Erzieher können ab Oktober an der BBS II studieren – Zusammenarbeit mit der FHM Bielefeld vereinbart

12. 04. 2021 um 16:06:52 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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An der Berufsbildenden Schule (BBS) II Delmenhorst Kerschensteiner Schule besteht in Zukunft die Chance auf ein Studium. Gegründet wird ein Fernstudienzentrum, in dem für ausgebildete Erzieher der zweijährige Studiengang Sozialpädagogik & Management berufsbegleitend angeboten wird. Ermöglicht wird das durch eine Kooperation mit der privaten Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld, die heute (12. April) offiziell besiegelt wurde. Im Oktober soll es losgehen.
 
„Es wird Zeit, dass man in Delmenhorst studieren kann“, leitet Ulrich Droste, Schulleiter der BBS II, ein. Von ihm wird die Freude über das gemeinsame Unterfangen mit der FHM Bielefeld zum Ausdruck gebracht. Der Schulleiter kündigt an: „Zum 1.Oktober starten wir hier vor Ort den Studiengang Sozialpädagogik & Management. Seinen Angaben zufolge werden damit die Ziele verfolgt, Führungskräfte auszubilden und an die Stadt an der Delme zu binden sowie Fachkräfte für die Träger sicherzustellen.
 

Anrechnung von erworbenen Kenntnisse aus der Ausbildung ist möglich

Bei einem erfolgreichen Abschluss winkt Absolventen der Titel Bachelor of Arts (B. A.), worauf Droste hinweist. Er blickt auf den bislang zurückgelegten Weg zurück. Ein erster Schritt wurde demnach unternommen, als bei der Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz ein neues Konzept entwickelt wurde, worin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die zentrale Rolle spielte.

Im Februar erfolgte laut dem Schulleiter ein zweiter Schritt, weil die Erzieherausbildung in Teilzeit bereitgestellt wurde, wodurch zusätzliche Bewerber angesprochen werden konnten. Mithilfe des Studiums sollen diejenigen, die hier eine Ausbildung meistern, auch in Delmenhorst gehalten werden. „Wir brauchen künftig Leute, die Kitas leiten und in der Stadtverwaltung tätig sind“, merkt Droste an.

Es sei aus seiner Sicht nicht angebracht, abzuwarten, was andernorts in der Region in dieser Angelegenheit vonstattengeht. Die bisherige Zusammenarbeit mit der FHM beschreibt er als sehr angenehm und zielführend. Beim Studiengang handelt es sich um ein konsekutives Modell, das unmittelbar an eine Erzieherausbildung ansetzt, weshalb sich darin bereits angeeignete Lerninhalte anrechnen lassen. Wer die Ausbildung beendet hat, kann für zwei Jahre aufgeteilt in sechs Trimestern weiterstudieren.
 

Zwei Abschlüsse sind erreichbar

Außerdem werden Präsenzveranstaltungen und Prüfungen nach Angaben von Droste an der BBS II stattfinden. Prof. Dr. Christian C. von der Heyden, Leiter des Instituts für Fernstudium (IfF) an der FHM, gab das Lob für die Zusammenarbeit zurück und offenbart: „Wir haben das Gefühl, auf einer ähnlichen Wellenlänge zu sein, was die Arbeit erleichtert.“

Seiner Aussage nach stellt die BBS II bereits die 43. Partnerschule dar, die mit der FHM in den vergangenen elf Jahren in elf Bundesländern Kooperationen eingegangen sind. Von ihm wird darauf aufmerksam gemacht, dass mit dem Studium neben dem Bachelor noch die Möglichkeit des Abschlusses zum staatlich anerkannten Sozialpädagogen verbunden ist.

Dass der Bachelor im Unterschied zu anderen Bundesländern in Niedersachsen vorausgesetzt wird, um eine Kindertagesstätte zu leiten, erwähnt Prof. Dr. von der Heyden ebenfalls. Für ihn steht fest: „Man braucht neben Erziehern auch Leitungskräfte.“ Hingegen wird der Abschluss zum Sozialpädagogen benötigt, wenn jemand beschließt, eine Tätigkeit in einer Verwaltung aufzunehmen und dort hoheitliche Aufgaben zu verrichten.
 

Wie lange die Ausbildung zurückliegt, spielt keine Rolle

„Es ist nicht nur wichtig, eine möglichst gute Ausbildung anzubieten, sondern eben dies auch hier in Delmenhorst zu tun“, erklärt Prof. Dr. von der Heyden. Willensbekundungen und die Bereitschaft der Stadtverwaltung sogar finanziell zu unterstützten lassen ihn zu dem Schluss kommen, das die Entscheidungsträgern bewusst ist, was

Laut Jana Meyer zu Drewer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FHM, ist es völlig unerheblich, ob die Ausbildung im Vorjahr, vor zehn Jahren oder erst in diesem Jahr abgeschlossen wurde, um sich zu bewerben. Allerdings wird die Zusatzprüfung für die Fachhochschulreife verlangt. Das Studium beinhaltet Module mit sozialpädagogischen Schwerpunkte und Facetten des Managements.

