Großeinsatz in Delmenhorst: Ausgedehnter Kellerbrand in siebenstöckigem Wohnblock

Großeinsatz für die Feuerwehren und Rettungsdienste am gestrigen Abend in Delmenhorst: Was anfangs wie die unklare Verrauchung eines Wohngebäudes aussah, endete in einem mehrstündigen Einsatz bei einem ausgedehnten Kellerbrand in einem großen Wohnblock mitten in der Stadt.

Aus noch ungeklärter Ursache war es im Kellergeschoss eines siebenstöckigen Mahrfamilienhauses in der Westfalenstraße zu einem Feuer gekommen. Der Rauch konnte über die Türen ins Treppenhaus gelangen und sorgte dafür, dass den Bewohnern rasch die Fluchtwege abgeschnitten wurde. Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, galt es somit,  gleich mehrere Aufgaben abzuarbeiten: Wo ist der Brandherd? Sind noch Menschen in Gefahr? Ist eine Evakuierung notwendig? Während sich erste Trupps in den Keller vorarbeiteten, kontrollierten zwei weitere das Treppenhaus nach möglichen Opfern. Zudem verschafften sie sich in sämtliche Wohnungen Zutritt, um zu prüfen, ob und wie viel Rauch bereits eingedrungen war. Insgesamt 50 Personen waren in dem Gebäude gemeldet. Auch wenn nicht alle zuhause waren, war frühzeitig absehbar, dass neben vielen Feuerwehren auch der Rettungsdienst alarmiert werden musste. Daher wurden nicht nur alle Feuerwehren der Stadt, sondern auch drei Schnelleinsatzgruppen der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen hinzugerufen – alles in Allem waren 98 Kräfte und zwölf Rettungsfahrzeuge vor Ort.

Ohne Atemschutz kein Durchkommen

Die enorme Hitze und Rauchentwicklung verhinderten, dass die Feuerwehr den Brandort angemessen lokalisieren konnte. Daher entschieden man sich dafür, das Kellergeschoss mit Löschwasser und Schaum förmlich zu fluten, um so die Flammen zu ersticken. Der Qualm nahm daraufhin jedoch noch einmal zu, sodass die Einsatzleitung beschloß, Personen und auch Familien mit Kleinkindern, die anfangs im Gebäude bleiben durften, nun ebenfalls zu evakuieren. Mittels Fluchthauben, bei denen Filtermasken das hochgiftige Kohlenmonoxid aufnehmen, wurden die Menschen ins Freie gebracht. Erschwerend für alle Anwesenden kam das Wetter hinzu, denn es drückte den Rauch immer wieder nach unten. Die Feuerwehr zog sich zeitweise zurück, da arbeiten ohne Atemschutz unmöglich war. Insgesamt 19 Betroffene wurden von den Notärzten gesichtet. Zwei von ihnen mussten medizinisch versorgt und einer ins Krankenhaus gebracht werden. Dass nicht mehr Menschen ernster verletzt wurden, ist wohl dem umsichtigen Handeln der Rettungskräfte zu verdanken, wie Jannick Stürenburg als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst betont: „In den Rauchgasen ist nicht nur Kohlenmonoxid, sondern auch andere Bestandteil, die bei kurzer Einwirkzeit tödlich wirken.“ Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Der aufsteigende Qualm an der Hausfassade war teilweise so heiß, dass die Feuerwehr das Gebäude von außen kühlen musste, um zu verhindern, dass die Hitze die Fassade entzünden könnte. Der Wohnblock wurde stromlos geschaltet und ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Während ein Großteil der Bewohner bei Bekannten unterkam, wurden vier Personen in stadteigene Wohnungen gebracht. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass der Brand in einem Kellerverschlag ausgebrochen war, in dem verschiedene Gegenstände gelagert wurden. Angaben zur Brandursache sind aktuell ebenso wenig möglich wie Aussagen zur entstandenen Schadenshöhe. Brandsachverständige der Polizei sollen heute die Ermittlungen aufnehmen.

Bildquelle: Gerrit Schröder / NonstopNews

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