Forderung der Linken: Spekulation beenden, Wohnraum retten – Schande von Delmenhorst-Düsternort stoppen
Während hunderte Menschen in Delmenhorst händeringend bezahlbaren Wohnraum suchen, verrotten in der Elbinger Straße und der Düsternortstraße ganze Häuserzüge. 160 Wohneinheiten stehen leer – verbarrikadiert, vermüllt und als „unbewohnbar“ markiert. Die Linke Delmenhorst/Oldenburg-Land fordert die Stadtverwaltung auf, dieses skrupellose Spiel privater Immobilienspekulanten nicht länger hinzunehmen.
Die Elbinger Straße war einst ein Symbol der Solidarität. Benannt nach der westpreußischen Stadt Elbing, bot sie in den 1950er Jahren tausenden Geflüchteten und Vertriebenen eine neue Heimat. Was als politisches Signal der Anerkennung und Offenheit begann, endet heute im Elend der Profitgier. „Es ist ein Schlag ins Gesicht der Stadtgeschichte, dass ausgerechnet dieser Ort der Ankunft heute zum Symbol für staatliches Versagen und private Vernachlässigung geworden ist“, erklärt Angelina Fehrmann, Vorstand der Linken Delmenhorst/Oldenburg-Land. Hier werde ein historisches Erbe verraten.
Profit auf Kosten der Existenz
Der derzeitige Zustand – ein Instandhaltungsstau, der bis zur drohenden Wassersperre im Jahr 2022 reichte – sei kein Zufall, sondern System. Tochtergesellschaften von Firmen wie Belvona lassen Immobilien bewusst verkommen, während die verbliebenen Mieterinnen und Mieter zwischen Müll und Geisterhäusern im Stich gelassen werden. Dass diese Wohnungen auf Verkaufsplattformen wie eBay-Kleinanzeigen für 5,13 Millionen Euro feilgeboten würden, während die Stadt mit Mondpreisen von 12 Millionen Euro abgeschreckt werde, sei ein Skandal.
Schluss mit dem Zögern
Dazu Delmenhorster Linke: „Wir sagen deutlich: Schluss mit dem Zögern! Die Stadt muss ihrer Verantwortung gerecht werden und den Wohnraum zu einem fairen Preis zurückkaufen und wenn das nicht möglich ist die Enteignung anstreben. Wir fordern, dass die Stadt Delmenhorst die 160 Wohneinheiten zu einem realistischen Preis erwerben muss, statt sich von Spekulanten vorführen zu lassen. Der Leerstand von insgesamt 1.440 Wohnungen in Delmenhorst ist bei einem jährlichen Bedarf von 270 Neubauten (Pestel-Institut) eine schiere Verschwendung. Die Elbinger Straße muss saniert und dem Markt zugeführt werden.“
Endet das Viertel in Trümmern?
Dabei appelliert Manuel Paschke, Kreissprecher der Linken: „Düsternort muss ein lebendiger, abwechslungsreicher Stadtteil bleiben und darf nicht durch Miethaie zum Ghetto am Rande der Stadt werden,“ Die Linke Delmenhorst/Oldenburg-Land werde nicht zusehen, wie die Geschichte dieses Viertels in Trümmern endet. Wohnen sei ein Menschenrecht und kein Renditeobjekt.
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((Beitragsbild oben: Elbinger Straße von oben – Quelle Google Earth))





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