Gespräch zwischen Oberbürgermeister und Dr. Lüdemann – Stillschweigen vereinbart – Dr. Böhmann baut Hebammenzentrale auf

07. 01. 2019 um 17:46:56 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Der Weggang der Chefärztin der Frauenklinik des JHD, Dr. Katharina Lüdemann, hat in der Stadt hohe Wellen geschlagen. Wie das Krankenhaus am 21. Dezember gemeldet hatte, habe die Chefärztin das Krankenhaus „in bestem Einvernehmen“ verlassen. Doch so einvernehmlich wie es kommuniziert wurde, verläuft die Ablösung nicht. Immerhin hat die Chefärztin um ein Gespräch bei Oberbürgermeister Axel Jahnz gebeten. Es fand am Freitag statt.

Es ist nicht einfach, in dieser Geschichte Licht ins Dunkel zu bringen: Das JHD kann und darf sich auf Nachfrage nicht zur Causa Lüdemann äußern, da es sich um eine Personalangelegenheit handelt. Ebenso steht es bei Frau Dr. Lüdemann, die juristische Konsequenzen fürchten muss, wenn sie etwas sagt. Trotz des Schweigens der Beteiligten gelangen Informationen an die Öffentlichkeit. So hat es auf ihren Wunsch hin am Freitag ein persönliches Gespräch zwischen Dr. Lüdemann und Oberbürgermeister Axel Jahnz gegeben. „Ja, es hat ein Gespräch zwischen mir und Frau Dr. Lüdemann gegeben“, sagt Oberbürgermeister Jahnz auf Nachfrage. Zu Inhalten äußert er sich allerdings nicht. Ebenso verhält es sich bei Frau Dr. Lüdemann, die auf Nachfrage ebenfalls das Gespräch bestätigt, aber zu Inhalten schweigt.

Rechtsanwälte am Werk – kein „bestes Einvernehmen“

Dass es auf allen Seiten Verschwiegenheit gibt, ist gut verständlich. Nach Delmenews-Informationen sind inzwischen Rechtsanwälte auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite am Werk, um die Lage zu klären. Dr. Lüdemann ist noch beim JHD beschäftigt und derzeit beurlaubt. Wie Delmenews über Umwege erfahren hat, soll der Ärztin seitens des Krankenhauses ihre Kündigung sogar noch gar nicht zugestellt worden sein. Dass Frau Dr. Lüdemann “die Klinik im besten Einvernehmen verlassen hat“, wie es seitens der JHD-Geschäftsführung zur Trennung heißt, kann somit ausgeschlossen werden.

Vor einigen Tagen hatte es Kritik an der Ablösung von Frau Dr. Lüdemann gegeben. Die Hebammenverbände aus Bremen und Niedersachsen sowie mehrere führende Bremer Frauenklinik-Ärzte hatten in einem Schreiben die Entscheidung kritisiert. Fünf Hebammen im JHD hatten nach Bekanntwerden der Trennung von Frau Dr. Lüdemann zudem bereits ihre Kündigung abgegeben.

Hebammenzentrale im Aufbau

Auch Dr. Hans Böhmann, im Ruhestand befindlicher ehemaliger Leiter der JHD-Kinderklinik, bedauert die Entscheidung: „Die Frauenklinik war in den letzten 30 Jahren nie ein Aushängeschild, sondern eher ein Problemfall, inzwischen ist sie ein Aushängeschild“, sagt Böhmann. „Die letzten zwei Jahre sind die glücklichsten für die Abteilung gewesen.“ Und dies sei der Verdienst von Dr. Katharina Lüdemann. „Es ist schade, dass eine so tolle Abteilung jetzt geschwächt wird.“

Dr. Böhmann baut Hebammenzentrale auf – Start frühestens im April

Er selbst ist derzeit ebenfalls mit dem Thema Geburtsvorbereitung beschäftigt. „Ich bin gerade dabei, eine Hebammenzentrale aufzubauen“, sagt Dr. Böhmann. Unter der Trägerschaft des von ihm geleiteten Delmenhorster Instituts für Gesundheitsförderung soll sie entstehen. Die Zentrale solle durch Fortbildungen ein Stück weit Qualitätssicherung betreiben und die Hebammen der Region von „Telefonterror“ befreien. Manche der Hebammen gingen gar nicht mehr an den Apparat, wenn sie die Nummer nicht kennen, so Dr. Böhmann. Doch die Zentrale sei kein Allheilmittel gegen einen Mangel an Hebammen, sie könne den Mangel nur verwalten. Gerade im Bereich der Geburtsnachsorge gebe es Engpässe. „Nur noch ein Drittel der Frauen haben eine Hebammen-Nachsorge“, bedauert Böhmann. Eine eigene Erfindung ist so eine solche Hebammen-Zentralstelle übrigens nicht. „In Oldenburg gibt es eine, in Leer gibt es eine“, so Böhmann.

 



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