Erste Klassen der Käthe-Kollwitz- und Parkschule bekommen Materialboxen – AWO bekämpft Kinderarmut

17. 10. 2020 um 11:14:45 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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fotoboxen-bremen.de

Von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde das Projekt „Guter Schulstart“ im Kampf gegen Kinderarmut ins Leben gerufen. Dabei wurden die ersten Klassen an zwei Delmenhorster und zwei Oldenburger Grundschulen kurz vor Beginn der Herbstferien mit Lehrmittel-Materialboxen versorgt. Möglich gemacht wurde dieses Vorhaben durch eine Spende der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) in Höhe von 4.000 Euro. Schulanfängern der Käthe-Kollwitz-Schule, Hasberger Straße 130, und der Parkschule, Stedinger Straße 51, kommt das hier zugute.
 
„Wir danken der LzO für die Unterstützung dieses Projektes. Wir wollen, dass alle Kinder mit den gleichen Bildungschancen in das Schulleben starten. Eine gute Ausstattung mit Lehrmaterialien gehört dazu“, erklärt Dr. Harald Groth, Vorsitzender des AWO Bezirksverbandes Weser-Ems. Er führt weiter aus: „Das kann aber nur ein Anfang sein. Auf gesetzlicher Ebene brauchen wir endlich eine Kindergrundsicherung, die allen Kindern eine gute Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglicht. Dafür setzen wir uns ein.“
 

Hort und Nachmittagsbetreuung beider Grundschulen werden von der AWO organisiert

Auch der Stadt und den Trägern zollte er seinen Dank. Dass die Wahl ausgerechnet auf die Käthe-Kollwitz- und die Parkschule fiel, hängt mit den dort von der AWO betriebenen Horten und Nachmittagsbetreuungen sowie dem jahrelangen guten Kontakt zu beiden Schulleitungen zusammen. Grundsätzlich funktioniert das gut. Bedarf für Nachbesserungen gibt es laut Dr. Groth ständig. „Solange es nicht überall Ganztagsschulen gibt, braucht man Zwischenlösungen“, sagt er.
 

Ausgangsbedingungen bei Lehr- und Lernmaterialen sollen einheitlich sein

Für Kinder stellt der erste Schultag ein sehr aufregendes Ereignis dar, das auch ihr weiteres Leben beeinflusst. Zwar starten zahlreiche Schulanfänger mit einer Schultüte fürstlich belohnt den neuen Lebensabschnitt, aber andere Familien können sich nicht einmal grundlegenden Utensilien leisten. Genau daran knüpft das Projket „Guter Schulstart“ der AWO an.

Damit wird nämlich bezweckt, für jegliche Erstklässler gleiche Voraussetzungen für Lehr- und Lernmaterialen zu schaffen. Auf diese Weise sollen die Kinder, die schon genug mit Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten im Alltag konfrontiert werden, zumindest in der Schule davon verschont bleiben. Es muss für Kinder enttäuschend sein, wenn sie dort erfahren, dass ihre Eltern nicht das Geld für bestimmte Dinge aufbringen können, die für Klassenkameraden selbstverständlich sind.
 

13 Klassen wurden mit Boxen ausgestattet

Gerade mit dem ersten Schuljahr sind aufwendige Mehrkosten verbunden, wie Verantwortliche der beiden Schulen wissen, da beispielsweise ein Schulranzen, eine Federmappe, ein Turnbeutel und eine Brotdose gekauft werden müssen. Dazu merkt Patrik Husband, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule, an: „Dann wird gespart, wo es eben geht.“ Vornehmlich wirkt sich das auf das Schreibzeug aus.

Allein in Niedersachsen leben der AWO zufolge 1,17 Millionen Menschen in Armut. Kinder werden davon als besonders bedroht angesehen. Übereinstimmend rechnen Experten damit, dass sich aufgrund der Corona-Krise die Diskrepanz zwischen wohlhabenden und bedürftigen Bevölkerungsteilen weiter vergrößern wird.

Darunter haben vor allem die Kinder zu leiden, die bloß in den seltensten Fällen einen Ausweg aus der Armut finden, was beängstigend ist. Entgegenzusetzen hat die AWO Lehrmittel-Materialboxen, die an 13 erste Klassen der vier Grundschulen verteilt wurden. „Die Kinder freuen sich über hochwertige Stifte und Hefte und sind sehr dankbar dafür. Wir haben vier erste Klassen“, berichtet Elke Bornholdt, Mitglied im Schulleitungssystem der Parkschule und selbst Lehrerin einer ersten Klasse.
 

Inhalt der Boxen beruht auf Materiallisten der Grundschulen

Problematisch ist, dass minderwertige Stifte leicht zu Bruch gehen und Farben von minderwertigen Malkästen nicht decken. Ganz ähnliche Erfahrungen haben laut Husband die drei ersten Klassen der Käthe-Kollwitz-Schule gemacht. Er teilt mit: „Die Qualität merkt man sehr.“ Allerdings kann den Eltern nicht vorgeschrieben werden, einen Tuschkasten von Pelikan zu erwerben.

Hinzukommt, dass sich die Farbtöne der Malkästen von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Bornholdt nimmt an, dass die Materialen nicht innerhalb eines Schuljahres verbraucht werden und somit von den Klassen auch danach genutzt werden können. Jede Box enthält Anspitzer, Bleistifte, Buntstifte, Klebestifte, Lineale, Radiergummis, Schreibblöcke und -hefte, Tuschkästen sowie jeweils ein Spiel. Für die Zusammenstellung ließ die AWO von den Schulen Materiallisten anfertigen.
 

LzO signalisierte Bereitschaft zur Förderung weiterer Projekte

Die Gegenstände, die durchweg von allen angegeben wurden, also gewissermaßen der Durchschnitt, wurden schließlich beschafft. Pro Box wurden zwischen 307 und 308 Euro ausgegeben. „Unser Dankeschön gilt der AWO für die langjährige Zusammenarbeit. Wir danken auch der LzO, die uns wieder einmal Geld zukommen lässt“, zeigt sich Sandra Schreiber, Schulleiterin der Parkschule, zufrieden.

Klaus Döring, stellvertretender Direktor der LzO Delmenhorst und Wildeshauser Geest, sicherte zu, dass die LzO auch in Zukunft dazu bereit ist, derartige Projekte zu unterstützen. Das wurde von den Anwesenden mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. In diesem Fall wurde das Projekt aus Mitteln der Lotterie „Sparen+Gewinnen“ gefördert.
 
Bild: Sandra Schreiber (v. l.), Schulleiterin der Parkschule, Dr. Harald Groth, Vorsitzender des AWO Bezirksverbandes Weser-Ems, Roswitha Ahrens-Groth, Vizevorsitzende des AWO Kreisverbandes Delmenhorst, Elke Bornholdt, Lehrerin und Mitglied im Schulleitungssystem der Parkschule, Tatiana Beltchikov, stellvertretende Hortleiterin der Parkschule, Klaus Döring, Vizedirektor der LzO Delmenhorst und Wildeshauser Geest sowie Patrik Husband, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule freuen sich über das Projekt gegen Kinderarmut.



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