Mit den Studieninhalten werden Meyer zu Drewer zufolge anderthalb Jahre verbracht und das letzte halbe Jahr gebührt der Bachelorarbeit. Innerhalb von vier Monaten muss diese verfasst werden. Abschließend wird sie im Rahmen eines Kolloquiums mündlich vorgestellt und diskutiert. Keinen Zweifel lässt Prof. Dr. von der Heyden daran aufkommen, dass dieses Studium machbar ist: „Die Studierbarkeit ist gewährleistet. Wir haben eine Abbrecherquote von bundesweit unter fünf Prozent.“
 

Stadt verabschiedet sich damit aus einem kleinen Kreis

Des Weiteren werden die Studierenden mit zahlreichen Themen aus ihrer Ausbildung schon vertraut sein, sodass ihr angereichertes Wissen noch einmal eine Auffrischung erfährt. Es bedarf einer schriftlichen Klausur, damit der Nachweis erbracht wird, den Stoff zu beherrschen. Sorgen braucht sich nach Prof. Dr. von der Heyden niemand darüber zu machen, dass es nicht zu bewältigen sei.

„Aus Sicht der Stadt ist es ein sehr guter Tag für Delmenhorst“, bekundet Erster Stadtrat Markus Pragal. Er räumt ein, dass die Stadtverwaltung und der Stadtrat auch Überlegungen dazu anstellen, wie dem Bedarf an Fachkräften in der Kinderbetreuung und im Bereich Pflege aber auch in anderen Branchen begegnet werden kann.

Zusätzlich verweist Pragal darauf, dass Delmenhorst unter den kreisfreien Städten zur Minderheit gehört, die keine Studienmöglichkeit zur Verfügung stellen kann. Seiner Überzeugung nach ist es besonders vorteilhaft für den Erhalt in und die Verbundenheit mit der Stadt, dass sich der Studiengang dual absolvieren lässt. Ergänzend äußert er: „Ich glaube, dass es bei vielen Erziehern das Bedürfnis gibt, über die Erzieherausbildung hinaus Dinge zu lernen.“
 

7.850 Euro kostet das Studium

Droste verkündet: „Wir werden hier ein Fernstudienzentrum einrichten.“ Mit der Leitung wird Katrin Meyer-Abich, Abteilungsleiterin für Sozialpädagogik und Pflege an der BBS II, betraut. Sie fungiert dann als erste Ansprechpartnerin und trägt sowohl für die Durchführung als auch die Abläufe die Verantwortung. Kosten sind mit dem Studium verbunden.

An Studiengebühren fallen monatlich 300 Euro an. Zur Aufnahme muss ein Betrag von 150 Euro gezahlt werden. Hinzukommen für die Abschlussprüfung in Form der Bachelorarbeit noch weitere 500 Euro. Insgesamt ergibt sich daraus eine Summe von 7.850 Euro. Dass die Stadtverwaltung bereits Gespräche mit den betreffenden Einrichtungen geführt, diese starkes Interesse gezeigt sowie die Bereitschaft erklärt haben, Studierende zu unterstützen, lässt der Schulleiter auch wissen.
 

Wenigstens sechs Personen werden für das Studium zugelassen

Über eine mögliche Unterstützung lässt sich demnach verhandeln auf familiäre Situationen individuell Rücksicht nehmen. „Studierende können auf einen Wohnortwechsel verzichten. Sie sind in fester Arbeit. Man studiert, was man arbeitet. Daraus ergeben sich viele Vorteile für Studierende“, gibt Droste zu verstehen.

Festgelegt wurde eine Mindestanzahl an Studierenden von sechs Personen, wobei schon deutlich mehr Anfragen vorliegen. Nach oben ist noch keine Grenze gesetzt. Denkbar sind laut Droste um die 20 Personen. Großer Beliebtheit erfreut sich dieser Studiengang bundesweit, so Prof. Dr. von der Heyden. In Niedersachsen ist er bisher in Einbeck mit 25 und in Hameln mit zwischen 25 und 30 Studierenden vertreten. Zu acht Präsenztagen im Kalenderjahr müssen die Studierenden in der BBS II erscheinen.
 

Auf YouTube informiert die BBS II am 22. April Interessierte über den Studiengang

Beraten wird noch über weitere Unterstützungsangebote. Meyer zu Drewer tut kund: „Erfahrungsgemäß sollten 8 bis 16 Stunden pro Woche ins Studium investiert werden.“ Sie versichert, dass Studierende kein einziges Mal in Bielefeld auftauchen müssen, sondern ihre Betreuung in Delmenhorst erfolgt.

Obendrein hält die FHM Online-Studienmaterialen bereit und gewährt Zugriff auf eine Online-Bibliothek. Personen, bei denen Interesse am Studiengang Sozialpädagogik & Management geweckt wurde, lädt die BBS II am Donnerstag, 22. April, ab 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ein, die online per Live-Stream auf dem YouTube-Kanal der BBS II abgehalten wird. Der verbindende Link ist auf der Homepage der BBS II unter „News“ oder auf der Startseite zu finden.
 
Bild: Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der BBS II und der FHM Bielefeld zur Einführung eines Fernstudienzentrums für den Studiengang Sozialpädagogik & Management waren Prof. Dr. Christian C. von der Heyden, Leiter des Instituts für Fernstudium an der FHM, Katrin Meyer-Abich, Abteilungsleiterin für Sozialpädagogik und Pflege an der BBS II sowie künftige Leiterin des Fernstudienzentrums, Jana Meyer zu Drewer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FHM, Ulrich Droste, Schulleiter der BBS II, und Erster Stadtrat Markus Pragal anwesend.



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