Heuschnupfen-Alarm in Delmenhorst und Umgebung
Das Wetter zeigt sich dank des über Mitteleuropa liegenden Hochs Ingeborg endlich von seiner freundlichen Seite. Obschon Delmenhorst am Rand liegt, soll das für etliche Sonnenstunden reichen. Bereits seit Mittwoch stiegen die Temperaturen zumindest tagsüber. Am Freitag werden bis zu 18 Grad erwartet und auch zum Wochenende soll es keine wesentlichen Änderungen geben. Für Sonnenfreunde sieht die Prognose fürs Wochenende angenehm aus. Für Allergiker eher nicht.
Kaum begrüßt die Sonne die Menschen in der Region, sind solche Meldungen insbesondere für Allergiker weniger freudvoll. Ganz im Gegenteil. Auch die Flora will nun endgültig erwachen. Besonders aktiv sind derzeit die Erle und die Hasel, die für eine hohe Pollenkonzentration in der Luft sorgen. Hinzu kommt jahreszeitüblich die Pappel und auch die Weide, Ulme und wenig später die Esche melden sich zu Wort. Unterstützt wird der Effekt durch den schwach aus Süd-West wehenden Wind, der die Pollen vergleichsweise homogen in der unteren Atmosphäre verteilt.
Die in den Delmenhorster Randgebieten wohnenden Bürgerinnen und Bürger profitieren davon, dass die Pollenbelastung im oftmals versiegelten urbanen Raum der Innenstädte markant höher ist. Problematisch für alle Allergiker gleichermaßen ist, dass sich die Pollensaison erheblich ausgeweitet hat. Witterungsabhängig kann das anders als in vergangenen Jahrzehnten bereits mit der Hasel ab Mitte Dezember losgehen. Zumal sich inzwischen auch invasive Arten angesiedelt haben, müssen Allergiker sich inzwischen beispielsweise aufgrund der spät blühenden Ambrosia auf einen geradezu pausenlosen Pollenflug bis in den Oktober hinein einstellen.
Tatsächlich verzeichnen die Informationsdienste und Meteorologen im Vergleich zu den 1980er Jahren einen rund zwei Wochen früheren Start der Gesamtpollensaison, wobei es sich dabei um einen Mittelwert handelt, der sich auf den kompletten Messzeitraum seit den ersten Erhebungen bezieht. Als wichtiger Grund für die zunehmend verlängerte Pollensaison wird insbesondere der Klimawandel angeführt, zumal mildere Temperaturen den Pollenflug begünstigen. Auch dass sich per se nicht heimische Arten in den hiesigen Breitengraden ausbreiten, wird den steigenden Temperaturen zugeschrieben.
Die Problematik für HNO-Ärzte: In der Allergiesaison ist es zuweilen schwierig, zwischen allergischen Reaktionen, Erkältungen und grippalen Infekten zu unterscheiden. Den meisten Allergikern sind die unangenehmen Symptome bei nicht erfolgter Desensibilisierung hingegen über Jahre bekannt. So etwa die tränenden und juckenden Augen, der starke Niesreiz, die juckende und verstopfte Nase. Während die nicht Belasteten sich über die deutlich wärmeren Tage freuen, befürchten Allergiker bereits, auch der nächste Frühling und Sommer könne in der abgedunkelten Kammer an ihnen vorüberziehen.
Den Betroffenen wird geraten, sich möglichst rechtzeitig Rat, Hilfe und gegebenenfalls Therapie bei ihren HNO-Ärzten einzuholen, die entscheiden, ob Akutbehandlungen mit Nasen- bzw. Bronchialsprays oder gegebenenfalls Tabletten und Augentropfen ausreichen oder weitere Maßnahmen ergriffen werden sollten.





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