„Gedenkstätten der NS-Verbrechen“- Neue Ausstellung in der VHS Delmenhorst

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Vom 10. November bis 22. Dezember kann in der Volkshochschule Delmenhorst (VHS) die Ausstellung „Gedenkstätten der NS-Verbrechen“ besucht werden. Die neue Ausstellung von Nils Oskamp und Maria Zarada wird erstmals in Delmenhorst zu sehen sein und soll mit denkwürdigen Bildern vor allem zur politischen Bildungsarbeit von Schülern beitragen.

Auf drei Etagen sollen 45 Bilder von Gedenkstätten an die NS-Verbrechen erinnern. Geplant und entwickelt wurde die Ausstellung von Grafikdesigner, Comiczeichner, Trickfilmer und Aktivist, Nils Oskamp und seiner Partnerin und Fotografin der ausgestellten Bilder, Maria Zarada. „Wir gehen in der Ausstellung den Leidensweg der Häftlinge“, erklärt Oskamp, von dem die Texte zu den Bildern stammen. Darüber hinaus wurde eine Broschüre zur Ausstellung 1000 Mal für Schulen in Delmenhorst gedruckt, sodass die Bilder nachhaltig erhalten bleiben.

Eröffnung am 10. November in der VHS

„Wir dürfen diese Ausstellung eröffnen, die so anders ist, als unsere sonstigen Ausstellungen“, heißt es von Dr. Grit Fisser, der stellvertretenden Leiterin der VHS Delmenhorst. Sie lädt alle Interessierten herzlich ein: „Die Ausstellung wird für Jedermann hier im Haus zu sehen sein.“ Eröffnet werde diese am Freitag, den 10. November um 17 Uhr von Oberbürgermeisterin Petra Gerlach im Lichthof der VHS. Es folgt ein Podiumsgespräch mit Nils Oskamp und einem der wissenschaftlichen Leiter des Denkorts „Bunker Valentin“, Dr. Marcus Meyer. Gefördert wird die Ausstellung durch die Bundesprogramm-Förderung im Rahmen des Demokratie-stärkenden Projekts „Demokratie leben!“. Auch Kooperationspartnerin der Ausstellung in Delmenhorst Anette Melerski von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ freue sich über die Zusammenarbeit. „Ich hoffe, dass Bürger unterschiedlicher Herkunft und Religionen die Ausstellung besuchen werden. Für mich ist das politische Bildung at its best!“

Persönliche Verbindung zum Thema

Während der Arbeit an der Ausstellung habe sie Alpträume gehabt. Fotografin Zarada ist Sinti und hat durch die Gräueltaten im KZ Dachau einige Familienmitglieder verloren. Darüber hinaus musste sie in ihrem Leben selbst viel Hass und Diskriminierung erfahren. So hat Zarada zum Beispiel viele unangebrachte Kommentare über ihrer Familie einstecken müssen und das zum Teil sogar von Bekannten, denen das Ausmaß ihrer Bemerkungen nicht bewusst zu sein scheint. Über ihre Arbeit sagt sie: „Für mich ist das wie Selbsttherapie.“ Demnach sei die Ausstellung auch eine Antwort auf das Leid, das ihre Familie über sich ergehen lassen musste und den Rassismus, den Zarada selbst erfahren hat. Weiter erzählt sie, dass das Fotografieren dieser Bilder viel Geduld erfordere. „Ich habe im Krematorium in Dachau eine halbe Stunde lang gewartet bis alle Touristen weg waren und ich Fotos machen konnte.“ Denn auf den Bildern der Gedenkstätten möchte sie keine Menschen ablichten. Dafür warte sie manchmal sogar mehrere Stunden. Außerdem habe Zarada mit großem Erschrecken feststellen müssen, dass viele zum Teil ausländische Touristen dort vulgäre Selfies von sich machen würden. „Ich bin tief verletzt über diese Ignoranz“, sagt sie sichtlich erschüttert.

Die Ausstellung soll Schüler aufklären

Bereits in seiner Graphik Novel „Drei Steine“ spricht Oskamp über Rechtsextremismus und Rassismus. Hierzu hat er außerdem schon viele Workshops in Schulen geleitet und dabei festgestellt, dass viele Schüler noch nie eine Gedenkstätte besucht haben. Insbesondere in Anbetracht der aktuellen politischen Geschehnisse und des wiederkehrenden Faschismus sei es unabdingbar Aufklärungsarbeit bei den Schülern zu leisten. „Zur Geschichte des Holocaust gibt es wenig Material in den Schulen.“ Das Paar freue sich deshalb umso mehr auf möglichst zahlreiche Schulklassen, die nun die Ausstellung besuchen. Hoffnungsvoll fügt er hinzu: „Wenn wir nur zehn Prozent der Schulklassen erreichen, haben wir schon viel geschafft.“ Die beiden hoffen, dass die Ausstellung eine Selbstreflexion bei den Schülern provoziere. Denn laut Oskamp müsse man sich weiterhin das „nie wieder“ vor Augen führen. So betont auch seine Partnerin abschließend: „Ich hoffe, dass so etwas nie wieder passiert.“

 

 

Nils Oskamp und Maria Zarada präsentieren stolz die Bilder ihrer eigens konzipierten Ausstellung.

 

 

 

Bild ganz oben:

Nils Oskamp, Maria Zarada, Dr. Grit Fisser und Anette Melerski (v.l.) freuen sich darauf, ab dem 10. November interessierte Besucher in der VHS zu begrüßen.

 

 

 

 

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