Führung widmet sich engagierten Textilarbeiterinnen
Zum Abschluss der Wanderausstellung „frauenORTE Niedersachsen“ lädt das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur zu einer Führung ein: Bei einem Rundgang durch das Nordwolle-Museum und über das ehemalige Fabrikgelände kann man die Geschichte der Frauen in der Delmenhorster Textilindustrie kennenlernen.
Die aktuelle Ausstellung zeigt die Geschichten der Frauen, die in den Bereichen Politik, Soziales und Wirtschaft bedeutende Beiträge geleistet haben und in Niedersachsen durch einen Frauenort geehrt werden. In Delmenhorst wurde 2018 der Frauenort für Ruth Müller als 37. Standort der Initiative „frauenORTE Niedersachsen“ eröffnet. Ausgehend von diesem Frauenort beleuchtet Museumsführerin Maike Tönjes bei dem Rundgang das Leben und Wirken von Ruth Müller (1922–2008) – einer engagierten Arbeiterin, Gewerkschafterin und Betriebsrätin der Nordwolle. An ihrem Beispiel wird das Schicksal zahlreicher Textilarbeiterinnen in Delmenhorst verdeutlicht. Sie machten über Jahrzehnte knapp die Hälfte der Produktionskräfte auf der Nordwolle aus.
Lebens- und Arbeitsbedingungen
Ruth Müller setzte sich während ihrer fast 20-jährigen Tätigkeit nicht nur für die Rechte ihrer Kolleginnen ein, sondern engagierte sich nach dem Produktionsende auch als Mitglied des Förderkreises Industriemuseum Delmenhorst für die Einrichtung des heutigen Fabrikmuseums. Anhand ausgewählter Arbeitsplätze liefert die Führung Einblicke in die Arbeitsbedingungen der Frauen auf der Nordwolle. Zudem werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der sogenannten Gastarbeiterinnen thematisiert, die ab den 1950er-Jahren aus Spanien, Griechenland und der Türkei angeworben wurden. Wer an der 90-minütigen Führung teilnehmen möchte, zahlt sechs Euro (ermäßigt: fünf Euro). Kinder unter sieben Jahren sind kostenfrei.
Termin
Sonntag | 30. März 2025 | 11 Uhr
Nordwolle Delmenhorst – Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur
Am Turbinenhaus 12
Bild: Eine Führung widmet sich dem Leben von Ruth Müller. Bildquelle: Nordwolle-Museum. Textquelle: Stadt Delmenhorst











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