer Frauen (SmF) Delmenhorst hatte am Donnerstag, den 21. März 2025, zum gemeinsamen Fastenbrechen als bedeutendem Augenblick im Monat des Ramadan in den Eventry-Saal in der Bremer Straße in Delmenhorst eingeladen. Anwesend waren neben den für den interkulturellen Dialog, für Respekt und das gesellschaftliche Miteinander überaus engagierten Vertreterinnen und Vertretern des Vereins Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft, so u.a. Oberbürgermeisterin Petra Gerlach und der CDU-Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst.

Neben dem gemeinsamen Essen erwaretete die Anwesenden ein Programm mit Impulsvorträgen zur Vereinsarbeit des SmF sowie die Möglichkeit mit Vertretern des Vereins als auch den Gästen ins Gespräch zu kommen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Gülay Oktay, die im weiteren Verlauf sowohl die Gäste als auch die zahlreichen Projekte des SmF vorstellte. Immer auch wurde in ihren Worten deutlich, mit welchem Engagement sich die Beteiligten seit vielen Jahren weit über die Grenzen von Delmenhorst hinaus für den interkulturellen Austausch, die barrierefreie Integration und die Sorgen der Menschen einsetzen.

Gülay Oktay, Projektmitarbeiterin PPQ, Lehrerin für Deutsch und Geschichte, moderierte den Iftar

Die Vorsitzende des SmF, Hatice Kocak, fand bereits eingangs eindrucksvoll verbindende Worte: „An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, unseren Dank an alle Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, städtischen Einrichtungen und Vereinen auszusprechen, die heute Abend hier sind.“ So zeige die Anwesenheit nicht nur die Wertschätzung für den Ramadan, sondern auch das Engagement für den Dialog und die Zusammenarbeit, die unsere Gesellschaft stärker und harmonischer mache. Dabei bezog sie sich zugleich auf die Worte des Propheten: „Die besten Menschen sind diejenigen, die ihren Mitmenschen am nützlichsten sind.“ Gemeinsamkeit könne in dieser herausfordernden Zeit den Unterschied machen, seit es durch Unterstützung für Bedürftige oder die Schaffung eines Umfelds, das auf Gerechtigkeit, Mitgefühl und Solidarität aufbaue. Hatice Kocak wüschte allen einen gesegneten Iftar und einen friedlichen Ramadan.

Hatice Kocak, Vorstandsvorsitzende SmF Delmenhorst, wünscht sich eine Gegenwart in verbindender Gemeinsamkeit

In ihrem Grußwort an die Versammelten betonte Oberbürgermeisterin Petra Gerlach: „Sie haben viel geschafft, dass wir uns in Gemeinsamkeit zugeneigt sind.“ Dabei verwies sie darauf, dass Muslime sich zum Ramadan bewusst für Verzicht entscheiden und damit interreligiöse Werte am Leben halten. Keinesfalls verschwieg sie die gegenwärtig turbulenten Ereignisse innerhalb der internationalen Politik als auch der sozioökonomischen Realitäten. „Wir wollen alle in Frieden leben. Ich bin froh, dass uns das in Delmenhorst so gut gelingt.“

Petra Gerlach: „Wir alle wollen in Frieden leben.“

Als Bastian Ernst, Bundestagsmitglied der CDU, ans Rednerpult trat, spürte man förmlich die Demut, mit der er diesem hohen Tag und der Einladung zum Iftar begegnete. „Es erfüllt mich mit großer Freude, dass wir diesen Anlass gemeinsam begehen können. Christen und Muslime eint mehr, als sie teilt.“ Vielfalt – so Ernst – mache diese Stadt erfolgreich. „Sie alle sind ein wichtiger Teil dieser Stadt.“

Bastian Ernst: „Sie alle sind ein wichtiger Teil dieser Stadt.“

Vieles Geschafft: „Gemeinsam sind wir eins“

In den weiteren Reden wurde sehr deutlich, mit welch geradzu inniger Einstellung die Beteiligten sich für ihre menschlichen Ziele einsetzen, auch welche zahlreichen Projekte sie initiieren, die für viele immens wichtig sind und gerne weitaus mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verdient hätten. So gab es beispielsweise Hinweise darauf, man erlebe aktuell viel Elend auf der Welt und sei bestürzt. Die Antwort darauf könne nur sein, die Zukunft voller Liebe zu gestalten. Enorm wichtig sei es, dass der Zusammenhalt über die Vereinsarbeit hinaus auch nach außen drängt. In Deutschland habe man sehr viel geschafft. Darauf sei man stolz, dürfe sich allerdings nicht darauf ausruhen: „Wir sind gemeinsam eins.“

Gesellschaftliche Teilhabe durch Patenschaften fördern

Diverse Projekte wurden vorgestellt, mit denen der Zusammenhalt weit über die Grenzen von Delmenhorst gefördert wird. So beispielsweise das Patenschaft Qualifizierungsprojekt (PPQ), das bereits seit 2018 auf die Tandembildung zur Förderung von Demokratie und Vielfalt abzielt. Im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ wird die Initiative vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Dabei geht es um die Bildung von Patenschaften zwischen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und Menschen mit Unterstützungsbedarfen, um deren geselschaftliche Teilhabe zu fördern. Seit 2018 wurden mit rund 150 Ehrenamtlichen mehr als 900 Patenschaften in und um Delmenhorst und Bremen geschlossen.

Lebensqualität im Alter steigern, Einsamkeit abbauen

Im Projekt „Kultur und religionssensible Seniorenarbeit geht“ geht es um die Begleitung muslimischer Seniorinnen und Senioren im Alltag, denen eine bedarfsgerechte und kultursensible Beratung und Unterstützung geboten wird. Ziel ist es, Hürden im Alter und Alltag zu überwinden, etwa Arztbesuche, Behördengänge oder Haushaltsaufgaben zu erleichtern. Durch das Projekt kann dazu beigetragen werden, dass die Lebensqualität für die älteren Muslime gesteigert und die Einsamkeit im Alter abgebaut wird.

Anregende Gespräche beim Fastenbrechen des SmF in Delmenhorst

 

Die Projekte des SmF fördern die Zusammenarbeit und interkulturelle Lebensqualität auf lokaler, landes- und bundesweiter Ebene zugleich. Das hohe Engagement ist in sämtlichen Belangen spürbar und greifbar. Anlässlich des Iftar in Delmenhorst wurde ein hochbedeutender Tag mit Ehrfurcht, Demut, aber auch durchaus mahnenden Worten gewürdigt. Die gereichten Speisen von der Vorsuppe bis zum Buffet hatten schmeckten allen Anwesenden hervorragend und hatten zugleich symbolischen Charakter.

Ein ehrenvoller Tag voller Würde und Demut begangen

 

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